Standheizung: So funktioniert sie

Einbau Standheizung Ratgeber Standheizung: Nie mehr kratzen

Standheizung: So funktioniert sie

— 10.11.2010

Gut fürs Klima

Nie mehr die Scheiben frei kratzen, nie mehr im Auto frieren – eine Standheizung macht es möglich. Und ganz nebenbei schont sie auch noch die Umwelt, denn sie reduziert den Schadstoffausstoß.

Es gibt Dinge, die muss man erleben, um sie zu schätzen. Eine Standheizung zum Beispiel. Mit ihr gehört das Frieren nach dem morgendlichen Start der Vergangenheit an. Eis kratzen – auch das ist Geschichte. Dabei sind die Wohlfühltemperatur im Innenraum und freie Scheiben nicht die einzigen Vorteile. Auch Umwelt und Motor profitieren. Denn die Standheizung ist an den Wasserkreislauf des Fahrzeugs angeschlossen. Deshalb kommt der Motor viel schneller auf Betriebstemperatur. Die schädliche Kaltstartphase wird verkürzt, Schadstoffausstoß und Verschleiß sinken deutlich. Verbrauch und Kosten: Eine preisgünstige Standheizung kostet inklusive Einbau ab 1000 Euro. Der Kraftstoffverbrauch beim Heizen liegt zwischen 0,4 bis 0,6 Liter pro Stunde.

Überblick: Weitere Service-Themen

Auf dem Prüfstand: Standheizungs-Test im Technik-Zentrum des ADAC in Landsberg am Lech.

Ein- und Ausschalten: Wer jeden Morgen zur selben Zeit zur Arbeit fährt, kann das Heizkraftwerk bequem mit einer Zeitschaltuhr starten. Laternenparker mit unterschiedlichen Abfahrzeiten haben die Wahl zwischen einer Funkfernbedienung oder – ganz modern – der Bedienung mit ihrem Handy. Für die Heizdauer gilt: nie länger als die anschließende Fahrzeit. Nur so hat die Autobatterie genügend Zeit zum Nachladen. Heizungswartung: Die Standheizung möglichst einmal im Monat einschalten, auch im Sommer. Ein Funktionstest reicht, um sie fit zu halten. Moderne Geräte besitzen einen Fehlerspeicher, der sich auslesen lässt. Auch die Messung der Abgase gibt Auskunft, ob die Standheizung noch einwandfrei funktioniert.

So verändern sich Abgase und Verbrauch

Mit minus sieben Grad Celsius ist es in der Klimakammer des ADAC bitterkalt. Eine Nacht steht unser Golf jetzt schon bei dieser tiefen Temperatur in der Halle, um richtig durchzukühlen. Denn wir wollen wissen: Wie verändern sich Verbrauch und Schadstoffausstoß bei einem mit einer Standheizung vorgewärmten Auto im direkten Vergleich zu den Werten bei einem kalten Motor? Zwei Durchgänge später sind wir klüger: Selbst wenn man den 20-minütigen Standheizungsbetrieb mitrechnet, senken sich die meisten Schadstoffe deutlich. Gerade die Kohlenwasserstoffe und der Kohlenmonoxidausstoß werden reduziert. Beim Benziner sogar um mehr als 50 Prozent. Einen Verbrauchsvorteil gibt es allerdings nicht. Die Werte lesen Sie in der Tabelle unten.
Fahrzeug Verbrauch HC NOx CO CO2
Diesel (2,0 l TDi)
ohne Standheizung 0,88 l 0,84 g 6,12 g 2,66 g 2,33 g
mit Standheizung 0,98 l 0,47 g 5,25 g 2,26 g 2,58 g
Benziner (1,4 l)
ohne Standheizung 0,96 l 6,25 g 0,31 g 32,98 g 2,23 g
mit Standheizung 1,14 l 1,62 g 1,47 g 15,12 g 2,69 g
Bernd Volkens

Bernd Volkens

Fazit

Hätten Sie's gewusst? Viele Dieselfahrer besitzen eine Standheizung, ohne es zu ahnen. Zuheizer heißt der kleine wärmende Helfer. Grund für den versteckten Einbau: Moderne Selbstzünder besitzen einen so guten Wirkungsgrad, dass gerade im Winter kaum genügend Abwärme übrig bleibt, um auch den Innenraum auf Wohlfühl-Temperatur zu bringen. Zwei Ausführungen gibt es, eine elektrische Variante und eine mit Kraftstoff befeuerte. Leider hat der Autofahrer keinen Einfluss drauf, wann sie für zusätzliche Wärme sorgen und wann nicht. Sie laufen nur, wenn auch der Motor läuft. Die gute Nachricht: Zumindest die Diesel verbrennenden Zuheizer lassen sich häufig mit überschaubarem Aufwand zur vollwertigen Standheizung aufrüsten. Eberspächer und Webasto geben Auskunft, bei welchen Modellen dies möglich ist. Preise: Zwischen 300 und 550 Euro plus Einbau kostet die nachgerüstete Extra-Regelung.

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