Spektakuläre Idee von FIA-Chef Mosley

Schumacher soll Minardi fahren

Spektakuläre Idee von FIA-Chef Mosley

— 09.10.2002

Schumacher soll Minardi fahren

FIA-Boss Max Mosley will die Formel 1 wieder spannender machen. Seine neueste Idee: Schumi soll Minardi fahren.

Jeder Pilot soll jedes Auto einmal fahren

Im Bemühen um mehr Spannung in der Formel-1-WM hat Max Mosley einen weiteren spektakulären Vorstoß unternommen. Der Präsident des Automobil-Weltverbandes (FIA) will den fünfmaligen Weltmeister Michael Schumacher, der mit Ferrari für die derzeitige Langeweile im PS-Zirkus verantwortlich gemacht wird, in einen Minardi setzen.

"Es spricht einiges dafür, dass jeder Pilot in einer Saison mal jedes Formel-1-Auto fährt", sagte Mosley in einem Interview mit der englischen Zeitung Daily Telegraph. Während Ferrari pro Jahr knapp 300 Millionen Euro investiert, muss Hinterbänkler Minardi mit etwa einem Zehntel davon ums Überleben kämpfen.

Ein Autotausch hätte laut Mosley einen großen Vorteil. "Dann würden wir nämlich wirklich sehen, wer die besten Rennfahrer und Teams wären", sagte der Brite. Wenn man die Formel 1 für die Fans interessanter machen wolle, so Mosley weiter, müsse man unbedingt ernsthaft über diese Idee nachdenken.

Top-Teams gegen Gewichtshandicap

Mosley und Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone sprechen sich angesichts der Ferrari-Dominanz in diesem Jahr schon seit geraumer Zeit für Regeländerungen aus. Die beiden mächtigen Männer des Automobilsports hatten zuletzt laut über ein Gewichtshandicap für überlegene Autos, weniger Elektronik, eine Limitierung der Veränderungen an den Boliden während einer Saison, einheitliche Reifen und ein Testverbot nachgedacht. Beide wollen am 28. Oktober ihre Vorschläge der Formel-1-Kommission unterbreiten, in der Vertreter aller Teams sitzen.

Doch beim Kampf gegen die "Formel Ferrari" scheiden sich die Geister, denn ausgerechnet die von Michael Schumacher zu Statisten degradierten Verfolger BMW-Williams und McLaren-Mercedes wehren sich gegen eine künstliche Bremse für die Scuderia. "Die liefern eine exzellente Arbeit ab. Es liegt an uns, diese Lücke zu schließen", wird McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh in der "Welt" zitiert.

Trotz aller Einwände will Mosley an seinen Plänen festhalten. "Ich bin sicher, dass die radikalen Reformen bei unserer nächsten Sitzung ganz oder zum Teil verabschiedet werden", sagte der Brite der italienischen Tageszeitung "Gazzetta dello Sport". Sein Freund, der mächtige Promoter Bernie Ecclestone, verteidigt den angedachten Regelkatalog ebenfalls: "Das ist keine Anti-Ferrari-Maßnahme. Ich denke an die Zuschauer. Ich will eine WM, in der sich die drei großen Teams einen spannenden Kampf liefern."

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.