Smart roadster und roadster-coupé

Smart roadster und roadster-coupé Smart roadster und roadster-coupé

Smart roadster und roadster-coupé

— 04.02.2003

Tausche Parkplatz gegen Landstraße

Das city-coupé bekommt zwei Geschwister. Flacher, länger, schneller – und echte Kurvenfresser. Mal mitfahren?

Zurück zu den britischen Wurzeln

Platz für ne Kiste Sprudel und zwei Personen – kennt man, das Prinzip. Fährt weltweit inzwischen 440.000 Mal rum. Und macht ohne Frage Sinn, in der Stadt. Außerhalb der 50-km/h-Zonen sieht das schon anders. Da kommen auf jedes Auto 143 Parkplätze und auf jede Gerade 18 Kurven (oder so). Da darf es dann gern ein bisschen mehr sein. Mehr Spaß, mehr Tempo, mehr Smart.

Wie das aussehen kann, war den Verantwortlichen offenbar klar: "Wir wollten klassische Elemente wie kurze Überhänge und lange Haube mit 'state of the art'-Technik kombinieren", sagt Andreas Renschler, Smart-Boss und Executive Vice President der Mercedes-Benz Car Group. Das ist gelungen: roadster und roadster-coupé fahren sich wie die "Hab kein Geld, aber Spaß am Offenfahren"-Vehikel der Sechziger und Siebziger – Triumph Spitfire, MGB, Frogeye und Co. Mit dem feinen Unterschied, dass Schweißausbrüche wegen ausbrechender Hecks oder zögerlicher Bremsen nicht zu erwarten sind. Und technische Eskapaden wie "heute fahr ich, morgen nicht" erst recht nicht.

Was Roadster alt und roadster neu verbindet, ist das simple Konzept Heckantrieb plus wenig Kilo und ausreichend Pferdestärken gleich lecker Leistungsgewicht. Bei den dreizylindrigen Smart-Zwillingen (698 ccm Hubraum) kommen unterm Strich 9,6 kg pro PS heraus. Zum Vergleich: Beim Frogeye waren es 13,5.

Weiterer Spaßbeschleuniger ist das überarbeitete Sechsganggetriebe. Smart-typisch geht es sequenziell rauf (Ganghebel nach vorn) und runter (nach hinten), wahlweise kann auch per Lenkradwippen (links runter, rechts rauf) geschaltet werden. Beides bekommt dem 82-PS-Hüpfer besser als die Automatik. Der wurden zwar die gleichen Optimierungen zu Teil wie bei der "2nd generation" des city-coupé, selig macht sie Beschleunigungspuristen dennoch nicht – trotz neuer Kickdown-Funktion.

Aus eins mach drei mach vier

Optisch sind die Fun-Zwillinge unübersehbar aus dem Hause Smart (sichtbare Tridion-Sicherheitszelle, wechselbare Bodypanels, freundliche Grinse-Front). Das ist natürlich gewollt: "Aus dem intelligenten Konzept für die Stadt wurde eine smarte Idee für die Landstraße", so Renschler.

Bedeutet: Smart wird erwachsen, in vielerlei Hinsicht. Marketingdeutschmäßig verklausuliert heißt das "Aufbruch vom Ein- zum Mehrprodukt". Soll heißen: Aus dem Ei des Kolumbus in Sachen Parklückenausnutzung wird ab April eine spaßorientierte Viererbande. Und ab 2004 sogar eine richtige Familie (Start Viersitzer "forfour").

Sollten sich alle vier behaupten, scheint eine Modell-Expansion mehr als wahrscheinlich. Vielleicht ein Van obendrauf? Oder ein Geländebuggy im Stil des Crossblade? "Es bleibt aufregend bei Smart, auch über 2004 hinaus", versichert Renschler. Die Antwort auf die Frage, welches der Spaßgetiere in absehbarer Zeit wohl das "Best of four"-Produkt sein wird, bleibt er allerdings schuldig.

"8000 bis 10.000 Stück pro Jahr" seien geplant, das klingt fast zu pessimistisch. Denn roadster und roadster-coupé werden wohl nicht nur im Lager von MX-5 und Fiat Barchetta räubern, sondern auch in den eigenen Reihen. city-coupé-Fahrer, die beim Händler ihres Vertrauens einen Blick oder gar eine Probefahrt riskieren, werden getreu des neuen Smart-Slogans "open your mind" schnell feststellen, dass die flachen Ableger mindestens genauso hip sind wie der Ur-Smart, aber deutlich mehr Auto bieten – sei es bei den Abmessungen (3,43 statt 2,50 Meter), bei der Motorisierung (60 statt 45 bzw. 35 kW), bei der Beschleunigung (null auf 100 in 10,9 Sekunden) oder bei so schnöden Aspekten wie Zuladung (roadster-coupé 248 statt 150 Liter – ohne umgeklappten Beifahrersitz).

Ganz Smart und doch ganz anders

26 Monate Entwicklungszeit stecken in den Fun-Zwillingen. 35 Prozent der Teile sind identisch mit denen des city-coupé, der Rest – und damit auch der Unterschied zwischen roadster und roadster-coupé – kann im Stammwerk Hambach flexibel montiert werden. Kapazitätsprobleme, weil bislang noch nicht klar sei, wie sich die 10.000 Einheiten auf die zwei Modelle verteilen, erwarten die Verantwortlichen nicht.

Süchtig auf Kurven machen beide, vom Temperament gibt es dennoch kleine Unterschiede: Der 790 Kilo schwere roadster (175 km/h Spitze) wirkt "smarter". Sein 25 Kilo schwererer Coupé-Ableger (180 km/h) kommt dank serienmäßiger 205-Reifen etwas strammer daher, wirkt alles in allem erwachsener. Beide Modelle gibt es sowohl mit elektrisch betätigtem Softtop, das sich bei montierten Dachholmen (gleiches Prinzip wie beim Smart cabrio) während der Fahrt öffnen und schließen lässt, als auch mit zweiteiligem Hardtop.

Für Sicherheit sorgt wie üblich die Tridion-Sicherheitszelle mit integriertem Überrollbügel. ESP mit integriertem ABS und zwei Airbags sind serienmäßig an Bord. Zum Start im April gibt es für den roadster noch einen passenden Heckträger und fürs roadster-coupé ein speziell auf die zwei Kofferräume (vorn und über dem Heckmotor) zugeschnittenes Gepäckset. Damit steht der Eroberung der Landstraße dann endgültig nichts mehr im Weg. Mit Ausnahme der Finanzen. Denn Schnäppchen sind die Kurvenfresser nicht.

Die Preise • roadster (46 kW, ab Sommer 2003) 14.990 Euro • roadster (60 kW) 18.330 Euro • roadster-coupé (60 kW) 19.950 Euro.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.