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— 09.01.2009

Autos zum Aldi-Preis

Neuwagen gut 30 Prozent billiger: Wo ist der Haken? Unfall? Lagerfahrzeuge? Auslaufmodelle? Nichts von alledem. AUTO BILD ging auf eine Reise ins Paradies der Schnäppchenpreise.

Kunden von Christian Nissen empfängt die automobile Vernunft. Auf dem Kies vor seinem Autohaus in Steinbergkirche (Schleswig-Holstein) steht ein Skoda Fabia, daneben ein Passat Variant TDI . Beides Neuwagen. Nicht weiter aufregend, wären die Autos nicht so billig. Der VW kostet 22.000 Euro. Listenpreis: 29.000! Der VW ist kein Einzelfall. Fast alle der 200 angebotenen Neuwagen unterschiedlichster Marken liegen 25 bis 30 Prozent unter der Verkaufsempfehlung des Herstellers. Kein Wunder, dass Nissens Geschäft läuft. Bei Aldi-Preisen für Neuwagen haben deutsche Händler keine Chance.

Ein neuer Opel Insignia mit 33 Prozent Abschlag

Nagelneu: Dänen-Passat mit Schutzfolie und Schaumstoffpolster.

Aber wie geht das? Nissen ist so günstig, weil er günstig einkauft. Im Ausland: "Viermal im Monat fahre ich nach Skandinavien, um dort neue Autos zu holen", sagt der 48-Jährige. Die Schwedische Krone sei derzeit schwach. Und in Dänemark müssen Einheimische auf Neuwagen eine Luxussteuer zahlen. Darum ist dort der Grundpreis sehr niedrig. Rund 1000 freie Händler teilen sich in Deutschland diese Form des Autohandels – und geben einen Teil des Preisvorteils an ihre Kunden weiter. Das tut auch Nissen im Falle eines nagelneuen Opel Insignia 1.8 Edition, der vor dem kleinen Bürogebäude steht und dessen Kilometerzähler gerade mal vier Kilometer zeigt. Nissen-Preis: 19.990 Euro, statt 29.695 nach Liste. Ersparnis: 33 Prozent. Ehepaar Rings aus dem nahe gelegenen Kappeln sitzt gerade Probe. Und kommt ins Grübeln: Doch kein Golf Plus, sondern den neuen Opel? Bei dem Preis – hmmm ... Der hier ist zwar schon verkauft. Doch Nissen verspricht: "Im Februar bekomme ich wieder welche aus Dänemark." Zum gleichen Preis.

Die Garantie ist heute kein Problem mehr

Beheizte Empfangshallen oder einen geschmückten Showroom sucht man bei EU-Importeuren vergebens.

Begonnen hat der Nordfriese sein Geschäft 1994 mit einem Opel Corsa aus Italien. Kurz zuvor waren ihm die niedrigen Preise aufgefallen, an denen die schwache Lira schuld war. "Ich stopfte mir zu Hause die Taschen mit den Scheinen voll und fuhr wieder runter." Über Nacht, um das Hotel zu sparen. Am nächsten Morgen ging es mit dem Auto wieder zurück. Heute läuft Nissens Geschäft weniger aufregend ab. Es gibt den Euro, die Autos kommen auf dem Hänger, und mittlerweile rücken die Hersteller die europäischen Papiere für die Zulassung in Deutschland ohne Murren raus. Der Nordfriese glaubt, dass die Autoindustrie derzeit "einfach nur froh über jedes verkaufte Auto ist" – egal wo es letztlich verkauft wurde. Auch die Vertragswerkstätten seien freundlicher geworden gegenüber Kunden mit fremdsprachigem Serviceheft in der Hand. Gut so, sagt Nissen. Schließlich gelten die Garantien in ganz Europa. Sogar sein Wunschauto kann man bei einem Importeur wie Nissen bestellen. Die Lieferung dauert ein bis zwei Wochen länger als in Deutschland. "Schließlich muss das Auto einmal im jeweiligen Land gewesen sein, damit alles mit rechten Dingen zugeht."

Kia Sportage für 13.500 Euro

Wer so ein paar Tausender spart, nimmt sicher auch den kleinen Zeitverzug in Kauf. Allein im vergangenen Jahr fanden so rund 1000 Autos ihren Weg aus Dänemark, Spanien oder Litauen nach Steinbergkirche. Jeder Vierte in Deutschland verkaufte Neuwagen kommt aus dem Ausland, schätzt Nissen, der seit drei Jahren im Vorstand des Bundesverbandes freier Kfz-Importeure ist (BFI). Ehepaar Rings ist leicht irritiert von Nissens bestem und einzigem Argument: dem Preis. Sie fragen, was es denn noch so gibt – und erfahren, dass es noch billiger geht. "Den Kia Sportage Diesel da, den können Sie sofort mitnehmen. Für 13.500 Euro." Das ist die Hälfte des Listenpreises, hier zahlt Nissen sogar drauf. Weil er Platz braucht für neue, günstige Autos aus Spanien und Polen.

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Mit dem liberalisierten Binnenmarkt in Europa spricht nichts mehr gegen den Kauf eines Import-Autos. Die Garantien gelten europaweit – und sind in einigen Ländern sogar länger als in Deutschland. 1992 gründeten einige Importeure den Bundesverband der freien Kfz-Importeure, kurz BfI. Heute hat er rund 100 Mitglieder, die sogar regelmäßig deutsche Markenhändler beliefern. Weitere Informationen und eine Mitgliederliste finden Sie unter: www.bfi-ev.de.

Autor: Roland Niederlich

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