So lief der große Preis von Spanien 2002

Großer Preis von Spanien 2002 Großer Preis von Spanien 2002

So lief der große Preis von Spanien 2002

— 29.04.2002

Schumacher auf Spazierfahrt

Ungefährdeter Start-Ziel-Sieg des Weltmeisters beim Großen Preis von Spanien. Montoya Zweiter, Coulthard Dritter.

Schumi nicht zu stoppen

Wie sich die Bilder gleichen. Der Mann in Rot stand auf dem Podium und grinste und dirigierte. Erst die deutsche Hymne, dann die italienische. Wie in Australien, Brasilien, San Marino – und gestern in Spanien. Michael Schumacher bestimmt als Seriensieger die Musikauswahl der Formel 1. Nach dem souveränen Start-Ziel-Erfolg in Barcelona kann er bereits am 18. August beim Grand Prix von Ungarn den ersehnten Rekord aufstellen und zum fünften Mal Weltmeister werden.

Kaum jemand bezweifelt, dass ihn auf der Triumphfahrt noch irgend jemand stoppen kann, dass Schumachers Manager Willi Weber auf das Geschäft mit den Weltmeisterkappen 2002 verzichten muss. Er habe sie allerdings noch nicht in Auftrag gegeben, sagte Weber. "Dafür ist es noch zu früh." Warum eigentlich?

Wieder einmal zog der Ferrari überlegen seine Runden. Der Zweitplatzierte Juan Pablo Montoya hatte 35 Sekunden, der Schotte David Coulthard sogar 42 Sekunden Rückstand auf den Deutschen. Es schien, als hätte Michael Schumacher auch diesmal seine ärgsten Widersacher überrunden können.

Doch in der Schlussphase entdeckte er die Langsamkeit, wohl um die Konkurrenz nicht wie noch in Imola zu düpieren, als er Coulthard überrundete. Das Familienfest platzte. Bruder Ralf kam wegen eines Fahrfehlers und Pannen seines Teams nur als Elfter ins Ziel. "Es war ein sehr schöner Tag. Wir konnten das Rennen ganz klar bestimmen und uns einteilen. Es war perfekt", sagte Schumacher nach seinem 57. Grand-Prix-Sieg. Auf der Ehrenrunde hatte er sich über Boxenfunk bei seinem Team bedankt: "Ihr habt mir ein Traumauto gegeben." Nur leider funktioniert es nicht bei jedem gleich gut.

Pech für Barrichello

Für Rubens Barrichello war der Arbeitstag beendet, bevor er angefangen hatte. Der Brasilianer konnte auf Startplatz zwei stehend keinen Gang einlegen. Sein F 2002 musste von Helfern zurück in die Box geschoben werden. Barrichello wird mehr und mehr zur traurigen Figur des dominierenden Rennstalls. Er fiel in dieser Saison bereits zum vierten Mal aus. "Er tut mir so leid", sagte Schumacher.

So ging noch ein Renner weniger in die Einführungsrunde. Das Minardi-Team hatte vorher schon beide Autos aus Sicherheitsgründen zurückgezogen. Am Auto des australischen Piloten Mark Webber krachte im Aufwärmtraining der Heckflügel herunter. "Wir haben jetzt nicht genug Zeit, das Problem zu analysieren", erklärte Teamchef Paul Stoddart, "es wäre zu gefährlich gewesen zu starten." Schon am Samstag im Training brach Mark Webbers Frontflügel bei Tempo 300 auf der Start- und Zielgeraden vollständig ab. Wahrscheinlich führten erhöhte Motorenvibrationen zu Rissen in der Aufhängung.

Auch ohne seinen Teamkollegen Barrichello neben sich gelang es Schumacher dank einer verbesserten Startautomatik die BMW-Williams von Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya in der ersten Kurve auf Distanz zu halten. Der Vorsprung des amtierenden Weltmeisters wuchs bereits in den ersten Runden auf über zehn Sekunden. Der nachfolgende Ralf Schumacher wagte beim Versuch, aufzuholen zu viel, kam in der 27. Runde in einer Kurve von der Strecke ab und verlor auf holprigem Grund einen Teil seines Frontspoilers. "Das war einfach nicht mein Tag. Ich habe Mist gebaut", ärgerte er sich.

Grobe Schnitzer von Williams

Das Unheil setzte sich in der Boxengasse fort. Beim kurzfristig anberaumten Stopp lag kein kompletter Satz Reifen parat. Der linke Vorderreifen musste erst noch aus der Garage geholt und von einer Heizdecke befreit werden. Nicht der einzige Schnitzer der Williams-Mechaniker. Als wenig später Montoya vor der Box parkte, gab ein Techniker zu früh das Startzeichen für den Kolumbianer. Der Benzinstutzen steckte noch im Tank, Montoya gab Gas und fuhr den Mann mit der Kelle um.

Während Montoya seinen zweiten Platz gegen David Coulthard trotz Panne verteidigen konnte, fiel Ralf Schumacher auf Platz elf zurück. Offensichtlich bereitete dem jüngeren Schumacher das Untersteuern seines Autos Probleme. Zwei Mal ließ er den Frontflügel seines FW 24 austauschen. In der letzten Runde streikte auch noch der Motor. Große Erfolge feierten dagegen die Deutschen Nick Heidfeld (Sauber) und Heinz-Harald Frentzen (Arrows).

Dem Sauber-Piloten gelang mit Platz vier das beste Ergebnis dieses Jahres. "Wir sind ein super Rennen gefahren. Ich wäre froh, wenn es so weiter gehen würde", sagte Heidfeld. Frentzen sicherte mit Platz sechs – ebenfalls die beste Saisonplatzierung – seinem Arrows-Team den ersten WM-Punkt. Der 34 Jahre alte Mönchengladbacher hatte schon im Qualifikationstraining als Zehnter seinen bislang besten Startplatz erobert. "Meine Arbeit macht mir Spaß. Ich bin immer noch so motiviert wie früher, auch wenn ich im Moment nicht um Siege oder Podestplätze fahren kann", sagte der Formel-1-Routinier.

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