Sommerreifentest 205/45 R 16

Sommerreifentest 205/45 R 16

— 28.03.2007

Mit allen Wassern gewaschen

Vorhang auf: Zehn Breitreifen der Dimension 205/45 R 16 stellen sich im groen Sommerreifentest zum Vergleich. Am Start: die sportlich-aktuellen Profile bekannter Markenhersteller und ein preisgnstiger Billig-Import aus Fernost.

Breit ist in, schmal ist out! Die Umrst-Reifengre fr schnelle Stadtflitzer der Kategorie Polo und Co lautet 205/45 R 16. Zusammen mit glnzenden Alus steht der kleine Liebling gleich ganz anders an der Ampel und setzt sich optisch von seinen Artgenossen ab. Doch wie steht es mit der Leistungsbereitschaft des 16-Zoll-Leckerbissens? Um diese Frage zu klren, fahren wir mit zehn Testkandidaten im Gepck in die Wachau nach Niedersterreich. In der Nachbarschaft der Ortschaft Melk mit seinem berhmten ber 900 Jahre alten Stift liegt ein Fahrsicherheitszentrum der besonderen Art. Das vom AMTC betriebene Gelnde bietet nicht nur die fr Fahrsicherheitslehrgnge bentigten Gleitbelge und griffige Ausweichstrecken, sondern auch eine mit allen Finessen ausgestattete Handlingstrecke, den Wachauring. Klein, aber fein, dazu komplett bewsserbar, mit schnellen Wechselkombinationen und zuziehenden Kurven, also ideal fr die vor uns liegenden Aufgaben.

Was taugt der China-Import?

Sowohl den Reifen als auch dem Testfahrzeug wurde alles abverlangt.

Vor Ort machen sich die beiden Testfahrzeuge, zwei VW Polo GTI mit 150 Turbo-PS, gierig ber die Testkandidaten her. Bei der Zusammenstellung des Testfeldes legten wir dabei gesteigerten Wert auf eine breite Preisspanne. Vom Billig-Import aus Fernost ber etablierte Hersteller wie Fulda und Yokohama bis zu den Premium-Produkten von Michelin, Goodyear und Pirelli ist alles vertreten. Wichtigste Frage im Vergleich: Wie schlgt sich der um ein Drittel gnstigere China-Import? Schon die Aquaplaningversuche besttigen unsere Befrchtungen: Um die Nsseeigenschaften des Fortuna ist es nicht zum Besten bestellt. Mit 73,5 km/h Aufschwimmgeschwindigkeit setzt das Aquaplaning fast 15 Prozent frher ein als beim Carat Exelero von Fulda, der mit 86 km/h der gesamten Konkurrenz ein gutes Stck davonschwimmt. hnliches gilt fr die Hatz ber den bewsserten Handlingkurs. Mit einer nur in Anstzen vorhandenen Seitenfhrung und der gefhllosen Lenkung taumelt der Fortuna ber den Nass-Parcours.

Spitze dagegen der Nssespezialist von Goodyear. Wie auch schon im letzten Jahr ist der Eagle F1 auf nasser Piste die sportliche Messlatte. Nur in der Seitenfhrung kann ihm der Ventus S1 von Hankook die Krone streitig machen. Wenige Zehntelsekunden langsamer und mit einem ausgewogen sicheren Fahrverhalten folgt dicht auf den Fersen der eindrucksvoll agierende Pirelli P Zero Nero. Dramatische Unterschiede gibt es auch bei der Vollbremsung auf nasser Piste. Mit erfreulichen 43,9 Metern erzielt der Hankook Ventus S1 evo seinen ersten Achtungserfolg. Auch Pirelli und Goodyear sowie Kumho als zweiter koreanischer Reifenhersteller berzeugen mit kraftvollen Verzgerungen. Wird unser Test-Polo jedoch mit dem Preisbrecher von Fortuna bestckt, wird die Vollbremsung zur Schlittenfahrt: Bis zum Stillstand braucht er zustzliche 15 Meter Bremsweg. Wo der Hankook bereits sicher zum Stehen gekommen ist, ist der Fortuna noch mit einer Restgeschwindigkeit von 50 km/h unterwegs mehr als ein "Ausrutscher" des Billigreifens, der beim Bremsen am Stauende gefhrlich werden kann.

Dass auch gute Namen nicht vor Patzern schtzen, zeigen die Leistungen von Yokohama und Firestone. Mit einem ber fnf Meter lngeren Bremsweg liegen sie fast anderthalb Wagenlngen zurck. Auf abgetrockneter Strecke setzt sich ein weiterer Mitbewerber dagegen positiv in Szene: Bei Nsse hinterlie der Michelin Pilot Exalto 2 einen eher mittelmigen Eindruck, doch beim Trockenhandling scheint er in seinem Element. Mit prziser Lenkung und perfekter Balance zieht er spielerisch seine Runden. Ebenfalls ganz vorne dabei: die koreanischen Pneus von Hankook und Kumho. Beide berzeugen mit ausgewogen harmonischem Fahrverhalten, meistern jede Situation ohne Tcke.

Finger weg vom Fortuna!

Auf trockener Piste erhlt Michelin Bestnoten ganz anders der Fortuna.

Auch beim Bremsen auf trockener Fahrbahn bremst sich der Ventus S1 evo von Hankook an die Spitze. Da er alle Disziplinen ohne Probleme absolviert, kann er am Ende den Testsieg einfahren. Fast gleich auf mit dem bewhrten Eagle F1 von Goodyear. Als Nsseknig par excellence war der den extremen Belastungen beim Trockenhandling auf Dauer allerdings nicht gewachsen und reagierte mit bermigem Verschlei. Dennoch sichert er sich den zweiten Platz auf dem Siegertreppchen. Der Pirelli P Zero fhrt mit seiner ausgewogenen Gesamtleistung den sicheren dritten Platz ein. Vllig ungengend dagegen die Leistungen des Fortuna Sport F2000. In sieben der insgesamt neun Einzeldisziplinen landet der Billigheimer auf dem letzten Platz. Hier wird ganz offensichtlich zu Lasten der Sicherheit gespart.

Fazit von Dierk Mller-Sonntag und Henning Klipp

Trotz starker Konkurrenz sichert sich der koreanische Hankook Ventus S1 evo den Testsieg und verweist die Sportgren von Goodyear und Pirelli auf die Pltze zwei und drei. Ausrutscher beim Bremsen auf Nsse leisten sich dagegen der neue Yokohama S.drive und der Firestone Firehawk SZ 80. Finger weg heit unser eindeutiges Urteil zum F2000 von Fortuna. Sein gnstiger Anschaffungspreis kann die gravierenden Schwchen einfach nicht ausgleichen.

Den kompletten Test mit allen Einzelwertungen und der groen Ergebnis-bersicht knnen Sie hier bequem als PDF herunterladen.

Autoren: Dierk Mller, Henning Klipp

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