Ratgeber Standheizung nachrüsten

Standheizung nachrüsten Standheizung nachrüsten

Standheizung nachrüsten

— 10.11.2015

Wärme per Fernbedienung

Nie wieder Eis kratzen. Standheizungen mit Fernbedienung sorgen schon beim Losfahren für wohlige Wärme. AUTO BILD erklärt die Systeme und den Einbau.

Wer bei seinem Auto eine Standheizung nachrüsten möchte, hat es mit einer überschaubaren Anzahl von Anbietern zu tun. Anders als etwa bei Klimaanlagen bieten die Autohersteller Standheizungen nicht immer als Option ab Werk an. Häufig werden Standheizungen nachgerüstet und nicht von den Autoherstellern produziert und eingebaut. Zu den wichtigsten Herstellern zählen: Webasto, Eberspächer, Truma, Defa und Calix.
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Funktion von Standheizungen

Das Prinzip ist vom Grundsatz her bei allen das gleiche: Der Wagen soll beheizt werden, ohne dass der Motor läuft, also im Stand; daher der Name. In der Funktionsweise wird zwischen elektro- oder brennstoffbetriebenen Standheizungen sowie bei letzteren noch einmal zwischen Luft- und Wasserheizungen unterschieden. Während bei der elektrischen Variante ein Stromanschluss mit 230 Volt unerlässlich ist, werden brennstoffbetriebene Standheizungen durch den fahrzeugeigenen Treibstoff versorgt. In Pkw werden fast ausschließlich Wasserheizungen verwendet, die an den Kühlwasserkreislauf des Motors angeschlossen sind. Die Systeme sind so kompakt, dass sie nachträglich im Motorraum montiert werden können und von dort neben dem Motor den Innenraum aufheizen. Standheizungen gibt es sowohl für benzin-, als auch dieselbetriebene Autos. Luftheizungen kommen vor allem in Wohnwagen, Wohnmobilen, Transportern und LKW zum Einsatz.

So funktioniert eine Standheizung

Wasserheizung: Die Wasserheizung erwärmt das Kühlwasser durch Verbrennen von Kraftstoff. Für Verbrennung, Zirkulation und Innenraumgebläse braucht man Strom von der Batterie und Kraftstoff aus dem Fahrzeugtank. Das Kühlwasser zirkuliert und erwärmt den Motor, das Gebläse im Wagen springt an und erwärmt den ...

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Die Kosten

Serienmäßig verbaut kein Hersteller eine Standheizung. Und in einigen Fällen ist eine Standheizung auch als Option nicht für alle Modelle lieferbar. Doch auch bei einem Smart fortwo der ersten Generation lässt sich eine Standheizung nachrüsten. Die Kosten (Standheizung inklusive Einbau) liegen bei einem VW Golf VI etwa zwischen 1200 und 1600 Euro. Bei größeren Autos wird es teurer. Zum einen ist ein stärkeres Heizgerät für größere Motoren und Innenräume erforderlich. Zum anderen kann der Einbau bei größeren Autos aufwendiger werden. Der Mehrpreis für die Sonderausstattung bei einem Neufahrzeug entspricht meist etwa den Anschaffungs- und Umbaukosten beim Nachrüsten. So kostet eine Standheizung ab Werk für den VW Golf ab rund 1300 Euro, bei einer Mercedes S-Klasse geht es bei etwa 1700 Euro los.
Standheizungen zum Nachrüsten
Hersteller Sitz der Firma Heizungssystem Preise
Eberspächer Esslingen b. Stuttgart Wasser- und Luftheizung, brennstoffbetrieben ab ca. 1200 Euro inkl. Einbau*
Webasto Stockdorf b. München Wasser- und Luftheizung, brennstoffbetrieben ab ca. 1100 Euro inkl. Einbau*
Defa Norwegen; Vertrieb durch Dometic Waeco Emsdetten elektrische Motorvorwärmung komplett ca. 500/600 Euro
Calix Schweden; Vertrieb durch Kfz-Händler wie Seehase, Mönchengladbach elektrische Motorvorwärmung ab ca. 150 Euro plus Einbau
Truma (nur im Caravaning-/LKW-Bereich) Putzbrunn b. München Flüssiggas-Heizung ab ca. 1100 Euro
*Angebotspreis

Betrieb und Bedienung

Eine Standheizung lässt sich in drei Komponenten unterteilen: dem Heizgerät, dem elektronischen Steuergerät und dem Bedienelement zum einschalten und programmieren. Die Bedienung erfolgt entweder über eine Zeitschaltuhr oder eine Funk-Fernbedienung, die in der Regel eine Reichweite von bis zu 1000 Metern hat. Moderne Standheizungen verfügen zudem über ein GSM-Modul, lassen sich also über das Mobilfunknetz aktivieren und programmieren.
Zahlen und Fakten zur Standheizung
Aufwärmzeit Eine Standheizung braucht etwa eine halbe Stunde, um den Innenraum aufzuheizen und das Auto abzutauen.
Spritverbrauch Pro Stunde liegt der Verbrauch bei etwa einem halben Liter Benzin oder Diesel. Die von der Standheizung verbrauchte Kraftstoffmenge wird – zum Teil oder auch ganz – anschließend wieder eingespart. Der Motor kommt durch das vorgewärmte Kühlmittel schneller auf Betriebstemperatur und muss keinen Kaltstart absolvieren.
Betriebsdauer Die anschließende Fahrtzeit sollte mindestens der Aufwärmzeit entsprechen. Da die Fahrzeugbatterie durch die Standheizung belastet wird, sollte sie anschließend wieder ausreichend geladen werden. Bei großer Kälte und häufigem Kurzstreckenbetrieb empfiehlt es sich die Starterbatterie ab und an zu Hause nachzuladen.
Lebenserwartung Sollte der Lebenserwartung des Autos entsprechen.
Pflege Wartungsfrei – das System sollte jedoch, ähnlich wie eine Klimaanlage, jeden Monat kurz eingeschaltet werden.
Sicherheit Vor dem Tanken die Standheizung ausschalten und nicht in geschlossenen Räumen wie Garagen heizen.
Einbau Das Nachrüsten ist jederzeit möglich, auch bei Kleinwagen und Kleinstwagen.
Bei der Programmierung mittels Schaltuhr können mehrere Schaltzyklen pro Tag festgelegt werden. Ein sofortiges Heizen ist ebenfalls möglich. Flexibler und vor allem für wechselnde Abfahrzeiten geeignet ist die Bedienung via Smartphone-App. Die Reichweite ist so unbegrenzt, das Programmieren auf diesem Weg ist ebenfalls machbar und sogar von mehreren Mobiltelefonen aus möglich, wenn es beispielsweise mehrere Fahrzeugnutzer gibt. Fernbedienungen für die Standheizung lassen sich bei einigen Modellen auch nachrüsten. So bietet Webasto beispielsweise die Systeme "Thermo Call TC3" oder "TC4" an. Nach dem Einbau des Steuergerätes inklusive Kabelbaum und Antenne lässt sich die Standheizung per Anruf, SMS oder App bedienen. Auch andere Hersteller wie etwa Eberspächer bieten Fernbedienungen zum Nachrüsten an ("EasyStart Remote" und "EasyStart Call"). Die Kosten für das Nachrüsten einer Fernbedienung liegen je nach System zwischen 100 und 350 Euro.
Vor- und Nachteile einer Standheizung
Pro:
Contra:
• Komfort durch Wärme
• Scheiben kratzen enfällt
• geringerer Verbrauch
• reduzierter Schadstoffausstoß
• weniger Belastung des Motors
• höherer Wiederverkaufswert
• Kühlfunktion im Sommer
• Standheizungen sind wartungsfrei
• Hohe Kosten, Nachrüsten lohnt nicht bei älteren Autos
• Aufwendige Technik, kann nicht selbst nachgerüstet werden
• Einbau kann mehrere Tage dauern

Das Nachrüsten

Auch wenn man eine Standheizung problemlos nachrüsten kann – der Einbau sollte von Fachleuten ausgeführt werden, denn der Einbau einer Standheizung ist aufwendig und aufgrund des Anschlusses an die Kraftstoffleitung nicht ungefährlich. Die Einbaudauer beträgt mindestens einen Tag. Dabei werden Teile der Verkleidung im Motorraum entfernt und neue Anschlüsse an Tank, Batterie und Heizgebläse verlegt. Dazu wird das Steuergerät an die Bordelektronik angeschlossen. Von der eigenständigen Montage raten Hersteller wie Werkstätten dringend ab. Praktisch: Viele Werkstätten kümmern sich neben dem Einbau auch um die Beschaffung der vom Kunden gewünschten Standheizung. Ein Komplettpreis sich lässt dadurch meist vorab festlegen.

So rüsten Sie eine Standheizung nach

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Der Zuheizer

Viele moderne Autos haben, ohne dass ihre Besitzer es wissen, einen sogenannten Zuheizer – und damit quasi schon eine halbe Standheizung. Ein Zuheizer verstärkt die Heizleistung des Fahrzeuges während der Fahrt. Denn vor allem die neueren Dieselmotoren arbeiten so effizient, dass nur noch wenig Abwärme zur Beheizung des Innenraums entsteht. Viele Dieselfahrzeuge sind daher bereits ab Werk mit einem Zuheizer ausgerüstet. Der Unterschied zur Standheizung ist, dass diese unabhängig vom Motor läuft, der Zuheizer aber nur bei laufendem Motor arbeitet. Daher ist beim Zuheizer keine Gebläsesteuerung im Stand möglich. Mit einem fahrzeugspezifischen Aufrüst-Kit lassen sich die fehlenden Komponenten ergänzen. So wird der Zuheizer für einen geringeren Preis zu einer vollwertigen Standheizung aufgerüstet. Die Kosten für ein Aufrüst-Kit beginnen bei etwa 200 Euro. Die Zeit für den Einbau variiert je nach Fahrzeug, nimmt meistens aber nicht mehr als drei Arbeitsstunden in Anspruch. Entsprechende Aufrüst-kits werden auch von den Autoherstellern angeboten.

Autor: Brigitte Oesterle

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