Kameras statt Außenspiegel

Statt Außenspiegel: Kamera-Monitor-System von Continental

— 24.08.2015

Weg mit den Dingern?!

Gibt's bald Autos ohne Außenspiegel? Zulieferer Continental hat ein Kamera-Monitor-System entwickelt, das digitale Bilder liefert. Ohne toten Winkel.

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'Ein Auto ohne Außenspiegel ...'

Außenspiegel sind eine äußerst nützliche Erfindung, schließlich ermöglichen sie uns genau wie der Rückspiegel den (überlebens)wichtigen Blick nach hinten. Doch das Gelbe vom Ei sind die herausstehenden Teile trotzdem nicht: Sie brechen ab, sind manchmal total zugeschmiert und haben dazu auch noch einen toten Winkel. In Zeiten vernetzter Autos doch wahrlich kein vernünftiger Zustand mehr! Zulieferer Continental hat nun ein Kamera-Monitor-System entwickelt, das schon von 2018 an die Außen- und Rückspiegel in Autos ersetzen könnte – falls es 2016 mit der Zulassung klappt. Drei Kameras sollen die entsprechenden Bilder auf OLED-Monitoren im Innenraum zeigen. Das hätte, so heißt es in der Pressemitteilung, viele, viele Vorteile.
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Bessere Sicht und weniger Verbrauch

In erster Linie: Es gäbe keinen toten Winkel mehr. Durch sogenanntes "Stitching" können die Bilder der drei Kameras (zwei in den Fensterdreiecken, wo sonst die Außenspiegel sitzen, eine auf dem Dach im Sockel der GPS-Antenne) so zusammengefügt werden, dass der Autofahrer alle Bereiche seitlich und hinter dem Fahrzeug gut im Blick hat. Bei Dunkelheit oder Nässe würden die hochauflösenden Bilder dank der "High Dynamic Range-Funktion" optimiert, sodass der "Blick" deutlich besser sei als im Spiegel. Wenn Fahrzeuge mit Fernlicht oder die tiefstehende Sonne blenden, dunkelt das System das Bild ab oder hellt es dementsprechend bei schlechter Sicht auf.

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Spieglein, Spieglein, weg mit dir! Diese Montage zeigt, wie ein VW Golf ohne Außenspiegel aussähe.

Das ist aber noch längst nicht alles, was das Continental-System besser kann als der gute, alte Spiegel. Denn die Außenspiegel stehen bekanntlich vor – zack und ab, das ist schnell passiert. Sind sie weg, ist der Luftwiderstand des Autos niedriger, was den Verbrauch und auch den Geräuschpegel senkt. Die kleinen Kameralinsen sollen laut Hersteller auch deutlich weniger verschmutzungsanfällig sein als die Spiegel.

Zu bedenken ist aber auch der ästhetische Aspekt: Woran sollen wir künftig Duftbaum und Plüschwürfel befestigen, wenn's keinen Rückspiegel mehr gibt? Und sehen die Autos ohne "Fühler" nicht irgendwie nackig aus? Oder wirken sie sogar dynamischer? Gucken Sie in die Bildergalerie, wir haben einigen Autos die Außenspiegel "abmontiert".

Kameras statt Außenspiegel

Vor allem bei Lkw deutlich mehr Sicherheit

Nicht nur bei Pkw, sondern auch bei Nutzfahrzeugen soll das Kamera-Monitor-System von Continental einsetzbar sein. Den ADAC dürfte das freuen, er hat just in einer Pressemitteilung die Einführung solcher Systeme für Lkw gefordert. Seit Jahren, so heißt es hier, forsche die Industrie auf diesem Gebiet, noch gebe es aber kein System mit der erforderlichen Marktreife. Der ADAC weiter: "Von Vorteil wäre, dass der Fahrer auf nur einem Monitor den Überblick über die Bilder mehrerer Kameras hätte. Auch sind Kameras viel kleiner als Spiegel und verdecken nicht die Sicht. Weiterer Pluspunkt: Auf einem Monitor kann die Aufmerksamkeit des Fahrers durch Markierungen gezielt auf Fußgänger und Radfahrer gelenkt werden."

Autor: Maike Schade

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