Smart will Kleinwagen stoppen

Smart will Kleinwagen stoppen

Smart will Kleinwagen stoppen

— 27.03.2006

Bye-bye, forfour?

Smart strebt 2007 schwarze Zahlen an und will dafür den forfour opfern. Co-Produzent Mitsubishi muß allerdings noch zustimmen.

DaimlerChrysler streicht die Modellpalette seiner Tochter Smart zusammen. Der Kleinwagen forfour soll wegen Erfolglosigkeit eingestellt werden, im Werk Böblingen sind damit 300 Stellen in Gefahr. Als beschlossene Sache gilt der Stop des forfour allerdings erst, wenn Mitsubishi seine Zustimmung gibt – die japanische Marke läßt ihren Colt zusammen mit dem forfour im niederländischen Born vom Band rollen. Was immer bei den bevorstehenden Verhandlungen der beiden Konzerne herauskommt, "die Produktion des erfolgreichen Colt ist nicht in Gefahr", betonte Mitsubishi-Sprecher Helmut Bauer gegenüber autobild.de.

"DaimlerChrysler plant die Fokussierung auf den Smart fortwo, um die Marke nachhaltig zukunftssicher zu machen", teilte der Stuttgarter Konzern mit. Die bereits aus Kostengründen auf zwei Baureihen gekürzte Modellpalette schrumpft damit nochmals – übrig bleibt der vor sieben Jahren als City-Coupé gestartete Stadtflitzer mit zwei Sitzen. Die Belegschaft von Smart am Stammsitz Böblingen verringert sich dann auf 450 Mitarbeiter. Anvisiertes Ziel der harten Sanierungspläne: DC will mit der Marke von 2007 an schwarze Zahlen schreiben.

Trotz des verschärften Sparkurses gab der Konzern seiner smarten Tochter eine Bestandsgarantie. Der fortwo werde langfristig im Konzern-Produktportfolio verankert, der Nachfolger des Kleinstwagens komme 2007 auf den Markt. Die in Bereichen wie Finanzen und Marketing noch selbständige Marke soll voll und ganz in Mercedes-Benz aufgehen.

Seit Marktstart 1998 wirtschaftet Smart defizitär. Grund genug für den seit Januar 2006 an der Spitze von DaimlerChrysler und Mercedes-Benz stehenden Dieter Zetsche, das zweite harte Sanierungsprogramm binnen eines Jahres durchzuziehen – auch wenn es nochmals rund eine Milliarde Euro kosten wird. Der vorherige Daimler-Boß Jürgen Schrempp wollte Smart noch mit dem Zwei- und Viersitzer bis 2007 in die Gewinnzone führen. Dieses Ziel sah Zetsche in Gefahr, da der Absatz des im harten Kleinwagen-Wettbewerb fahrenden Viersitzers trotz Rabatten von bis zu 3000 Euro nicht zunehmen wollte. "Der forfour war wirtschaftlich nicht mehr gerechtfertigt", sagte ein Sprecher.

Bereits im Frühjahr 2005 war die Zahl der Beschäftigten in Böblingen nahezu halbiert worden – als der roadster eingestellt wurde und die Pläne für das SUV formore aufgegeben wurden. Von einer kompletten Schließung blieb die Marke damals nur wegen der damit verbundenen noch höheren Kosten verschont.

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