steigende Spritpreise

Spritpreise: ADAC warnt Ölkonzerne

— 29.03.2012

"Weitere Preiserhöhung wäre unanständig"

Der ADAC warnt die Mineralölkonzerne davor, die Spritpreise vor Ostern nochmals zu erhöhen. "Angesichts der aktuellen Lage wären zusätzliche Preisaufschläge geradezu unanständig", so ADAC-Präsident Peter Meyer.

(dpa) Aktuell verharren die Spritpreise weiter auf Rekordniveau. Nach Berechnungen des ADAC kostet der Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt derzeit 1,660 Euro und damit so viel wie bereits in der Vorwoche. Diesel wurde ein klein wenig billiger und kostet derzeit 1,528 Euro je Liter. Die Erfahrungen zeigten aber, dass vor Ferienbeginn wie vor Ostern die Preise oft ein weiteres Mal anzögen. "Angesichts der aktuellen Lage wären zusätzliche Preisaufschläge geradezu unanständig", so ADAC-Präsident Peter Meyer. Der Präsident des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer (bdo), Wolfgang Steinbrück findet: "Die Tankstelle darf nicht zum Börsenparkett der mobilen Menschen werden". Gerade Busse und Lastwagen tankten pro Füllung große Mengen. "Schwankt der Preis an der Zapfsäule dann um mehr als zehn Cent, summieren sich die Mehrkosten schnell auf 50 Euro pro Tankfüllung."

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Die Beschränkung auf eine tägliche Preisrunde würde dies verhindern, glaubt Steinbrück. In Österreich gibt es eine solche Regel, in Australien müssen Erhöhungen 24 Stunden vorher angekündigt werden.    Die Mineralöl-Konzerne weisen in der Debatte stets daraufhin, dass solche Regeln im Ausland allerdings nicht zu sinkenden Preisen geführt hätten. Die großen Schwankungen in Deutschland seien zudem eine Folge des scharfen Wettbewerbs und Preiskampfes an Tankstellen hierzulande. Schützenhilfe bekommen die Branchenriesen wie Aral, Shell oder Esso von ihren kleinen Konkurrenten: Die freien Tankstellen wehren sich gegen staatliche Eingriffe in die Preisbildung und sind gegen eine gesetzliche "Preiserhöhungsbremse".

Spritpreis-Studie: So kassieren die Raffinerien ab

Der Geschäftsführer des Branchenverbandes MEW Mittelständische Energiewirtschaft Deutschland, Steffen Dagger, sagte, es bestehe die Gefahr, dass große Anbieter mit staatlichem Segen am Vortag Preise für ihre Tankstellen festlegen, die unterhalb der Kostendeckung oder gar unterhalb der Einstandspreise der freien Tankstellen liegen. Damit könnten die Großen die freien Tankstellen dann endgültig den Garaus machen. Die hohen Spritpreise sind am Freitag (30. März 2012) auch Thema im Bundesrat. Thüringen fordert eine Preisbremse, um den enormen Preisschwankungen bei Benzin und Diesel Einhalt zu gebieten.

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