Spitzentreffen Ford und Toyota

Spitzentreffen Ford und Toyota

Spitzentreffen Ford und Toyota

— 27.12.2006

Hybride Gespräche?

Die Chefs von Ford und Toyota haben sich kurz vor Weihnachten in Tokio getroffen – und dabei bestimmt keine Truthahnrezepte ausgetauscht.

(dpa) Die Chefs des japanischen Autokonzerns Toyota und des angeschlagenen US-Konkurrenten Ford haben sich in Tokio zu Gesprächen getroffen. Ein Sprecher von Toyota-Sprecher bestätigte am Mittwoch (27. Dezember) das Treffen zwischen Fujio Cho (Toyota) und Alan Mulally (Ford), das in der Woche vor Weihnachten stattgefunden habe. Zum Inhalt der Unterredung machte Toyota allerdings keine Angaben. Ein Ford-Sprecher in Dearborn bestätigte ebenfalls, dass es Gespräche mit anderen Autobauern gebe. Er wollte aber weder zum Inhalt noch zu den beteiligten Unternehmen nähere Angaben machen.

Japanische Medien vermuten, dass die Konzernchefs von Ford und Toyota vor allem über eine mögliche verstärkte Zusammenarbeit bei umweltfreundlichen Technologien gesprochen haben. Allianzen in Sachen Hybridtechnik gibt es bereits zwischen anderen Autoherstellern, z.B. im Fall von DaimlerChrysler, BMW und General Motors. Der rasant wachsende Toyota-Konzern ist demnach besorgt über die Ertragskluft zwischen dem eigenen Unternehmen und seinen amerikanischen Rivalen und fürchtet, dass dies zu Handelsspannungen zwischen beiden Ländern führen könnte. Ein Übernahmeangebot der Japaner für den Ford-Konzern sei dagegen wenig wahrscheinlich, schrieb das "Wall Street Journal Europe" (27. Dezember) unter Berufung auf Branchenbeobachter.

Die Begegnung sei auf Initiative von Ford zustande gekommen, berichtete die japanische Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" (27.12.). Im Januar 2007 könne Ford-Chef Mulally zu einem Gegenbesuch nach Japan kommen, um sich mit Toyota-Managern zu treffe, hieß es. Dem "Wall Street Journal Europe" zufolge hatte es bereits Mitte Oktober 2006 erste Kontakte zwischen beiden Konzernen gegeben.

Die Toyota-Gruppe könnte 2007 möglicherweise den US-Konzern General Motors (GM) als größten Autobauer der Welt in Sachen Absatz und Produktion überholen. Toyota hat für 2007 ein Absatzziel von 9,34 Millionen Autos ausgegeben – das wären sechs Prozent mehr als für 2006 erwartet werden. Analysten sind der Meinung, dass es GM wegen der andauernden Umstrukturierungen im Konzern schwerfallen dürfte, seinen Absatz 2006 und 2007 deutlich zu steigern. 2005 hatte das Unternehmen 9,17 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. GM hält die Position als größter Automobilbauer der Welt seit 1931.

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