Spritsparen durch Reifendruck

Falscher Reifendruck Falscher Reifendruck

Spritsparen durch Reifendruck

— 22.08.2008

Das wird teuer

Jeder dritte Autofahrer fährt mit zu wenig Luft im Gummi – das fand AUTO BILD bei Stichproben heraus. Sinkt der Reifendruck, steigt der Spritverbrauch um bis zu zehn Prozent an.

Klar wollen wir alle Kraftstoff sparen – kein Wunder bei den Preisen. Trotzdem halten sich viele Autofahrer nicht mal an die einfachste aller Spar-Regeln: einen korrekten Reifendruck. Jeder dritte Pkw fährt mit zu wenig Luft im Gummi – das fanden wir bei Stichproben an Hamburger Tankstellen heraus. Jeder Dritte riskiert also einen Reifenplatzer, erhöhten Verschleiß und nimmt Mehrverbrauch in Kauf. Und zwar eine ganze Menge, wie wir bei Testfahrten im Contidrom, einen Reifentestgelände bei Hannover, herausfanden.

Reifendruck alle 14 Tage kontrollieren

Gammel: Oxidiert das Aluminium am Felgenhorn, wird es undicht – Luft entweicht.

Unser Testwagen, ein Golf V 1.4, musste mit unterschiedlichen Reifendrücken seine Runden im Testoval ziehen. Ergebnis: Der Durchschnitts-Verbrauch stieg um rund zehn Prozent. In Zahlen: Wird mit 0,8 Bar Druck statt der vorgeschriebenen 2,0 Bar gefahren, steigt der Verbrauch um 0,71 Liter pro 100 Kilometer. Klare Empfehlung deshalb: Reifendruck regelmäßig kontrollieren – spätestens alle 14 Tage – und leicht erhöhen. 0,5 Bar über der Werksangabe bringen eine Ersparnis von 0,14 Litern. Das sind immerhin zwei Prozent. Doch Vorsicht: Spätestens bei 0,5 Bar über Werksangabe ist Schluss. Die Dämpfung der Reifen fällt weg, das Auto fühlt sich knallhart an, das Fahrverhalten verschlechtert sich, Verschleiß an Reifen und Fahrwerksteilen nehmen zu, teure Reparaturen drohen. Zu viele Nachteile, um durch den eingesparten Kraftstoff aufgehoben zu werden. Auch eine Füllung mit Reifengas, meistens Stickstoff, sollten Sie sich sparen. Sie kostet drei bis fünf Euro, bringt für den Verbrauch aber nichts. Wie auch? Normale, kostenlose Luft besteht bereits zu 78 Prozent aus Stickstoff.

Tipp von AUTO BILD-Redakteur Bernd Volkens

Ein Reifendruckkontrollsystem nachzurüsten ist sinnvoll. Selbst Wartungsmuffel werden so rechtzeitig auf einen schleichenden Plattfuß aufmerksam gemacht – der Verbrauch und Sicherheit negativ beeinflusst. Und das Gute: Die meisten Systeme lassen sich bei einem Autoverkauf problemlos aus- und in den neuen Wagen wieder einbauen.

So haben wir getestet

Nicht im öffentlichen Straßenverkehr, auf dem Testoval von Continental bei Hannover wurden die Testfahrten mit einem Golf V 1.4 durchgeführt. Die Vorteile: kein Verkehr, gleichmäßige Fahrbedingungen – nur so sind vergleichbare Verbrauchsmessungen möglich. Dafür statteten wir den Golf mit einem geeichten Durchflussmengenmessgerät aus. Der Reifendruck wurde bei kalten Reifen gemessen, exakt eingestellt und kontrolliert. Die Ergebnisse sehen Sie oben in unserer Bildergalerie.

Autor: Bernd Volkens

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