Statistik: Öffentlicher Personennahverkehr 2012

Statistik: Öffentlicher Personennahverkehr 2012

— 04.04.2013

Bahn und Bus legen stark zu

Busse und Bahnen verzeichneten 2012 einen Rekord. Elf Milliarden Fahrgäste waren "öffentlich" unterwegs. Wichtigster Grund: die hohen Spritpreise.

(dpa) Noch nie sind in Deutschland die Menschen so häufig Bus und Bahn gefahren. Erstmals beförderten Linienbusse und Bahnen im Jahr 2012 mehr als elf Milliarden Fahrgäste. Das war ein Anstieg um 0,7 Prozent (11,010 Milliarden) im Vergleich zu 2011. Experten nennen die hohen Benzinkosten fürs eigene Auto und die Lage am Arbeitsmarkt als Gründe. Rein rechnerisch bedeuten die Zahlen laut Statistischem Bundesamt rund 30 Millionen Fahrgäste täglich.

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Explodierende Spritpreise haben 2012 für einen Fahrgastrekord bei Bus und Bahn gesorgt.

Für die Statistik werden so genannte Beförderungsfälle erhoben – Menschen, die mehrmals fahren, werden auch mehrmals gezählt. Seit 2004 zeigt der Trend nach oben. Die Statistik selbst gibt dafür keine Gründe an. Als Erklärung ziehen Fachleute unter anderem die gute Konjunktur heran – die Beschäftigung steige. Mehr Menschen fahren täglich zur Arbeit, in den Ballungsgebieten herrscht Staugefahr, Parkplätze sind rar und teuer. Umweltbewusstsein stehe nicht im Vordergrund, eher schon die gestiegenen Benzinpreise, meint Heidi Tischmann vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD). "Vorher kommt immer der Geldbeutel."

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Der Großteil der Fahrgäste nutzt den öffentlichen Personennahverkehr.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) macht etwa 99 Prozent des Linienverkehrs aus. Dort stieg die Zahl der Fahrten um 0,6 Prozent auf rund 10,9 Milliarden, seit 2004 ein Plus von 9,3 Prozent. Ein rundes Drittel der Fahrten im ÖPNV werde von Schülern, Studenten und Auszubildenden unternommen, erläuterte das Bundesamt. Knapp 21 Kilometer im Schnitt sind Bahnfahrer im Schienennahverkehr unterwegs, mit Linienbussen sind es 6,7 Kilometer.

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Der Fernbusverkehr wurde in Deutschland erst Anfang 2013 freigegeben.

Auch im Fernverkehr stieg 2012 die Zahl der Fahrgäste – um 4,9 Prozent auf 134 Millionen. Davon fuhren rund 131 Millionen Reisende mit der Bahn und gut zwei Millionen mit Omnibussen. Diese Zahl dürfte sich in diesem Jahr drastisch erhöhen, denn seit Jahresbeginn ist der Linienbus-Fernverkehr in Deutschland freigegeben. Nach einer Studie des Marktforschungsinstituts IGES in Berlin gab es Mitte März 40 Anbieter im Fernbusmarkt, die 65 Strecken im Programm haben.

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