Spritpreis-Bilanz 2012

— 28.12.2012

2012 teuerstes Tankjahr aller Zeiten

Sprit war im Jahr 2012 so teuer wie noch nie, die Preise änderten sich täglich. Andernfalls wäre das Geschäft nicht kostendeckend gewesen, argumentiert Aral.



(dpa) Die Preise an den Tankstellen ändern sich mittlerweile an jedem Tag. Im laufenden Jahr 2013 gab es an 361 Tagen eine Preissenkung und eine Preiserhöhung, teilte der Tankstellenkonzern Aral am 28. Dezember 2012 in Bochum mit. Auch das Ausmaß der Preisveränderungen ist so ausgeprägt wie noch nie: Es lag bei 4,3 Cent je Liter – im Durchschnitt. "Ohne die Erhöhungsversuche hätte das Tankstellengeschäft nicht kostendeckend betrieben werden können", heißt es in der Aral-Mitteilung. Der Durchschnittspreis für einen Liter Superbenzin der meistgetankten Sorte E5 betrug im Aral-Netz 1,643 Euro, für Diesel 1,49 Euro. Damit übertrifft 2012 das Vorjahr und ist teuerstes Tankjahr aller Zeiten; die Durchschnittspreise lagen um sieben bis acht Cent höher als vor einem Jahr. Als einen Grund nennt Aral den hohen Rohölpreis. In Dollar war Rohöl 2012 im Durchschnitt kaum teurer als im Jahr zuvor. Umgerechnet kostete ein Barrel (159 Liter) jedoch 87 Euro und damit acht Euro mehr als 2011 und so viel wie noch nie.

Es gibt Hoffnung: Transparenzstelle soll Spritpreise senken

Nach Berechnungen des Hamburger Energie-Informationsdienstes EID konnten die Konzerne 2012 zudem ihre Gewinnmargen ausbauen. Sie verdienten mit Verarbeitung und Vertrieb 10 bis 15 Euro je Tonne. Das wäre für die gesamte deutsche Mineralölindustrie ein Vorsteuergewinn von 1,0 bis 1,5 Milliarden Euro und damit laut EID das beste Ergebnis seit 2008. Das hört sich viel an, ist aber nicht besonders üppig verglichen mit den Gewinnen beim Aufsuchen und der Förderung von Öl oder in der deutschen Chemieindustrie.

Übersicht: Die aktuellen Spritpreise

Pro Liter Benzin beträgt der Gewinn ein bis zwei Cent. Das Auf und Ab der Tankstellenpreise hat einen extrem hektischen Rhythmus erreicht, der sich kaum noch steigern kann. Noch vor zehn Jahren gab es lediglich an 73 Tagen Preiserhöhungen, also ein bis zwei Mal pro Woche. Die Branche erklärt das mit einem intensiven Wettbewerb, Kritiker sprechen von einer Verwirrungstaktik der Mineralölkonzerne zur Gewinnmaximierung. Von vielen Autofahrern werden die häufigen Preisveränderungen als Ärgernis empfunden.

Mehr Informationen: Öl-Großhandel im Visier des Kartellamts

Gegenwärtig bereitet das Bundeskartellamt den Aufbau einer Preismeldestelle vor, die eventuell im Sommer oder im Herbst 2013 ihre Arbeit aufnehmen wird. Völlig offen ist, ob diese Meldestelle, die alle Autofahrer mit aktuellen und korrekten quasi amtlichen Preisdaten versorgen soll, den Preiswettbewerb eher dämpft oder nochmals anheizt. Dazu liegen keine Erfahrungen vor. "Wir sehen durch die Markttransparenzstelle auf jeden Fall Vorteile für den Verbraucher", sagte Andreas Hölzel vom ADAC in München. Durch informierte Verbraucher könne sich der Wettbewerb auf dem Benzinmarkt verbessern und damit auch das Preisniveau insgesamt im Zaum gehalten werden.

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