Speedcar-Serie

Speedcar-Serie

— 14.11.2007

Neue Spielzeuge für Formel-1-Rentner

Neue Tourenwagen mit alten Stars. Die Ex-Formel-1-Asse Alesi, Herbert & Co. starten im Winter mit Speedcars im Mittleren Osten und in Asien. Bernie Ecclestone bringt sie ins Fernsehen.

Bullige Boliden, guten Sound, packende Kämpfe – all das soll die Speedcar-Serie bieten. Diese neue Tourenwagen-Klasse mit Stockcars bedeutet: Silhouetten-Fahrzeuge mit V8-Motoren und ohne Fahrhilfen, ähnlich wie die beliebte NASCAR-Serie in den USA. Die Zugpferde für die Speedcars sind frühere Formel-1-Fahrer: Jean Alesi (43) schaffte in 201 GP z. B. für Ferrari, Benetton und Sauber einen Sieg; Johnny Herbert (43) fuhr 161 GP für z.B. Benetton (zwei Siege), Sauber und Stewart (ein Sieg); Gianni Morbidelli (39) startete bei 67 GP für Minardi, Arrows und Sauber; Stefan Johansson (51) fuhr 79 GP für u. a. Ferrari, McLaren und Ligier; Ukyo Katayama (44) war bei 95 GP für Larousse, Tyrrell und Minardi dabei. Die Speedcar-Serie ist das neue Spielzeug für F1-Rentner. "Ich betreibe schon seit 33 Jahren Motorsport. Aber ich bin immer noch aufgeregt. Es ist eine Herausforderung. Die Autos sind behäbiger als Formelwagen. Aber trotzdem haben sie Power und rutschen", analysiert der Brite Herbert nach den ersten Tests.

Die zehn Rennen (je 120 km) mit 24 identischen Autos starten im Winter im Mittleren Osten und in Asien. Auftakt ist im Januar 2008. Zweimal fahren die Stockcar-Asse sogar im Rahmenprogramm der Formel 1: bei den GP in Malaysia und Bahrain. Aber erste Demofahrten gab es in Bahrain schon am 3. November 2007. Die Speedcar-Pläne laufen über drei Jahre. Später soll es dann bis zu neun Events geben. Alle Rennwagen werden in der Basis-Werkstatt in Dubai vorbereitet. Die Scheichs dort machen auch das Geld locker. Insgesamt werden drei Millionen US-Dollar Preisgeld ausgeschüttet. Unterstützung hat die Speedcar-Serie auch von F1-Vermarkter Bernie Ecclestone. Mit seiner Firma Formula One Management (FOM) übernimmt er die TV-Produktion. "Damit bekommt die Speedcar-Serie eine Plattform für ihre Show, die sie verdient und um erfolgreich zu werden", sagt Ecclestone. Das kommt einem Ritterschlag gleich.

Das sagt Jean Alesi

Typisch amerikanisch: das Speedcar. Groß, leistungsstark, schwer und den NASCAR-Autos sehr ähnlich.

Der Franzose Jean Alesi fuhr von 1989 bis 2001 Formel 1 und von 2002 bis 2006 DTM (Mercedes). Er beantwortet die Fragen von AUTO BILD MOTORSPORT-Redakteurin Katrin Wolff.
AUTO BILD MOTORSPORT: Warum starten Sie in der Speedcar-Serie? Jean Alesi: Nach fünf Jahren in der anspruchsvollen DTM war mir klar, dass ich für 2007 kein Cockpit auf einem Top-Level mehr habe. Ich bin jetzt bereit für eine neue Herausforderung. Beim ersten Test hat das neue Auto so viel Spaß gemacht. Pures Fahren ohne elektronische Hilfe. Da können wir Piloten noch unsere Fähigkeiten demonstrieren.
Was ist besonders am Speedcar? Es ist schwer, groß, leistungsstark, rutschig und spaßig. Es erfordert viel Geschick und ist schwerer zu fahren als ein DTM-Wagen. Das Konzept des Autos ist sehr ähnlich zu den Stockcars in der NASCAR.
Werden noch mehr frühere F1-Fahrer in die Serie kommen?
Es sind ja schon viele Freunde von mir aus der Formel 1 dabei. Ich hoffe, es werden noch ein paar kommen. Aber ich denke, Michael Schumacher zählt nicht dazu.
Technische Daten
Typ Speedcar
Motor Acht-Zylinder-Sauger
Hubraum 6000 ccm
Leistung 620 PS bei 7500 U/min
Drehmoment 680 Nm
Gewicht 1200 kg (leer)
Getriebe 4-Gang manuell
Gangschaltung H-Schaltung
Topspeed ca. 280 km/h
Reifen Michelin
Speedcar-Renntermine
Datum Rennstrecke
26. Januar 2008 Dubai (VAE)
17. Februar 2008 Sentul (Indonesien)
22. März 2008 Sepang (Malaysia)
5. April 2008 Sakhir (Bahrain)
12. April 2008 Dubai (VAE)

Autor: Katrin Wolff

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