SsangYong Musso/Korando (ab 1995/97)

Gebrauchtwagen SSangYong Musso Gebrauchtwagen SSangYong Musso

SsangYong Musso/Korando (ab 1995/97)

— 20.01.2004

Mit Boxenstopps ist zu rechnen

Eigentlich sind die SsangYong-Allradler der 90er Jahre robuste Autos. Leider gibt es kaum gute Werkstätten, die etwas von den Koreanern verstehen. So kommt es durch mangelhafte Wartung häufig zu Pannen und Defekten.

Marktlage und Werkstätten

Eine Marke, die deutsche Zungen kaum aussprechen können, hat es nicht leicht. Selbst dann, wenn das Auto selbst o. k. ist. Diese Erfahrung musste SsangYong machen. Die Koreaner traten 1995 in Deutschland an – mit zu wenigen Händlern und mit einer überforderten Deutschland-Zentrale. Das Ende kam 2000, hierzulande und in Korea.

Inzwischen läuft das Werk wieder auf vollen Touren. Und in Deutschland versucht eine neu formierte Truppe, die Marke wiederzubeleben. Überbleibsel aus den 90er Jahren sind ein paar Tausend Musso und Korando, die immer mal wieder auf dem deutschen Gebrauchtwagenmarkt auftauchen. Meist zu besonders günstigen Preisen, denn Neuwagen wurden zuletzt regelrecht verschleudert.

Weil die Zahl der Werkstätten noch immer nur zweistellig ist, findet sich nur selten ein Gebrauchtwagen-Interessent. Eine SsangYong-erfahrene Werkstatt in der Nähe zu haben, ist aber wichtig. Die Autos selbst sind robust, haben jedoch einige Eigenheiten, die bei Wartung und Reparatur zu beachten sind.

Gebrauchtwagensuche: SsangYong Musso

Motor und Technik

Zahlreiche Startprobleme haben ihren Grund in der für Deutschland nachgerüsteten Wegfahrsperre (18 Prozent der Leser). Anstatt wild am Auto herumzudoktern, sollte man zunächst die Fernbedienung der Zentralverriegelung austauschen. Der Ersatz ist preisgünstig. Oder immer wiederkehrende Ausfälle der elektronischen Motorsteuerung bei den Benzinern (12 Prozent). Sie hängen meist mit defekten Zündspulen zusammen.

Verweigert der Motor den Dienst, hat es keinen Sinn, nur eines der Bauteile zu wechseln. Es müssen Zündspulen und Steuergerät überprüft werden, sonst tritt der Fehler wieder auf. Oder die Bremsen. Sind neue Scheiben fällig, so wechseln Werkstätten häufig gleich auch die teuren Bremssättel aus. Grund: Sie glauben, dass diese festkorrodiert sind, weil sich die Bremskolben nicht mehr zurückdrücken lassen. Dies ist fast immer eine Fehldiagnose. Kenner wissen, dass man SsangYong-Bremsen exakt in ihrer Mitte drücken muss, dann bewegen sie sich so gut wie immer.

Größtes Problem: das von Borg Warner aus den USA zugelieferte Schaltgetriebe. Eigentlich ist es robust. Aber es wurde ab Werk mit extrem dünnflüssigem ATF-Öl befüllt, das sich oft nach 50.000 Kilometern komplett über die Dichtungen verflüchtigt hat. Das trocken laufende Getriebe singt fatalerweise nicht, doch der Exitus kommt.

SsangYong-Fahrer fühlen sich häufig mit ihren Problemen allein gelassen. Diejenigen, die eine gute Werkstatt kennen, sind dagegen zufrieden. Insgesamt wollen aber nur 44 Prozent der Fragebogeneinsender der Marke treu bleiben. Favoriten bei den Wechselwilligen sind Kia Sorento und Hyundai Terracan. Die Alternativen kommen somit ebenfalls aus Korea. Aber die können eben ein ausreichendes Werkstattnetz vorweisen im Gegensatz zu SsangYong.

Gebrauchtwagensuche: SsangYong Korando

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1995 Modelleinführung des Musso (4 Türen) in Deutschland; LxBxH 4,64x1,85x1,80m; 5-Zylinder-Saugdiesel (2,9l) mit 100 PS 1996 zusätzlich Musso E32 (3.2-Reihen-Sechszylinder-Benziner mit 220 PS) 1997 Einführung des Korando 2.9 D u. E32 (2 Türen; Länge 4,33m); zusätzlich 2.3-Vierzylinder-Benziner (140 PS) für Musso und Korando 1998 zusätzlich 2.9-Turbodiesel (120 PS) für Musso und Korando; zusätzliche Tahoe-Version: 4 Türen, 5,05m Länge (nur mit 5.7- Benzinmotor); 5.7-V8 nun bei allen Versionen mit 254 statt 210 PS 2000 Pleite bei SsangYong; Daewoo übernimmt die Marke 2003 SsangYong, wieder eigenständig, startet in Deutschland neu

Schwachstellen Das amerikanische Schaltgetriebe streikte bei 18 Prozent der Leser. Die dünne Original-Ölfüllung sickert unbemerkt aus, das Getriebe stirbt mangels Öl. Der Rostschutz fällt recht gut aus. Nur vier Prozent der Leser haben erhebliche Korrosion festgestellt. Der Auspuff rostet bei Kurzstreckenbetrieb rasant. Die Zylinderkopfdichtungen werden häufig beim E32 und beim Turbodiesel undicht. Öl läuft auch bei anderen Dichtungen aus (32 Prozent der Fahrzeuge). Werkstätten mit wenig SsangYong-Erfahrung wechseln häufig grundlos die Bremssättel aus, weil sie glauben, dass sie fest sind. Meist ein Irrtum. Die Zuverlässigkeit der SsangYongs ist schlecht, häufig aber durch Werkstattfehler verursacht: 22 Prozent hatten Startversagen trotz voller Batterie, meist wegen der Wegfahrsperre. 41 Prozent blieben auf freier Strecke liegen: Benziner mit defekten Steuergeräten, Turboschäden beim Diesel, Getriebeschäden.

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines SsangYong Musso 2.9 TD, Baujahr 1997. Alle Teile sind deutlich teurer als in dieser Fahrzeugklasse üblich. Für den Motor konnte SsangYong Deutschland keinen Preis nennen.

Fazit und Technik

Fazit "Die günstigen Gebrauchtpreise locken. Aber nur wer eine wirklich gute Werkstatt mit SsangYong-Erfahrung in der Nähe hat, kann mit den Koreanern glücklich werden. Andernfalls sollte man die Finger davon lassen. Sonst drohen schwer wiegende Folgen wie Getriebeschäden durch Werkstatt-Pfusch. Beste Version: Saugdiesel mit Automatik, lahm, aber problemlos." Martin Braun, Redakteur AUTO BILD alles allrad

TechnikAllradantrieb: Heckantrieb; Frontantrieb bis 70 km/h zuschaltbar; automatische Freilaufnaben; E32: permanenter Allradantrieb über zentrale Lamellenkupplung (v:h 0:100 bis 50:50); Geländereduktion; Schlupfregelung hi. bei E23/E32 • Aufbau: Leiterrahmen mit aufgeschraubter Stahlblech-Karosserie • Verbrauch: E23/E32: 13,5/16l Super; 2.9 D/TD: 11/11,5l Diesel/100 km • Höchstgeschwindigkeit: E23/E32/2.9 D/2.9 TD: 171/191/144/145 km/h

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