Sportliche Geländewagen

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Sportliche Geländewagen

— 07.05.2002

Oberklasse fürs Unterholz

VW, Porsche und Volvo drängen im Herbst mit sportlichen Geländewagen auf den Markt. Audi wird nachziehen, ein Boom in Krisenzeiten.

VW Touareg greift im Gelände an

Von Thomas Imhof Die Zeiten stehen günstig für die unter dem Kürzel SUV (Sport Utility Vehicle) geführten Geländefahrzeuge mit sportivem Touch. Bestes Beispiel ist die M-Klasse von Mercedes, die seit dem Facelifting im vergangenen Sommer und der Einführung der neuen Motorvarianten ML 400 CDI und ML 500 so gefragt ist wie nie: Vor allem die Diesel sind begehrt und machen zurzeit 84 Prozent des deutschen Absatzvolumens aus. Den Erzrivalen BMW X5 haben die Stuttgarter hier zu Lande abgehängt.

Diesen Boom, der längst nicht mehr nur eine amerikanische Manie ist, nutzt nun auch Volkswagen mit dem neuen Touareg. Der nach einem wanderfreudigen Wüstenstamm benannte, 4,75 Meter lange Allrader ist nach Passat W8 und Phaeton der dritte Pfeiler der Volkswagen-Oberklasse-Offensive. Auf der Straße wie im Gelände, so tönt es vollmundig aus Niedersachsen, sei der Wüstenfuchs der Konkurrenz aus Stuttgart und München deutlich überlegen. Daher gelte als Benchmark auch kein Geringerer als der neue Range Rover.

Speziell wenn es um die (seltene) Drecksarbeit geht, soll der mit bis zu 300 Millimeter Bodenfreiheit und 585 Millimeter Wattiefe gesegnete SUV aus Wolfsburg M-Klasse und X5 das Wasser abgraben. Die Motorkraft wird über ein Verteilergetriebe mit Geländeuntersetzung sowie insgesamt drei sperrbaren Differenzialen an die Antriebsachsen weitergeleitet. Je nach Zustand der Unterlage können bis zu 100 Prozent Vortrieb auf einer Achse konzentriert werden.

313-PS Phaeton-Motor im Touareg

Auf Autobahnen und Highways dagegen sollen die vom Phaeton übernommene Luftfederung (Serie ab V8) und eine kontinuierliche Dämpferregelung für limousinenartigen Fahrkomfort sorgen. Bei Modellen mit Luftfederung senkt sich der Aufbau ab 125 km/h sogar automatisch um 25 Millimeter ab, was ein wenig Sprit sparen dürfte. Wer will, kann per Drehregler von der Mittelkonsole die Bodenfreiheit und den Allrad-Modus variieren.

Im qualitativ hochwertig anmutenden Innenraum erinnern Lenkrad, Automatikwählhebel, Instrumente und Türverkleidungen an die Phaeton-Limousine. Etwas rustikaler, aber zum Image des Fahrzeugs passend, wirken die massigen Drehregler für die Klimaautomatik, der Allrad-Modus und die Einstellung der Bodenfreiheit. Platz ist für fünf und minimal 555 Liter Gepäck und mit einer Zuglast von 3,5 Tonnen steht der Fahrt zum Pferderennplatz auch nichts im Wege.

Zum Debüt im November 2002 bietet Volkswagen den Nomaden der Großstadt zunächst mit dem dann wohl auch im Phaeton verfügbaren V-10-TDI an, der dank Bi-Turbo-Aufladung aus fünf Liter Hubraum 230 kW (313 PS) und ein monumentales Drehmoment von 750 Newtonmeter schöpft. Neben diesem stärksten Pkw-Diesel der Welt wirkt der 3,2-Liter-V6 mit 220 PS und 305 Nm geradezu schwächlich. Anfang 2003 ergänzen ein Fünfzylinder-TDI (174 PS) und der 4,2-Liter-V8 das Angebot; bis zum Herbst 2003 soll auch der W12 einsatzbereit sein.

Preis-Spitzenplatz für den Porsche Cayenne

Nahezu zeitgleich erscheint auch der Porsche Cayenne, mit dem sich der Touareg die Rohkarosserie sowie einige Fahrwerks- und Elektronikkomponenten teilt. Die Preisunterschiede zwischen dem als geländetauglichen Sportwagen positionierten Porsche - dem ersten Viertürer in der Geschichte der Marke - und dem freizeitorientierten Alleskönner Touareg sind allerdings enorm: So steht der mit zwei bärenstarken V8 (340 und 450 PS stark) ausgerüstete Cayenne mit gepfefferten 75.000 bis 100.000 Euro in den Listen, während sich der Volkskrabbler mit Kursen ab 42.500 Euro eng am bislang Klassenbesten, der M-Klasse, orientiert.

Zur Jahreswende komplettiert der elegante Volvo XC 90 das Trio der SUV-Neulinge. Der Schwede wendet sich an die Klientel des BMW X5 oder des Lexus RX 300. Wunder im Gelände sind von ihm also nicht zu erwarten. Dass man als Premiummarke heute zwingend ein Cross-over-Modell aus Kombi und Geländewagen im Angebot haben muss, hat mittlerweile übrigens auch Audi realisiert.

Klar, der A6 allroad quattro ist ein famoses Auto, doch sind die Amerikaner bekanntlich regelrecht narrisch auf hochbauende SUV. Daher arbeitet man in Ingolstadt jetzt fieberhaft an einem Touareg-Pendant. Als Basis dient die noch unter dem VW-Markenzeichen Anfang des Jahres in Detroit gezeigte Studie "Magellan".

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