Spritverbrauch zu hoch: Häufige Ursachen

Spritverbrauch zu hoch: Ursachen

— 09.05.2016

Wenn der Motor säuft

Steigt der Spritverbrauch des Motors, könnte ein Defekt vorliegen. Die Suche nach dem Schaden ist oft langwierig. AUTO BILD nennt die wichtigsten Ursachen für erhöhten Kraftstoffverbrauch.

Voll beladen plus schlechte Aerodynamik – so kann der Verbrauch um über 50 Prozent steigen.

Der Verbrauch eines Verbrenners hängt von vielen Faktoren ab. Entsprechend kann sich der Spritverbrauch verändern, mal höher und mal niedriger liegen, ohne dass ein Defekt vorliegt. Beladen oder leer, Kurz- oder Langstrecke, Sommer oder Winter, all das hat Einfluss auf den Spritverbrauch. Das betrifft Benziner wie Diesel, auch wenn der Kraftstoffkonsum von Ottomotoren absolut betrachtet größeren Schwankungen unterliegt als der von Dieselmotoren. Schließlich hat der Fahrer die Sache auch selbst in der Hand, besser gesagt im Fuß. Denn die Fahrweise ist einer der wichtigsten Faktoren, wenn es um den Kraftstoffverbrauch des Autos geht. Hier lässt sich auch am schnellsten korrigierend ansetzen, um den Verbrauch zu senken.
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Anders, wenn ein Defekt als Ursache für erhöhten Kraftstoffverbrauch vorliegt. Die Suche kann sich sehr schwierig gestalten. Ab wann tatsächlich ein Defekt für erhöhten Spritverbrauch verantwortlich ist, lässt sich anhand der Höhe des Mehrverbrauches übrigens nicht bestimmen. So kann der Verbrauch nur ein paar Prozent abweichen und damit kaum auffallen, oder auch gravierend sein und doppelt so hoch wie gewöhnlich liegen. Auffällig wird es meist, wenn sich an den üblichen Parametern nichts ändert. Selbe Strecke, gleiches Verkehrsaufkommen, gleicher Fahrer und gleiche Fahrweise – und dennoch steigt der Verbrauch. Ist das der Fall, sollte man der Ursache auf den Grund gehen.
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Das können Sie selbst überprüfen

Ein zu niedriger Reifendruck sorgt für bis zu 30 Prozent Mehrverbrauch. Beim Luftdruck besser leicht über der Werksangabe bleiben. Das spart Sprit.

Bevor man sich mit dem Auto in die Werkstatt begibt, lassen sich eine Reihe von Dingen selbst prüfen, die als Ursache für erhöhten Verbrauch infrage kommen. Dazu gehört die Kontrolle des Reifendrucks. Ist der deutlich niedriger, eventuell gleich bei mehreren Reifen, ist die Ursachensuche schnell abgeschlossen. Bis zu 30 Prozent Mehrverbrauch sind durch zu niedrigen Luftdruck möglich. Tipp: Reifendruck regelmäßig kontrollieren. Dazu können die Reifen stärker aufgepumpt werden, maximal 0,5 Bar über die Werksangabe hinaus. Der dadurch verringerte Rollwiderstand senkt den Kraftstoffverbrauch. Eine ebenso wichtige Rolle spielt der Luftwiderstand. Das zeigt sich etwa bei der Nutzung einer Dachbox, die allerdings selten auf dem Auto vergessen wird und nach dem Skiurlaub pünktlich wieder beim Verleiher landet. Anders bei losen Verkleidungsteilen, die sich – schlecht erkennbar – unter dem Fahrzeug oder in den Radhäusern gelöst haben. Die losen Teile können den Luftwiderstand insbesondere bei Landstraßen- und Autobahnfahrten erheblich verschlechtern und damit den Verbrauch in die Höhe treiben. Schneller prüfen lässt sich meist der Zustand des Luftfilters. Ist der verdreckt, erschwert der reduzierte Luftdurchsatz die Arbeit des Motors. Das optimale Kraftstoffgemisch kann kaum hergestellt werden, was den Spritdurst in die Höhe treibt.

Mechanische Ursachen für erhöhten Spritverbrauch

Defekte Bremskolben können für eine festsitzende Bremse sorgen. Der Schaden muss umgehend durch eine Werkstatt behoben werden.

Generell kann jedes Lager, das für den Freilauf von Motor- und Getriebewellen verantwortlich ist, durch einen erhöhten Widerstand zum Mehrverbrauch beitragen. Ist der Widerstand allerdings so stark, dass es sich merklich auf den Verbrauch niederschlägt, hat sich der Defekt meist bereits durch eine deutlich veränderte Geräuschkulisse (Mahl- und Schleifgeräusche, in Abhängigkeit von Gangwahl und Drehzahl) angekündigt. Das gleiche gilt für die Radlager der Räder. Hier kündigen sich die Geräusche anfangs nur bei Belastung der defekten Seite an (bei forcierter Kurvenfahrt im Leerlauf am besten erkennbar). Anders ist es bei "hängenden" Bremsen, die sich oft nicht so schnell bemerkbar machen. Der Freilauf der Bremsen lässt sich jedoch überprüfen, indem man den Wagen aus geringer Geschwindigkeit ausrollen lässt. Stoppt das Auto ruckartig, ist dies ein Indiz für einen festsitzenden Bremskolben. An welchem Rad die Bremse festsitzt, kann eventuell durch Fühlen der Felgentemperatur ermittelt werden. Häufig ist das Rad mit der festsitzenden Bremse spürbar wärmer als die übrigen Felgen. Endgültige Gewissheit bringt der Dreh am Rad auf der Hebebühne. Bei Scheibenbremsen ist eventuell der ständig anliegende Bremsklotz sichtbar. In diesem Fall sollte das Fahrzeug umgehend in eine Werkstatt gebracht werden.

Kaputte Nebenaggregate kosten Kraft

Der Betrieb von schwergängigen Nebenaggregaten wie dem Klimakompressor oder der Lichtmaschine (Bild) kostet den Motor zusätzliche Kraft.

Auch defekte Nebenaggregate können für einen angestiegenen Spritverbrauch verantwortlich sein, etwa ein defekter Klimakompressor. Mit dem Einschalten wird der Kompressor mittels einer Magnetkupplung über den Keilriemen in Gang gesetzt und leistet fortan für den Motor einen erhöhten Widerstand. Der wird entsprechend durstiger, genehmigt sich – abhängig von Bauart und Größe – durch den Klimabetrieb etwa 0,5 bis 2,5 Liter mehr Kraftstoff auf 100 Kilometer. Bei einer defekten Magnetkupplung kann der Kompressor eventuell nicht mehr abgeschaltet werden, der erhöhte Widerstand bleibt so permanent erhalten. Das gleiche gilt für moderne Lichtmaschinen, die nur noch im Schubbetrieb arbeiten und unter Last ausgekoppelt werden. Funktioniert die Auskopplung nicht, steigt hier ebenfalls der Verbrauch. Auch wenn das Magnetventil keinen Aussetzer erlitten hat, kann ein kaputtes Lager oder eine defekte Riemenscheibe den Lauf der Aggregate erschweren und für einen erhöhten Arbeitswiderstand des Motors sorgen. Entsprechende Schäden sind meist durch Geräusche beim Lauf der Aggregate erkennbar.
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Sensoren bestimmen Einspritzmenge und -zeitpunkt

Die elektronische Motorsteuerung ist eine weitere mögliche Fehlerquelle, die bei ungewöhnlich hohem Verbrauch in Betracht gezogen werden sollte. Meist ist nicht das Steuergerät selbst defekt, sondern einer der vielen Sensoren, die das Steuergerät mit Informationen versorgen. Die wichtigsten von ihnen: Luftmassenmesser, Kurbelwellensensor, Lambdasonde, Nockenwellensensor, Drosselklappensensor, Klopfsensor, Kühlmitteltemperatursensor, OT-Sensor und der Lufttemperatursensor. Aus den von diesen Sensoren bereitgestellten Daten berechnet das Motorsteuergerät unter anderem den Zündzeitpunkt sowie die Menge und den Zeitpunkt der Kraftstoffeinspritzung. Sind die Informationen von einem oder mehreren Sensoren falsch, kann der Kraftstoffverbrauch in die Höhe gehen, etwa wenn zu viel Kraftstoff eingespritzt wird, oder zum falschen Zeitpunkt. Bei einem Ausfall der Sensoren fällt der Motor meist in das Notlaufprogramm (Motorkontrollleuchte geht an). Auch hier ist der Verbrennungsablauf nicht optimal, was ebenfalls den Verbrauch erhöht. In vielen Fällen lässt sich ein defekter Sensor im Fehlerspeicher des Motorsteuergeräts auslesen. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Es kann vorkommen, dass die Werkstatt Sensoren auf Verdacht tauschen muss. In der Bildergalerie erfahren Sie weitere mögliche Ursachen, die für erhöhten Spritkonsum verantwortlich sein können.

Spritverbrauch zu hoch: Häufige Ursachen

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