Standortfrage bei GM

Standortfrage bei GM

Standortfrage bei GM

— 02.11.2004

Opel gegen Saab

Werden Opel Vectra und Saab 9-3 künftig in Rüsselsheim oder in Trollhättan gebaut? Die Entscheidung fällt Anfang 2005, sagt GM.

Gemeinsame Produktion wird billiger

Der Wettkampf zwischen Opel und Saab um den Zuschlag für die Produktion der neuen Mittelklasse innerhalb des Mutterkonzerns General Motors (GM) geht in die entscheidende Runde: Die Frist für eine schriftliche Bewerbung des Opel-Werks Rüsselsheim und des Saab-Werks im schwedischen Trollhättan lief am Sonntag (31. Oktober) ab, eine Entscheidung soll Anfang 2005 fallen. Dabei geht es um rund 250.000 Wagen beider Marken; die Nachfolgemodelle des Opel Vectra und des Saab 9-3 sollen von 2008 an nur noch an einem Standort produziert werden, um Kosten zu sparen.

Die Stockholmer Zeitung "Dagens Nyheter" berichtete unter Berufung auf eine "zentral plazierte Quelle bei GM", die neue Mittelklasse solle in Rüsselsheim gebaut werden. Ausschlaggebend sei dabei die zentrale Lage Werkes. GM verkaufe um ein Vielfaches mehr Opel in Deutschland als Saab seine Fahrzeuge in Schweden, zudem seien die Investitionskosten in Rüsselsheim geringer. Die bereits als sicher geltende Entscheidung solle im Frühjahr veröffentlicht werden.

Ein Sprecher von GM Europa dementierte den Bericht. "Die Entscheidung im Wettbewerbsvergleich wird erst zu Beginn des kommenden Jahres getroffen", sagte er. "Der Countdown beginnt jetzt mit der Analyse der vorliegenden Daten." Beide Standorte hätten Vor- und Nachteile. Der GM-Vorstand werde Anfang 2005 seine Entscheidung treffen.

Opel-Betriebsrat sieht Rüsselsheim vorn

Auch der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz wies den Bericht als falsch zurück. Die beiden Angebote für die Standortwahl seien am Sonntag unmittelbar vor der Abgabe noch einmal überarbeitet worden. Die Frage des Zuschlags sei auch Teil der Verhandlungen über einen Zukunftspakt für die GM-Beschäftigten. GM will zur Kostensenkung europaweit 12.000 der 62.000 Stellen streichen, davon den größten Teil bei Opel in Deutschland. Franz sieht aber gute Chancen, daß die künftigen europäischen GM-Mittelklassemodelle in Rüsselsheim produziert werden.

Schwedens Ministerpräsident Göran Persson erörterte vergangene Woche bei einem Gespräch mit GM-Europachef Fritz Henderson die Zukunft der Autoproduktion in Europa. Er bestritt, dabei für Trollhättan geworben zu haben.

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