So entsteht der Norisring

So entsteht der Norisring

— 26.06.2009

Schrauben für die DTM

Der Norisring ist der letzte deutsche Stadtkurs. Ohne die freiwilligen Helfer des Motorsport Clubs Nürnberg wäre das DTM-Rennwochenende undenkbar. AUTO BILD MOTORSPORT hat die Schrauber beim Aufbau begleitet.

Es ist einer dieser sonnigen Samstage im Juni. Normalerweise ziehen in Nürnberg vor der Steintribüne, gegenüber dem Frankenstadions, Skater ihre Bahnen um Hütchen. Doch zwei Wochen vor dem Norisring-Rennen der DTM und ihrer Rahmenserien herrscht hier Hochbetrieb ganz anderer Art: Rund 50 ehrenamtliche Helfer des MC Nürnberg (Motorsport Club) rollen mächtige Stahlseile aus. Ziehen diese per Hand am Fahrbahnrand entlang, von Mast zu Mast, Reihe um Reihe. Insgesamt 6,4 Kilometer. "Wenn man kein Motorsport-Spinner ist, darf man mit so etwas gar nicht erst anfangen", resümiert Tino Schichler. Sein Kamerad Dieter Opitz, der mit ihm die Organisation des Aufbaus in die Hand nimmt, fügt an: "Hier sind Leute dabei, die drei Wochen Jahresurlaub nehmen, nur um das Rennen zu ermöglichen." Der harte Kern aus 15 Mitgliedern trifft sich sogar fast an jedem Samstag im Jahr, um Feuerlöscher und andere Geräte in Schuss zu halten.

Ohne ehrenamtliche Helfer gäbe es kein Rennen am Norisring

Dieses einladende Schild ziert die Wand des Vereinsheims des Motorsport Club Nürnberg.

Viel zu tun gibt es in der heißen Phase, 14 Tage vor dem Rennwochenende, an jeder Stelle: 380 Pakete aus je 36 miteinander verschraubten Reifen karren Lkw von einem ehemaligen Kasernengelände zum Frankenstadion. Die verteilen die Helfer dann an der Strecke. 6,9 Kilometer zusätzliche Leitplanken, neun Kilometer Bauzäune, zwei Kilometer Wasserleitungen fürs Fahrerlager und 3,8 Kilometer Stromkabel sind jedes Jahr aufs Neue zu verlegen. Hinzu kommen noch einmal 400 Schilder, die rund um die Strecke und im Fahrerlager aufgestellt werden müssen. "Wenn jemand unseren Helfern Lohn zahlen müsste, wäre es finanziell unmöglich, das Norisring-Rennen zu veranstalten", unterstreicht Opitz die Mühen des MCN. "Schwer ist es, Nachwuchs zu finden. Ehrenamt ist heute leider nicht mehr so besonders in", heißt er Interessierte herzlich willkommen.

1,5 Stunden nach dem Rennen rollen die ersten Linienbusse

Am Donnerstag vor dem Rennen beginnt ab 9.00 Uhr morgens der stressigste Tag: Erst jetzt sperrt die Stadt die spätere Strecke für den öffentlichen Straßenverkehr. Ob Barrieren nach außen oder die Ampelanlage – viele Dinge können erst jetzt, kurz vor der Streckenabnahme durch den DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) installiert werden. "Wenn das erste Training läuft, lässt der Stress bei den MCN-Mitgliedern etwas nach. Bis zum Sonntag. Da muss der erste Linienbus 1,5 Stunden nach dem Rennen wieder rollen."

Autor: Martin Westerhoff

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