Sportler im Fahrspaßvergleich — 06.12.2011
1er macht's besonders gut
Keine Messmartyrien, kein Herumfalten an Rücksitzbänken, kein braves Entlangbeten am Journalistenlehrbuch. Hier geht es ausschließlich um Fahrspaß. Sieben Krawallmacher von BMW bis Lambo treten an.
Übersicht: Alle News und Tests zum Audi A6 und Porsche Cayenne
Audi A6 Avant Der A6 ist keiner, der dir das Rückgrat schrottreif sprintet. Vielmehr geht es ihm darum, einer zu sein, den man braucht, aber nicht nur deshalb haben will. Entsprechend große Mühe gibt er sich, seine Herkunft zu übertünchen. Die Adaptivlenkung schraubt die frontlastige Balance gerade, das Sportdifferenzial des Allradsystems rechnet Untersteuern weg, der V6 dreht so energisch wie er zieht, und hinten wird das leicht Selbstzünderige, was ihm vorn entfleucht, mal eben zum V8 umvertont. Wollig, wohlig, wollüstig. Ein Diesel fürs Herz? Leggins als Reizwäsche? Was es heutzutage nicht alles gibt.Porsche Cayenne Turbo Grotesker wirkt nur der Cayenne. Das, was er ist im Allgemeinen, und das, wie er es ist im ganz Speziellen. Es mag schnelle SUVs geben und einige, die in der Tat athletisch sind. Doch es gibt keinen wie ihn. Ein 911 hat mit der Zeit Konkurrenz bekommen, für ihn ist keine ernst zu nehmende in Sicht. X6 M? Wir sagten ernst zu nehmend. Carbonlounge, Powerdome am Horizont, im Hintergrund rauschen die Ladedruckwellen, aus der Burmester klimpert Pianissimo, während die Achtstufenautomatik nach und nach die Gänge serviert. Alles wirkt geschmackvoll und derart relaxt, dass man bei Vollgas urplötzlich das Gefühl bekommt, man hätte den gesamten Gourmettempel gerade über die Klippe gekickt.
Übersicht: Alle News und Tests zum Jaguar XKR-S und Mercedes CL 65 AMG
Mercedes CL 65 AMG Szenenwechsel, CL 65 AMG, der Auto gewordene Beweis dafür, dass sich selbst das Maximale noch steigern lässt. Alles an ihm wirkt so barock wie Jaguar in seinen finstersten Zeiten nicht, dazu gewollt verschwenderisch und derart ausladend, dass man die ganze Fuhre auch als Villa nach Vevey stellen könnte. Schön? Selten! Verantwortlich dafür: Designo. Hört sich schwer nach Bundesliga-Brasilianer an, meint aber diejenigen beim Daimler, die für Geld noch alles machen. Holzmöbel, Ledertapete, gern Ton in Ton und garniert mit güldener Inschrift, die, wenn sie das sein würde, wonach sie aussieht, das Zukunftssicherste am gesamten Auto wäre. Soll heißen …? Jawohl, bald werden die Zwölfzylinder endgültig in den Keller geräumt. Eine schlimme Vorstellung, aber eine unausweichliche. Okay, vernünftig dosiert ist der Sechsliter nie. Gerade in den kleinen Gängen, wo einem vor schierer Kraft immer wieder der Südflügel verrutscht, kommt man sich vor, als wolle man mit dem Vorschlaghammer ein Uhrwerk reparieren.
Alles zum Mini JCW
Mini Coupé JCW Ratzeputz auskosten lässt sich dagegen der Mini. Selbst als JCW ist er nur ein Drittel CL, vor allem dann jedoch die doppelte Gaudi. Kriegsbemalung, rotzfreches Auspuffbrabbeln und eine – formulieren wir es freundlich – etwas seltsame Coupé-Interpretation, die am Ende jedoch nichts anderes ist als der beste Grund, einfach nie mehr auszusteigen. Egal wie sie ihn anziehen, er will nur eines: Gassi gehen. Erst dieser unnachahmliche Dackelblick, dann beißt er dir in die Wade, zappelt, hopst, schnappt und wedelt – artgerechte Haltung vorausgesetzt – das Stummelschwänzchen. Wie sich das anfühlt? Bolzen Sie einen Flummi durchs Treppenhaus, stellen Sie sich vor, Sie säßen drin.Lamborghini Aventador Über den Lambo möchte man eigentlich dasselbe sagen, bloß dass man ihn auf Anhieb niemals duzen würde. Angst vorm schwarzen Mann? Um ehrlich zu sein: ein bisschen. Ein Körper, besetzt mit Polygonen, dazu Scherentüren und dieser bitterböse Blick. Gotham-City auf Tournee durch die fränkische Provinz. Aufsehen? Erregend. Ein Auto, konstruiert von den Machern des Todessterns, erschaffen irgendwo unter Sant'Agata und verkauft an jene, die immer Darth Vader sein wollten, später dann aber doch lieber reich geworden sind. Man sitzt tief, Auge in Auge mit den Schmutzlappen Vorausfahrender, inmitten eines Monocoques aus Kohlefaser. Instrumente sind nur virtuell Realität, der Startknopf verschanzt sich unter einer Schutzklappe, wie sie in Hollywoodstreifen gern die Vernichtung unseres Planeten verhindert, und im Kreuz, wo bei uns Kassenpatienten höchstens der Nachwuchs tobt, wütet ein Zwölfzylinder mit glatt 700 PS.
Übersicht: Alle News und Tests zum Lamborghini Aventador und BMW 1er M
BMW 1er M Coupé Ins Herz trifft dennoch ein anderer. Er ist der, der nur das macht, was er hier und heute soll. Keine lederbezogenen Aschenbecher, keine überfüllten Drehmomentkübel, kein Designfirlefanz, der gleich ganze Dörfer zusammentrommelt. Motto: Nur wir beide. Waldstück, ein paar Serpentinen, eine blinde Links, die ausgangs etwas hängt, zwei, drei schnelle Wechsel, damit sich gleich mal die Hüfte lockerdriftet, dazu eine Kuppe fürs Serotonin und vielleicht ein Tunnel, um all den schmutzigen Details zu lauschen, die der Reihensechser so durch die Röhrchen haucht. Erinnern Sie sich noch an den 2002 turbo? Der, der einst mit Spiegelverkehrtschriftzug in die Ölkrise platzte? Der 1er M ist die sozialverträgliche Fortsetzung davon. Die kleinen aber feinen Details unserer Spaß-Kandidaten erfahren Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Vergleich mit allen Daten und Tabellen lesen Sie als Download im Heftarchiv .
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Kommentare zum Artikel (59)
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Zitat Nebelbewohner: "Kein Land kann sich auf Dauer Dummköpfe leisten."
Welch ein Irrtum. Es ist die essentielle Grundbedingung für Deutschlands wirtschaftliche Führungsrolle.
also ich mag den a6 kombi, man kann hinten drin schön den hund vergewaltigen
Die apolitischen Proleten diskutieren wieder darüber welchen Wagen sie nehmen würden, von Revolutionen, und welche Kutsche 0.2 Sekunden schneller ist als die andere. Zur selben Zeit kämpft Europa ums wirtschaftliche Überleben und Afrika ums nackte Leben. Kein Land kann sich auf Dauer Dummköpfe leisten.
BMW beste. 2020 ich kaufe.
mein Verfolgungswahn bezüglich Audi ist konkurrenzlos+.
P.S.: Ich werde irgendwann einen BMW besitzen, ihr Flaschen.