Spekulationen um Premier Automotive Group

Spekulationen um Premier Automotive Group

— 28.05.2002

Verkauft Ford die Premium-Marken?

Bill Ford hlt den Verkauf von Aston Martin fr "berlegenswert" - aber der Konzern bremst. Wie lange noch?

Erst geht Reitzle, dann der Glanz?

Von Heinz Horrmann Verkauft Ford, der zweitgrte Automobilhersteller der Welt, seine Premium-Marken? Nach dem Rauswurf des beraus erfolgreichen Konzernchefs Jack Nasser erfolgte bekanntlich auch die Trennung von Wolfgang Reitzle, dem Chef der Premier Automotive Group (PAG) mit den Luxusmarken Jaguar, Aston Martin, Volvo und Land Rover.

Reitzle, designierter Vorstandschef bei der Linde AG, soll keinen finanziellen Handlungsspielraum mehr bekommen haben. William Clay ("Bill") Ford, der Vertreter der Familie, die 40 Prozent der Stimmrechte am Konzern hlt, hatte Reitzle bereits im Hinblick auf die Demontage der Luxusdivision ein Angebot fr die Fhrungsriege gemacht. Bekanntlich lehnte Reitzle ab.

Bill Ford, Chairman des traditionellen Automobilunternehmens, hat als eine seiner ersten Entscheidungen angewiesen, die Marke Lincoln wieder in die amerikanischen Ford-Strukturen zurckzufhren. Der Verkauf von Jaguar, Aston Martin, Volvo und Landrover kam erstmals ins Gesprch.

Ford-COO Nick Scheele, die Nummer zwei in der Konzernfhrung und fr das operative Tagesgeschft zustndig, scheint in seiner Meinung noch nicht festgelegt. Einmal wird er zitiert, die Edelmarken profitabel losschlagen zu wollen, dann wieder betont er, dass diese Produktionen zur Zukunftsplanung des Konzerns gehren. Auch Bill Ford hat den Verkauf, speziell von Aston Martin, als "berlegenswert" herausgestellt, um "sich wieder auf das Kerngeschft eines Volumenherstellers zurckzuziehen".

Bald nur noch Volumen-Hersteller

Offiziell werden Verkaufsabsichten der Premium-Marken noch dementiert. Unternehmenssprecher Wolfgang Riecke glaubt, dass dieser Bereich mittelfristig 30 Prozent des Ford-Profits ausmachen knnte: "Darum macht es keinen Sinn, davon abzurcken und die erfolgversprechenden Auto-Reihen zu veruern." Erst vor gut zwei Jahren waren Volvo und Landrover fr zusammen rund 13 Milliarden US-Dollar vom Ford-Konzern gekauft worden. Fr die bernahme Jaguars hatte es im eigenen Unternehmen Kritik gegeben.

Auch in den Jahren, als Nick Scheele Jaguar-Chef war, blieben die chaotischen Verhltnisse. Darber hatte sich Reitzle derart mokiert, dass allein schon deswegen eine Zusammenarbeit mit Scheele nicht denkbar war. Jetzt hat Ford endlich Jaguar im Griff, das Unternehmen ist auf Ford-Produktions-Methoden umgestellt und verwendet mehrheitlich Ford-Teile. So scheint es wenig Sinn zu machen, diese Marke ausgerechnet jetzt wieder abzustoen.

"Der Mann muss weg", sagte Bill (William) ber Jack Nasser, nach einem Quartalsverlust von 502 Mio. Dollar. Die selbe Formulierung hatte auch schon einmal Henry Ford II. verwandt und Lee Iacocca entlassen. Ob das alles logisch sei und Sinn mache, stellte Donald Peterson, einst Chairman, der seinen vorzeitigen Abschied nehmen musste, in Frage. Bei derart kurzfristigem Denken msse man stets mit allem rechnen. Entschliet sich Ford endgltig zum Verkauf, wrde es schwierig, finanzstarke Abnehmer fr die Edelmarken zu finden. Whrend deutsche Unternehmen bereits abwinken, knnte Toyota, auf der Suche nach einem europischen bernahmekandidaten die richtige Adresse sein.



Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen gnstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung