So geht es bei Schumi weiter

So geht es bei Schumi weiter

— 23.07.2002

Sechs Testrennen für 2003

Michael Schumacher nützt die restliche Formel-1-Saison zur Vorbereitung auf den sechsten WM-Titel. Und zur Unterstützung seines Teamkollegens Rubens Barrichello.

Die Prioritäten haben sich bei der Scuderia Ferrari seit Sonntag verschoben. Michael Schumacher kann seinen fünften Titelgewinn nur kurz auskosten. Unmittelbar nach dem Großen Preis von Deutschland am kommenden Sonntag (28. Juli 2002) wird der 33-jährige Champion nur noch für die Saison 2003 testen. Schumacher wird das Programm des brasilianischen Testfahrers Luca Badoer ergänzen, der die Entwicklung der Bridgestone-Reifen für die nächste Saison vorantreibt. Um die richtigen Kniffe beim F2002 kümmert sich ab sofort ausschließlich der Italiener Luciano Burti. "Jetzt holen wir auch den vierten Titel in Folge", sagte Teamchef Jean Todt. Stillstand ist für den Franzosen ein Schritt zurück.

Michael Schumacher hat er offenbar vom Konzept überzeugt. Die Anzeichen mehren sich, dass der Vorzeige-Angestellte seinen bis 2004 laufenden Vertrag verlängert, samt einer Aufbesserung seiner Bezüge von bisher jährlich 35 Millionen Dollar, versteht sich. "Ich könnte mir vorstellen, dass er bis 2006 weitermacht", sagte sein Manager Willi Weber. Eine Doppel-Weltmeisterschaft mit der Fußball-Nationalmannschaft könnte dann der krönende Abschluss seiner beispiellosen Laufbahn sein. Bei aller Furcht vor der ermattenden Dominanz von Ferrari könnten sich die Koordinaten dieses Jahr, das arm ist an überraschenden Volten, in eine ungewöhnliche Position verschieben. Denn Michael Schumacher wird tatsächlich die Teamorder umkrempeln und für Barrichello fahren. "Wir wollen auch den Konstrukteurstitel", sagt Schumacher. Er habe "überhaupt keine Probleme", Rubens passieren zu lassen. Schumacher, der Teamplayer. Ob er ausgerechnet in Hockenheim Ferraris Nummer zwei den Vortritt lässt, ist jedoch fraglich. Mit einem Sieg kann er seine deutschen Fans noch einmal in Ekstase versetzen und gütlich stimmen als Ausgleich für das scheinbar ungeschriebene Gesetz, das es dem Wahlschweizer verbietet, in Deutschland Weltmeister zu werden.

Schon gesten setzte sich die Formel-1-Karawane donnernd in Bewegung. Der Terminkalender zwingt die Teams zur Eile. Im Rekordtempo müssen Autos und die restliche Staffage ins 700 Kilometer entfernte badische Städtchen verfrachtet werden. Heute wird in der Boxengasse von Hockenheim bereits für den Großen Preis von Deutschland gewerkelt. Erstes heißes Gerücht: In Hockenheim will Mercedes verkünden, dass die Motorenproduktion größtenteils nach Stuttgart verlegt wird. Bisher werden die Aggregate der Silberpfeile in Großbritannien bei Illmor Ltd. gefertigt. Voraussetzung für die Standortverlegung ist, dass der in die Kritik geratene Motor-Chef Mario Illien in die Unterzeichnung eines Beratervertrages einwilligt und zustimmt, dass DaimlerChrysler oder McLaren die 25-Prozent-Anteile des vor zwei Jahren verunglückten Illien-Partners Paul Morgan erwerben können. Der Schweizer freilich besitzt ein Vorkaufsrecht.

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