Von Andreas Rogotzki Große Augen, offener Mund und eine halbstarre Körperhaltung:
Porsche und Männer, das ist die Steigerung der Frauen-und-Schuhe-Problematik. Der kleine Unterschied besteht darin, dass so ein typischer 911er keine Schwielen und Blasen verursacht. Und selbst die Eingewöhnungsphase verläuft aufregend und voller Vorfreude auf eine lange Liebesbeziehung. Beim aktuellen Porsche-Umbau des schweizer Tuners
Sportec könnte die erste Verliebtheit aber durchhaus von holprigem Quertreiben geprägt sein. Der langjährige Porsche-Profi macht mit einer Leistungsteigerung auf 858
PS nämlich ein neues Fass in Sachen
Turbo-Tuning auf. Mehr
Leistung pflanzt derzeit kein Tuner in das Allrad-Biest aus Zuffenhausen.
Hochdrehzahlfester Sechzylinder

Im Rücken des SPR1 M toben 858 PS. Mehr geht derzeit nicht.
Herzstück des
Sportec SPR1 M ist der zum T80 M (hochdrehzahlfest) mutierte 3,6-Liter-Boxer mit Turboaufladung und 480 PS ab Werk. Sportec tauscht beanspruchte Teile wie Pleuelstangen mit verstärkten Ausführungen aus Titan. Die komplette Ansaugeinheit inklusive Ram Air und
Ladeluftkühler sind wesentlich leistungsstärker, und die beiden Serien-Lader müssen ihren Platz für zwei Hybrid-Turbolader räumen. Mit einem Knopfdruck werden die Klappen der leistungsorientierten Sportabgasanlage gesteuert. Der Antrieb über alle vier Räder erfolgt mit einem manuellen Sechsggang-Getriebe als Schaltstation. Ein 60/60-Sperrdifferenzial garantiert optimalen
Grip. Um die 858 PS beim Anfahren zu bändigen, kommt eine speziell dafür ausgelegte
Kupplung zum Einsatz. Laut Sportec donnert der stark modifizierte 911
Turbo in 3,0 Sekunden auf 100 km/h. Mit entsprechender Hochleistungsbereifung sind Geschwindigkeiten jenseits Tempo 380 möglich.
325 Millimeter breite Schlappen
Optisch sorgt die von Grund auf neu entwickelte Karosserie mit 911er-typischen Kurven freilich weiterhin für Aufsehen. Der Unterboden wurde wie die übrige Aerodynamik strömungsgünstig optimiert. 20 Zoll große Räder mit 325 Millimeter breiten Schlappen hocken in den hinteren Radhäusern, vorne sind Reifen mit einer 245 Millimeter breiten Lauffläche montiert. Das Cockpit des
Sportec SPR1 wird mittels Sicherheitszelle versteift – Leder, Alcantara und
Carbon schmücken Instrumententräger und Türverkleidungen. Bleibt die wohl schmerzlichste Tatsache zum SPR1 M – der Preis. Und der tut auch dem größten Porsche-Fan richtig weh: 917.000 Schweizer Franken (etwa 600.000 Euro) kostet der auf zehn Fahrzeuge limitierte Supersportler.
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