WEC

Sportwagen-WM: Heimsieg für Porsche

— 31.08.2015

Triumph auf dem Nürburgring

Sieg beim deutschen Lauf der Sportwagen-WM WEC für Porsche. Mark Webber, Timo Bernhard und Brendon Hartley gewann das 6h-Rennen in der Eifel.

Die diesjährige Le-Mans-Siegertruppe von Porsche hat auch das erste Rennen der Langstrecken-WM (WEC) auf dem Nürburgring mit einem großen Triumph abgeschlossen. Mark Webber, Timo Bernhard und Brendon Hartley feierten ihren ersten WEC-Gesamtsieg vor den Markenkollegen Marc Lieb, Neel Jani und Romain Dumas. In der GTE-Pro-Klasse gab es ebenfalls einen Doppelerfolg für Zuffenhausen: Michael Christensen und Richard Lietz gewannen die Klasse vor dem Schwesterauto mit Fred Makowiecki und Patrick Pilet. Bei viel Sonne und prall gefüllten Tribünen (62.000 Fans am Wochenende) war Porsche vom Start weg dominant. Zunächst konnte Neel Jani die Pole-Position in eine Führung umsetzen, diese dann sogar recht schnell ausbauen. Timo Bernhard hatte im Schwesterauto zunächst einige Mühe, weil sich an der Front ein Aerodynamikteil verabschiedet hatte.

Jubel bei Mark Webber

Großer Jubel am Nürburgring: Mark Webber gelang mit Porsche der Sieg beim WEC-Lauf in der Eifel

Der Tausch der Nase beim ersten Stopp sollte aber das einzige Problem des siegreichen Trios bleiben. "Wir wussten, dass unser Auto schnell ist. Es ging also darum, sich aus allem herauszuhalten", nannte Hartley nach dem Sieg das Erfolgsrezept. Mark Webber fuhr den Erfolg nach Hause, gab dabei aber viel Gas. "Ich wollte konzentriert bleiben", erklärte der EX-F1-Star. "Endlich hat es geklappt, nachdem wir 2014 so oft nahe dran waren." An der Spitze hatte der Porsche #18 zunächst ausreichend Luft, aber dann stolperten Jani/Lieb/Dumas über ungewöhnliche Probleme. Ein Sensor gaukelte der Porsche-Elektronik falsche Verbrauchswerte vor. Die Konsequenz: Der 919 Hybrid #18 verbrauchte zu viel.

Zuerst setzte es eine Fünf-Sekunden-Strafe, dann musste man 30 Sekunden in der Box stehen, beim dritten Mal sogar eine volle Minute. Die Chancen auf einen Sieg waren damit dahin, immerhin Platz zwei hinter dem Schwesterauto wurde es aber trotzdem – auch, weil Porsche mit dem neuen Aeropaket für mehr Abtrieb schneller als die Audis war. Toyota konnte das Tempo der deutschen Hersteller überhaupt nicht mitgehen. Dass Jani/Dumas/Lieb trotz der Strafen noch Rang zwei erreichten, war ergo eine Konsequenz aus Tempo und Taktik. Erfolgreich wehrte Porsche die Angriffe von Ben Treluyer (Audi #7) und Lucas di Grassi (Audi #8) ab. Marc Lieb, der auf dem Nürburgring beeindruckend stark unterwegs war, brachte den zweiten Platz somit über die Linie.

Audi weiterhin vorne

In der Gesamtwertung liegt Audi weiter vorne, doch Porsches Top-Trio kommt immer näher

Audi hingegen zog kurz vor dem Ende das Auto von Fässler/Treluyer/Lotterer auf Rang drei, damit die WM-Führenden viele Punkte holen. "Danke an die Kollegen, die uns geholfen haben. Man konnte sehen, dass wir nicht schnell genug waren", sagte Lotterer. "Zur Mitte des Rennens konnten wir phasenweise gut mithalten, aber am Ende gab es heftiges Untersteuern. Es ist klar, dass wir ein paar Hausaufgaben erledigen müssen." In der Gesamtwertung haben Lotterer/Treluyer/Fässler mit 95 Punkten immer noch recht deutlichen Vorsprung vor den beiden Porsche-Trios Webber/Bernhard/Hartley (78) und Lieb/Jani/Dumas (76). In der Herstellerwertung hat Porsche seine Führung weiter ausbauen können. Nach dem Rennen am Nürburgring folgen nun noch vier WEC-Läufe in Übersee. Die nächste Station lautet Austin. Am 19. September fährt die WEC ihr 6-Stunden-Rennen in Texas.

Ergebnis Rennen
1. Bernhard/Hartley/Webber (Porsche) 203 Runden
2. Dumas/Jani/Lieb (Porsche) –1 Rd.
3. Fässler/Lotterer/Tréluyer (Audi R18 e-tron quattro) –1 Rd.
4. Di Grassi/Duval/Jarvis (Audi R18 e-tron quattro) –1 Rd.
5. Buemi/Davidson/Nakajima (Toyota) –3 Rd.
6. Conway/Sarrazin/Wurz (Toyota) –4 Rd.
7. Bradley/Howson/Tandy (Oreca) –18 Rd.
8. Bird/Canal/Rusinov (Ligier) –18 Rd.
9. Derani/Gonzalez/Yacaman (Ligier) –19 Rd.
10. Hamilton/Ragues/Webb (Morgan) –19 Rd
Fotos: Picture-Alliance

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