Startech Dodge Ram 1500

Startech Dodge Ram 1500

— 04.05.2004

Ram-Bock aus Bottrop

Brabus-Tochter Startech importiert den Dodge Ram 1500 und poliert ihn besonders die Auenhaut optisch auf. AUTO BILD test & tuning fuhr den veredelten Lastwagen und fotografierte ihn unter anderem aus der Sicht einer Dodge Viper SRT-10.

Rau, ungehobelt und nicht gerade schn

Er msste eigentlich nur noch ein bisschen grimmiger gucken, der Widder. Der "Ram", wie das gehrnte Huftier auf Englisch heit, thront in einer Hhe von 1,25 Metern ber dem Asphalt auf der Motorhaube des Trucks und scheint immer auf dem "Sprung" die deutsche bersetzung von "Dodge". Zufall: Doch die Brdern John Francis und Horace Elgin Dodge, die 1914 ihre Firma Dodge Brothers grndeten, htten ihren Spa am modernen Ram.

Der Lastwagen in den USA ein Allerweltsauto fr den College-Jungen wie Zweitwagen fr den Maisfarmer ist ein Auto wie ein Fels: rau, ungehobelt und nicht gerade eine Schnheit wie das erste Dodge-Auto "Old Betsy". Aber dafr zuverlssig, ausdauernd und prsent. Wie nhert man sich am besten so einem kraftvollen Tier, geschickt geschminkt von der Bottroper Brabus-Tochter Startech? Wir versuchen es mit der Viper SRT-10 aus dem gleichen Stall als Fotowagen, 506 PS giftig und ebenfalls optisch aufgerstet. Das gegenseitige Beschnuppern der beiden Tiere macht Sinn: Bald kommt der Ram als SRT-10 mit dem Zehnzylinder der Viper.

Schon der Einstieg in den Ram beweist, was das eigentliche Thema des Trucks ist: Gre. Den linken Fu ber die beleuchtete Startech-Einstiegsleiste (379 Euro ohne Montage) auf den in 62 Zentimeter Hhe befindlichen Fahrzeugboden schwingen, sich an dem in der A-Sule befindlichen Griff hochziehen und auf Leder und Alcantara plumpsen lassen. Nun sitzt der Pilot einen Meter ber dem Boden und kann fast jedem SUV respektlos aufs Dach gucken.

345 PS gegen zweieinhalb Tonnen Ram

Zweifellos ist der Blick nach drauen schner als nach innen: Vor den drei mglichen Frontpassagieren (hinten knnen noch einmal drei Mitfahrer sitzen) trmt sich ein gigantischer Plastikberg. Vor dem Fahrer ein paar sinnvolle Instrumente und Hebel (langer Automatikwhlhebel an der Lenksule Lenksule inklusive), in der Mitte nur Radio (oben), Klimaanlage (Mitte) und Knpfe fr Sitzheizungen und Allrad-Zuschaltung (unten). Knapp berm Boden schlt sich auf Knopfdruck ein Plastikkasten der Dimension 23x20x10 Zentimeter aus dem grauen Berg, der zwei gigantische Dosenhalter beherbergt. Rechts vorn schliet eine Riesenklappe das rustikale Cockpit-Design ab, hinter der sich ein winziges Handschuhfach verbirgt.

Furchteinflend auch die insgesamt neun fast handtellergroen Luftaustritte der Klimaanlage (Serie in der von uns gefahrenen US-Ausstattungsvariante "Laramie") vor der Windschutzscheibe. Da lassen wir doch lieber den Kaltmacher aus die Gebrder Dodge sind schlielich fast zeitgleich an der Grippe gestorben. Das war zwar 1920, aber man kann ja nie wissen. Eine serienmige Hilfe fr die richtige Fahrposition sind das in der Hhe verstellbare Lenkrad, die elektrisch zu justierenden Pedale (Alu-Pedalset: 120 Euro) und der Sitz, achtfach elektrisch zu bedienen. Jetzt nur noch Innenspiegel richten (integrierter Navigationsmonitor 1495 Euro, Navirechner 1595 Euro) und Motor starten.

Ja, Amerika ist berall: Es blubbert, es faucht, es rchelt. Nicht so garstig wie aus der Viper, aber der Ram hat ja auch "nur" 345 PS aus einem 5,7-Liter-HEMI-Motor zur Verfgung. Aber gemeinsam mit dem Startech-Auspuff (1991 Euro) kann uns der Pick-up lautstark berzeugen, dass ein Ram eher dazu gebaut ist, Texas zu durchstreifen als an der Grenze Bottrop-Dinslaken zu patrouillieren. Ein krftiger Tritt aufs Gaspedal offenbart zudem die begrenzte Macht von 345 PS gegen mehr als zweieinhalb Tonnen Masse: Ist nur die Hinterachse angetrieben, drehen die Rder erst einmal geruschvoll durch.

Das Fahrwerk ist nicht Stand der Technik

Der Lastwagen chzt im Innenraum zunchst ein wenig wie ein in Ehren ergrauter U-Bahn-Waggon, bevor er dann doch vehement losstrmt. Das Fahrwerk aber scheint von so viel Temperament unangenehm berrascht zu werden. Das Hpfen des Wagens auf unebenen deutschen Landstraen holt uns in die Gegenwart zurck: Hightech ist etwas anderes.

Man mag ja darber hinwegsehen, dass ein Zweiventiler nicht mehr ganz Stand der Technik ist, aber die Nachteile eine Starrachse hinten, kombiniert mit Blattfedern, merkt selbst der abgehrtetste Treckerfahrer. Das Ram-Hinterteil stampft, trampelt und versetzt nach Lust und Laune. Schnellere Fahrten erfordern stndiges Korrigieren am Lenkrad, und der gerttelte Pilot fragt sich, warum es nicht flach steht.

Fr schnelle Fahrten ist der Ram ja auch nicht gemacht. In Amerika ist er hauptschlich ein Arbeitstier, sozusagen ein Ackerwidder. Es gibt ihn mit 305 PS starkem Turbodiesel von Cummins (bei Startech fr 54.520 Euro) und als tragfhigere Varianten 2500 und 3500, letztere sogar mit hinterer Zwillingsbereifung. Der US-Kunde kann ihn mit Einfach- oder Doppelkabine, mit kurzer und langer Ladeflche, mit kurzem und langem Radstand, mit Zweirad- oder Allradantrieb bekommen.

Technische Daten

Hierzulande ist Prsenz statt Przision seine Strke. Wer mit dem Startech-Pickup vor der Dorf-Disco (woanders findet er ja doch keinen Parkplatz) "das Leben an den Hrnern packt" (Dodge-Motto), ist Knig. Denn er kann:

mit geschmiedeten und verchromten 24-Zllern (7700 Euro) und den dafr ntigen Radlaufverbreiterungen (570 Euro, Lackierung 3350 Euro) auftrumpfen; ellenlangen Edelstahl-Zierrat rundum prsentieren (Front oben 298, unten 449 Euro, Heckecken 549 Euro, Heck mittig 298 Euro, Seiten sogar mit beeindruckender Bodenbeleuchtung fr 1498 Euro); durch ein Schiebefenster in der Heckscheibe nach drauen kommunizieren (serienmig); sich problemlos in den Stauraumteppich (298 Euro) seiner 1,9 Meter langen Kunststoffladeraumschutzwanne (Serie) kuscheln und die Laderaumabdeckung (850 Euro) zuziehen, falls es regnet. Und selbst der Tankwart ist freudig geblendet, wenn er den verchromten Tankdeckel (198 Euro) ffnen darf. Er fttert den Truck mit fast 100 Litern, damit der Hubraumriese wieder seine zirka 17 Liter Sprit pro 100 Kilometer verkstigen kann.

Kurz: Wer den veredelten, 66.890 Euro teuren Ram (www.startech.de) hierzulande kauft, aber nicht ernst nimmt, hat viel Spa damit. Mit dem Ram SRT-10 ist noch mehr Gaudi im Anmarsch. Die Startech-Leute wissen aber nicht, ob Dodge auch das Fahrwerk an die neue Kraft angepasst hat. Noch hoffen sie instndig ...

Technische Daten V8, vorn lngs eine zentrale Nockenwelle zwei Ventile je Zylinder Hubraum 5654 cm Leistung 254 kW (345 PS) bei 5400/min max. Drehmoment 508 Nm bei 4200/min zuschaltbarer Allradantrieb Fnfstufenautomatik Doppelquerlenker mit Federn, Dmpfern und Stabilisatoren vorn, Starrachse mit Blattfedern hinten rundum Scheibenbremsen, vorn innenbelftet Reifen 295/40 ZR 24 Rder 10J x 24 Lnge/ Breite/Hhe 5784/1946/2029 mm Radstand 3569 mm Leergewicht 2540 kg Kofferraumvolumen (Ladeflche) 1634 l Tankinhalt 98 l Zuladung 477 kg Beschleunigung 0100 km/h in 8,1 s Hchstgeschwindigkeit 165 km/h Preis 66.890 Euro

SRT-Power von Chrysler

SRT ist die Kraft-Abteilung von Chrysler und Dodge, die Abkrzung steht fr "Street and Racing Technology". Die Zahl nach der SRT-Bezeichnung auf dem jeweiligen Modell klrt ber die Anzahl der Zylinder auf. SRT ist zustndig fr alle Design- und Entwicklungsfragen von Pkw und Trucks, entwickelt Zubehr fr Mopar (Ersatzteile und Tuning-Equipment fr Chrysler/Dodge/Plymouth) und hilft NASCAR-Teams im Motorsport.

Bei der Entwicklung ist SRT darauf bedacht, sich nicht nur nach den Bedrfnissen in den USA zu richten. SRT-Chef Dan Knott: "Es ist fr uns sehr wichtig, die Abstimmungsarbeit fr Autos, die fr Europa oder Deutschland sind, auch in Europa oder Deutschland zu machen. Dadurch lernen wir, den Markt zu verstehen." So ist die SRT-Mannschaft hufig Gast auf der Mercedes-Benz-Teststrecke in Papenburg oder auch auf deutschen Autobahnen. Die Viper SRT-10 hat Knotts Mannschaft vollstndig selbst entwickelt, auerdem hat sie den hierzulande nicht erhltlichen Dodge SRT-4 und den bald kuflichen Chrysler Crossfire SRT-6 auf die Beine gestellt.

Knotts enthusiastische Truppe verhilft auch dem Dodge Ram zu mehr Feuer: In den USA gibt es den Laster schon jetzt mit dem Zehnzylinder aus der Viper. Die Brabus-Gruppe wird bald drei Ram SRT-10 mit je 506 PS erhalten. Der 8,3-Liter-Zehnzylindermotor katapultiert so einen Lastwagen in 13,8 Sekunden auf 171 km/h. Die Startech-SRT-Rams werden hierzulande 119.800 Euro kosten. Aber auch die Ram-Basisversion mit 345 PS und ohne Veredelung ist bei Startech zu haben fr 43.000 Euro.

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Startech

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