SsangYong Musso (2018): Vorstellung, Test, Preis

SsangYong Musso (2018): Vorstellung, Test, Preis

Der neue Musso von SsangYong

SsangYong legt seinen Pick-up Musso neu auf. Der Lastenesel erhält eine größere Ladefläche, kommt aber immer noch nur mit einer Motor-Option. AUTO BILD ist ihn gefahren.
SsangYong schickt seinen Pick-up Musso in die nächste Runde. Bereits der robuste Rexton wurde für den koreanischen Autobauer weit mehr als ein Achtungserfolg. Kein weichgespültes SUV mit Allradantrieb, sondern ein echter Geländewagen mit Leiterrahmen, jeder Menge Alltagsnutzen und rustikalen Offroadgenen. Der neue SsangYong Musso ist eng mit dem Rexton verwandt. Bis zur B-Säule sind beide Modelle nahezu identisch, doch hinter der zweiten Sitzreihe bietet der Offroader statt des geschützten Laderaums eine offene Ladefläche von 1,30 Metern Länge. Hier finden Mountainbike, Paddelboot, Waschmaschine oder Schatztruhe ebenso Platz wie ein Groß-Grill oder der Schutt vom eigenen Umbau daheim.

Der Musso hat eine größere Ladefläche als der Vorgänger

Die Pritsche des SsangYong Musso fasst über 1000 Liter an Ladung.

Wichtiger als die Ladekapazität von stattlichen 1011 Litern sind jedoch Nutz- und Anhängelast. Auf der stabilen Kunststoffwanne lassen sich je nach Variante bis zu 850 Kilogramm abladen. Sollte das nicht reichen, kann der 5,10 Meter lange SsangYong Musso e-XDi 220 dank Leiterrahmen, Mehrlenkerachse und Allradantrieb bis zu drei Tonnen an den Haken nehmen. Wem die Ladefläche zu klein sein sollte, der muss sich noch bis Ende 2018 gedulden, denn die Koreaner legen vom Musso eine XL-Version nach, deren Ladefläche noch ein ganzes Stück größer sein wird. Die Langversion kann dank einer speziellen Aufnahme ebenso wie der jetzige Rexton dann auch 3,5 Tonnen ziehen und auf der offenen Ladefläche mehr als eine Tonne transportieren – besonders wichtig für den Nutzfahrzeugeinsatz, wo größere Gegenstände auch immer wieder auf Europaletten befördert werden.

Platz für fünf Personen in der Musso-Doppelkabine

Das Cockpit ist klassisch, nüchtern gestaltet. Der Koreaner setzt auf Rundarmaturen und ein Display.

Vor der Ladefläche, deren Volumen im Vergleich zum Vorgänger immerhin um rund zehn Prozent gewachsen ist, hat der geneigte Pick-up-Fan keine Wahl zwischen verschiedenen Kabinenaufbauten. Anders als in den USA oder Südamerika, wo Pick-ups meist noch ein bis zwei Klassen größer dimensioniert und in bis zu drei Varianten verfügbar sind, ist der Musso immer mit einer Doppelkabine unterwegs, die bis zu fünf Personen Platz bietet. Der Sitzkomfort vorne ist nicht zuletzt dank des Radstands von 3,10 Metern gerade auf den optionalen Ledersitzen vorne inklusive, hinten können zwei Erwachsene bequem sitzen. Gegen das Problem der steilen Pick-up-Rückbank kämpft erfolgreich die Neigungsverstellung von bis zu 27 Grad, die sich insbesondere auf längeren Strecken angenehm bemerkbar macht. Optisch wie technisch gibt es ansonsten keine nennenswerten Unterschiede zum erfolgreich gestarteten SsangYong Rexton, denn das Cockpit bietet zwischen den zwei blassen Rund-Anzeigen das digitale Infodisplay, das sich über Lenkradtasten einfach bedienen lässt. Über der Mittelkonsole blicken die Insassen auf einen 9,2 Zoll großen Multifunktionsbildschirm, über den sich per Touch-Funktion Einstellungen, Navigations- oder Soundsystem ansteuern lassen. Darunter gibt es ebenfalls Taster für Klimatisierung sowie die optionale Sitzklimatisierung.

Nur ein Motor im Musso verfügbar

Der 2,2-Liter-Diesel leistet 181 PS. Er ist der einzige Motor, der für den Musso verfügbar ist.

Wie schon beim Rexton lässt SsangYong seinen Interessenten beim Antrieb keine Wahl, es gibt nur einen Motor. Der 2,2 Liter große Commonrail-Diesel leistet 133 kW/181 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm. Das vierzylinder-Aggregat läuft gerade für einen rustikalen Pick-up, der ebenso als Lastesel, Lifestyler oder Geländewagenwagen taugt, sehr vibrationsarm und bis zum mittleren Drehzahlbereich leise im Hintergrund. Im unteren Drehzahlbereich ist eine leichte Anfahrschwäche zu spüren, ehe der 2,2 Tonnen schwere Lademeister kräftig antritt. Ein Grund für den müden Start ist die optionale Sechsgang-Automatik, die etwas bissiger zupacken könnte und auch träger als die Siebengang-Variante aus dem Hause Mercedes ist, die im Rexton arbeitet. Der Musso schafft mit Sechsgang-Handschaltung eine Höchstgeschwindigkeit von 195 km/h, während die Automatikvariante mit 185 km/h hinterherfährt. Zudem macht sich die Wandlerautomatik mit einem erhöhten Normverbrauch von 8,6 zu 7,9 Litern Diesel pro 100 Kilometer bemerkbar.

Fahrwerk erinnert an einen Geländewagen

Das Fahrwerk macht keinen Hehl daraus, dass es sich beim SsangYong Musso um einen echten Geländewagen mit Leiterrahmen handelt, dessen Vorderachse an doppelten Querlenkern aufgehängt ist. Die fünffach gelagerte Verbundlenkerachse hinten bietet eine solide Mischung aus Komfort, Fahrdynamik, Geländegängig- und Tragfähigkeit. Leider machen sich gerade ohne Beladung kleine Querfugen überaus schmerzhaft bemerkbar, wobei die leichtgängige Lenkung beim Rangieren und abseits befestigter Straßen hilft. Das optional für 400 Euro erhältliche Sperrdifferenzial für eine bessere Traktion auf rutschigem Untergrund ist eine sinnvolle Hilfe im unwegsamen Terrain.

Die Preise fangen bei knapp unter 24.000 Euro an

Ab 23.990 Euro ist der Musso erhältlich. Die Basisversion mit Handschaltung ist aber nicht zu empfehlen.

Kauftipp ist die Luxusversion Sapphire, die den SsangYong Musso e-XDi 4WD in Verbindung mit der Automatik mindestens 39.990 Euro teuer macht. Dafür gibt es jedoch die Top-Ausstattung mit Navigationssystem, 18-Zoll-Alufelgen, Rückfahrkamera, Smartphone-Integration sowie Einparkhilfe vorne und hinten. Recht teuer ist das optionale Sicherheitspaket, das mit Totwinkelassistent, Querverkehrswarner und 360-Grad-Kamerasystem für üppige 2000 Euro vergleichsweise wenige Funktionen bietet. Schon besser: Ab Werk gibt es fünf Jahre oder 100.000 km Garantie inklusive Mobilitätsservice. Von der Basisversion für 23.990 Euro kann man aber getrost die Finger lassen. Hier gibt es nur eine Handschaltung, die bloß mit Hinterradantrieb kombiniert ist.

SsangYong Musso (2018): Vorstellung, Test, Preis

Autor: Stefan Grundhoff

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