Fahrbericht SsangYong Tivoli

SsangYong Tivoli: Fahrbericht

— 28.05.2015

So fährt der SsangYong Tivoli

Mit einem SUV will sich SsangYong für deutsche Käufer interessant machen. Ob der Tivoli das Interesse weckt, klärt ein erster Fahrbericht.

Der Tivoli ist der große Hoffnungsträger für SsangYong. Weltweit verkauften die Koreaner im vergangenen Jahr rund 141.000 Autos; in Deutschland war es ein niedriger vierstelliger Betrag. Da geht noch was. Deshalb will SsangYong hierzulande in den kommenden zwei Jahren das Händlernetz von 156 auf 300 Vertragspartner ausweiten. Und das lohnt sich nur, wenn attraktive Modelle in den Schaufenstern stehen. Die Koreaner wagen also die Flucht nach vorne und präsentieren ihr erstes Kompakt-SUV, benannt nach der historischen Kulturstadt in der Nähe von Rom.

Beim Design macht SsangYong einen Riesenschritt

Geschmacksicher: Der Tivoli ist im Vergleich zu früheren SsangYong-Modellen ganz ordentlich gestylt.

Das Design des 4,20 Meter langen Tivoli passt gut zum europäischen Geschmack, ist aber dennoch eigenständig. Gruß an die Freunde des individuellen Stylings: Erhältlich sind acht Außenfarben, fünf zweifarbige Kombinationen, knallrote Sitze im Innenraum sowie eine Instrumentenbeleuchtung in sechs einstellbaren Farben. Im Innenraum bietet der Koreaner mit 1,80 Metern Breite ordentlich Luft und dank der recht großen Fensterflächen auch ausreichend Rundumsicht – abgesehen von der breiten C-Säule. Besonders stark: In Fond können sich auch Großgewachsene dank großer Beinfreiheit bequem lümmeln. Die gut konturierten Vordersitze (optional sogar beheizt und gekühlt!) rahmen Fahrer und Beifahrer ein und verleihen Halt, breiter gebauten Zeitgenossen könnten die harten Sitzwangen in den Seiten kneifen. Im 423 Liter großen Kofferraum stört die hohe Ladekante, bei umgeklappten Rücksitzen (Verhältnis 60:40) entsteht eine Stufe. SsangYong versprach uns aber zur Markteinführung am 20. Juni Abhilfe durch einen erhöhten Ladeboden.
Alle News und Tests zum SsangYong Tivoli

Am Arbeitsplatz findet man sich schnell zurecht

Fast alles schlüssig und leicht bedienbar: Bis auf kleine Details macht der Tivoli seinem Fahrer leicht.

Im modern gestylten Cockpit ist ein Multimediasystem mit Sieben-Zoll-Display eingebaut, das sich leicht bedienen lässt, via TomTom navigiert und auch Handys einfach koppelt. Das Bedienkonzept ist insgesamt stimmig, hier leistet sich der Tivoli nur Eigenheiten im Detail, wie etwa die überladenen Lenkstockhebel oder das Lenkrad, das sich nur in der Höhe verstellen lässt. Die schwarzen Hochglanzflächen im Cockpit und in den Türverkleidungen erinnern allerdings an einen Ghettoblaster aus den Achtzigern. Die etwas weiche Lenkung des Tivoli bietet ab dem Basismodell drei Einstellungen: Comfort, Normal und Sport – wobei der Sportmodus die beste Griffigkeit bietet, um den wendigen Tivoli auf seinen entweder 16 oder 18 Zoll großen Rädern auch durch enge Straßenschluchten zu manövrieren. Voran geht es mit einem 128 PS starken 1,6-Liter-Benziner, der ohne Turbo auskommen muss. Dementsprechend gehört der Sauger zu den gemütlicheren Gesellen, der hohe Drehzahlen braucht, um wirklich in Schwung zu kommen: Sein maximales Drehmoment von 160 Newtonmetern erreicht er bei 4600 Touren.

Das Fahrwerk zeigt unnötige Härte

Wenig geschmeidig: Auf unebenen Pisten werden die Tivoli-Passagiere ziemlich stark durchgeschüttelt.

Dann aber wird der an sich dezent arbeitende Benziner zum Löwen in der Manege, brüllt in hohen Tönen, um seine Leistung im Lifestyle-SUV zu entfalten. Daran ändert auch die sauber arbeitende, optionale Sechsgang-Automatik von Aisin (2000 Euro, kennen wir unter anderem aus dem aktuellen Mini) nichts. Der Verbrauch dürfte dementsprechend etwas höher als die versprochenen sieben Liter pro 100 Kilometer liegen. Das straff abgestimmte Fahrwerk mit McPherson-Federbeinen vorn und Torsionsachse hinten passt wenig zum lifestyligen Auftreten: Auf glatten Autobahnen noch recht komfortabel, schüttelt es die Passagiere auf Unebenheiten durch. 
Im Herbst folgen der turbogeladene 1,6-Liter-Diesel mit 115 PS und 300 Nm Drehmoment sowie die Allradvarianten. Das Einstiegsmodell "Crystal" mit Klimaanlage und Audiosystem kostet ab 15.490 Euro, die höheren Versionen "Quartz" und "Sapphire" kosten 17.990 beziehungsweise 22.490 Euro. Wie ernst es SsangYong mit dem Tivoli meint, zeigen die Verkaufserwartungen: Allein 1000 Exemplare sollen noch in diesem Jahr in Deutschland abgesetzt werden. 





Technische Daten SsangYong Tivoli e-XGI160: • Reihenvierzylinder • Hubraum: 1597 cm³ • Leistung: 94 kW (128 PS) bei 6000/min • max. Drehmoment: 160 Nm bei 4600/min. • Vmax: 181/175 km/h (Schaltgetriebe/Automatik) • Tankinhalt: 47 Liter • L/B/H: 4195/1795/1590 mm • Radstand: 2600 mm • Gewicht: 1810 kg • Abgas CO2 (kombiniert): 154 g/km
• Kofferraumvolumen: 423 Liter
Autor:

Fazit

Mit dem Tivoli bringt Ssangyong ein konkurrenzfähiges Kompakt-SUV, das sich vor der Konkurrenz nicht zu verstecken braucht. Mein Tipp: Warten Sie den Diesel ab, der durchzugsstärker als der Benziner sein dürfte.


Stichworte:

SUV

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.