Sommerreifen-Test 2011: 215/65 R 16
— 14.03.2011Sicher durch den Sommer
Sieben Sommerreifen und ein Alleskönner für Straße und Gelände stellten sich dieses Mal unserem Reifentest. Mit dabei: ein Billigreifen aus Taiwan, der 20 Prozent weniger kostet.
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Dieser neue Pirelli will etwas anderes: Der Scorpion Verde soll den für die Reifenentwickler schwierigen Spagat zwischen hoher Nässehaftung und niedrigem Rollwiderstand schaffen. Ein grüner Reifen also (daher Verde), der aber nicht nur Treibstoff sparen hilft, sondern keinerlei Einschränkungen bei Fahreigenschaften und Sicherheit hinnehmen will. Neidlos muss man anerkennen: Ziel erreicht. Denn der neue Pirelli zeigt trotz niedrigem Rollwiderstand keine Schwächen bei der Nässehaftung. Allerdings stimmt es tatsächlich, dass es mit der Traktion auf unbefestigtem Boden nicht weit her ist.
Uniroyal gewinnt auf Gras
Das gilt vor allem auf feinem Sand, aber leider auch auf – bei uns in Mitteleuropa viel wichtigerem – Grasboden. Hier kann der flüsterleise abrollende Pirelli nur geringe Traktionsansprüche befriedigen. Der Rallye 4x4 Street der Continental-Tochter Uniroyal verblüfft dagegen auch abseits der Straße mit erstaunlicher Traktion. Vor allem auf dem schwierigen Grasboden setzt er sogar Bestwerte. Das ist vor allem deshalb erstaunlich, weil wir zu den sieben straßenorientierten Profilen noch einen neuen Mischreifen für Straße und Gelände einluden, den Michelin Latitude Cross. Die Franzosen waren so mutig und stellten sich dem Feld, obwohl von Vorneherein klar sein musste, dass ein solcher Grobreifen gegen die feineren Straßenspezialisten bei den Asphaltprüfungen verlieren würde.
Überragend bei Regen
So kam es dann auch. Erstaunlich ist aber, dass der Uniroyal auf Gras sogar den groben Cross-Michelin schlagen konnte. Die eigentliche Paradedisziplin eines Reifens mit dem Markennamen Uniroyal ist aber seit Jahrzehnten die Aquaplaningprüfung. Seinem Ruf als Regenreifen macht auch dieser Uniroyal alle Ehre. Denn wenn es um Aquaplaningsicherheit geht, zieht sein extrem V-förmiges Profil alle Register und bietet immer noch genügend Haftung, wenn sämtliche Konkurrenten bereits längst den Kontakt zum Asphalt verloren haben. Selbst tiefe Wasserlachen machen dem Regenreifen nichts aus.
Hankook für Sparfüchse
Mit Michelin in den Schlamm
Dafür spart der Hankook Treibstoffkosten ein, weil er mit einem fast schon sensationell niedrigen Rollwiderstand gesegnet ist. Und sein Profil nimmt die Qualen auf den Teststrecken mit bemerkenswert wenig Abrieb hin. Auch bei den sonstigen Straßeneigenschaften fällt der Koreaner nicht negativ auf. Erst im Gelände zeigen sich echte Schwächen; der Hankook verabscheut schmierigen Schlamm. Dort setzt sich sein Profil sehr schnell zu und kann so nur mäßige Traktion aufbauen. Genau hier im Schlamm schlägt hingegen die Stunde des einzigen Mischreifens im Testfeld, des Michelin. Die Franzosen hätten ja auch reichlich straßenorientierte Reifen für Allradler anzubieten. Wir aber wollten wissen, wie sich ihr neuer Mischreifen für Straße und Gelände in diesem Feld schlägt.
Geländegängig: Latitude Cross
Ganz klar setzt der Latitude Cross (sprich: Latitüd, betont auf dem ü) klare Bestmarken im Schlamm, besonders aber im weichen Sand. Eine Hommage der Grand Nation an ihre früheren Afrika-Kolonien mit ausgedehnten Weichsandregionen? Wir wissen es nicht, Tatsache bleibt aber, dass der Michelin im Gelände seine Sache erwartungsgemäß gut macht, überdies mit besonderer Robustheit und Verschleißfestigkeit glänzt. Klar war auch, dass er in den Asphaltdisziplinen verlieren wird. Die Frage lautete nur: wie stark? Gefürchtet sind bei Mischreifen ja vor allem die Nässeprüfungen. Hier gibt es bei den AT-Kandidaten echte Versager. Doch der Michelin schlägt sich respektabel, wird jedenfalls nicht zum Sicherheitsrisiko.
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Billigpneu wird Brems-Schlusslicht
Die besonders kritische Bremsprüfung auf nassem Asphalt bewältigt er zwar mit Abstand zu den Marken-Straßenreifen, aber immerhin mit Anstand. Gegenüber dem Spitzenduo Pirelli und Uniroyal verliert er zwar deutliche neun Meter, der Straßenkollege von Bridgestone bremst aber nicht einmal zwei Meter kürzer. Wirklich schlecht bremst bei Nässe nur einer: der hierzulande als Billigprodukt auftretende Reifen von Federal Tire, einem taiwanesischen Hersteller. Er braucht aus Tempo 100 über 17 Meter mehr Bremsweg als der besonders gute Pirelli und sogar fast 8 Meter mehr als der durch sein Geländeprofil gehandikapte Michelin. Details zu den einzelnen Kategorien und Kandidaten lesen Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Ergebnissen des Tests gibt es in AUTO BILD ALLRAD 4/2011 oder als Download im Heftarchiv.
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Kommentare zum Artikel (1)
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