Speedart Titan BTR 550 — 21.02.2008

Harte Schale, härterer Kern

Wenn ein Tuner den Schriftzug "Titan" auf die Heckklappe einer heißen Karre pappt, darf mit gewaltiger Power gerecht werden. Porsche-Spezialist Speedart legt die Fakten auf den Tisch.

Wenn unsereins Carbonzierrat ans eigene Auto montiert, hat das meist rein optische Gründe: Es sieht gut aus und man fühlt sich der Rennstrecke gleich viel näher. Greifen allerdings Tuner zum teueren und superleichten Karomuster, steht die Notwendigkeit an oberster Stelle: Gewichtsreduzierung und Abtriebssteigerung gehören nämlich zum Pflichtprogramm. Porsche Spezialist-Speedart aus Rutesheim (bei Stuttgart) bringt beim Titan BTR 550 seltene Kohlefaser-Haubenleisten zum Einsatz. Und die zierlichen Dinger haben tatsächlich einen Zweck: Verbesserung der Strömungsluft. Bei 550 PS kann eine derartige Maßnahme sicher nicht schaden. Macht sich die Montage doch durch ein Zehntelchen in der Beschleuningung bemerkbar. Der modifizierte 4,8-Liter-V8-Zylinder leistet normalerweise 500 PS und setzt 700 Nm maximales Drehmoment frei.

Heißes Eisen: Bi-Turbo-Aggregat mit 550 PS und 830 Nm Drehmoment.

Im Titan BTR 550 verbaut die Speedart-Crew ihr Power-Kit und erreicht so den Leistungszuschlag von 50 PS. Titan-mäßig ist daraufhin der Kraftzuwachs: 130 Nm mehr stemmt der Bi-Turbo auf die Kurbelwelle. Klischeehafte Formulierung denken Sie? Aber genau so geht es weiter. Um den Titan optisch der Leistung anzupassen drapieren die Profis von Speedart ein imposantes Bodykit um die Hüften des Zuffenhausener-Flagschiffes: Radlaufverbreiterungen, Seitenschweller, Frontspoiler und Heckschürze mit Diffusoreinsatz. Ein kleiner Dachkantenspoiler vollendet die aerodynamische Aufwertung. Wer so aussieht, kommt mit einem Piepse-Stimmchen nicht weit. Nun, der Cayenne Turbo schlägt schon von Haus aus keine sanften Töne an, mit der Klappensteuerung der Sportauspuffanlage (Laut-/Leise-Schalter) wird der V8 allerdings zum Löwen ... äh, Titan. Interessiert? Vielleicht lassen sich die Speedart-Verkäufer ja zu einer Probefahrt überreden, mit 140.000 Euro im Gepäck sitzen Sie aber ganz bestimmt bald hinter dem mit Leder bespannten Lenkrad.

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