Sportwagen von Saker: Saker GT im Tracktest

Saker GT Saker GT

Sportwagen von Saker: Saker GT im Tracktest

— 30.09.2010

Das schnelle Schnäppchen

Dank robuster Technik und schnittigem Aussehen will die niederländische Firma Saker mit ihrem Discount-Renner die Sportwagen-Szene erobern. AUTO BILD MOTORSPORT hat den 275-PS-GT getestet.

Der Sitz ist wie beim Zahnarzt, ich liege fast in diesem Auto. Die Schultern sind nur wenige Zentimeter höher gelagert als die rot abgeklebte Schaumstoffschale. Die Windschutzscheibe ist schmal, wölbt sich seitlich um mich herum, endet an den Seitenscheiben der Flügeltüren. Ein Gefühl wie unter der Glaskuppel eines Segelflugzeugs. Das vordere Ende des Autos sehe ich nicht. Wie ein Strudel rauschen der hohe Fangzaun am Streckenrand und die Leitplanken an mir vorbei. Mit 220 km/h jage ich die lange Parabolika-Kurve in Hockenheim runter, auf die enge Spitzkehre zu. Hinter mir das typische Prasseln eines Boxer-Motors.

Hier rauscht der Rallye-Mini heran: Mini Countryman WRC

Der Motor des Saker leistet 275 PS bei 6300 Umdrehungen pro Minute.

Hört sich an wie eine Mischung aus getuntem Käfer und Porsche. Tatsächlich leistet im Heck dieser Flunder ein 2,0-Liter-Turbo von Su­baru bis zu 275 PS. Mit einem deutlich hörbaren Seufzer bläst dessen Bypassventil am Turbolader die bereits verdichtete Luft ins Freie, wenn ich schlagartig vom Gas gehe. Den kleinen silbernen Schaltstick ziehe ich vom fünften und höchsten Gang zurück in den vierten. Ich drücke meinen rechten Fuß voll gegen das Bremspedal. Beim Einkuppeln quietschen die Hinterreifen kurz, weiter geht's, runter in den dritten Gang. Einlenken. Der Saker GT genannte Sportwagen schiebt erst über die Vorderreifen, dann schön neutral über beide Achsen zum kurvenäußeren Rand. Sachte Gas wegnehmen, schon folgt die Flunder wieder artig meinen Lenkbefehlen. Das Prasseln des Motors wird wieder lauter, mit bereits früh anliegender Drehmoment-Fülle zieht er geschmeidig raus auf die Gerade. Was ich hier über den Hockenheimring scheuche, ist ein ziemlich schnelles Schnäppchen aus den Niederlanden.

Der Discount-Renner kostet 55871 Euro

ABMS-Redakteur Martin Westerhoff testete den holländischen Sportwagen.

Geheiligt sei, was günstig macht, so das Grundprinzip des Saker. Inklusive deutschem Mehrwertsteuersatz kostet der Discount-Renner 55. 871 Euro. Zum Vergleich: für einen aktuellen Subaru Impreza WRX STi Sport für die Straße verlangt Su­baru 50. 500 Euro. "Wir wollen unseren Kunden vor allem einen Rennwagen bieten, der günstige Folgekosten verursacht, Motorsport so erschwinglich macht", erklärt Johan Kraan (39), einer der beiden Firmenbosse von Saker Racing. In der 40.000-Einwohner-Gemeinde Etten-Leur, einem Vorort von Breda, entstehen Rennwagen nach alter Schule: Gitterrohrrahmen als tragende Struktur, innen mit Aluminium beplankt, außen mit einer dreiteiligen Karosserie aus Fronthaube, Cockpit und Heckverkleidung. "Das Auto könnte leichter gebaut sein, auch mehr Leistung haben", gibt Kraan zu. "Aber wir wollten alles so robust und langlebig wie möglich konstruieren." Eine Frontpartie, gebaut aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), "kostet 660 Euro", rechnet der Niederländer vor. "Aber nach normalen Rennunfällen kann sie fast jeder einfach selbst reparieren" – mit Glasfasermatten und Polyesterharz aus dem Baumarkt um die Ecke. Meine Fahrt endet. Aber der Saker bleibt – im Angebot.
Autor:

Martin Westerhoff

Fazit

Der Saker GT bietet erstaunlich viel Fahrspaß für sein Geld. Ein Radical SR3 kostet beispielsweise über 32 000 Euro mehr. Komponenten wie Bremsanlage oder Stoßdämpfer liefern namhafte Hersteller. Der Kunde darf allerdings kein Hightech erwarten.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.