Staufalle Elbtunnel

Staufalle Elbtunnel

Staufalle Elbtunnel

— 05.10.2006

Gedrängel unterm Fluss

Der Elbtunnel ist bekannt als "Nadelöhr des Nordens". Das bleibt auch so. Bis 2009 ist in beiden Richtungen jeweils eine Röhre gesperrt.

Der Elbtunnel bleibt über Jahre hinaus eine Dauerbaustelle. Bis zum Herbst 2009 ist jeweils eine der vier Tunnelröhren wegen Bauarbeiten dauerhaft geschlossen. Dies gilt nicht nur wie bisher während des Winterhalbjahrs, sondern auch zur Hauptreisezeit im Sommer.

Der Grund: Die Nachrüstung der drei 30 Jahre alten Röhren auf den aktuellen Sicherheitsstandard ist sehr viel aufwendiger als ursprünglich angenommen. Lange Staus dürften Folge der Bauarbeiten sein. So bleibt der Tunnel, der täglich von 144.000 Verkehrsteilnehmern passiert wird, das Nadelöhr im Norden. Noch Mitte 2003 hatte der damalige Verkehrssenator Mario Mettbach den Ausbau des Brandschutzes und der Sicherheitsvorkehrungen entsprechend einer EU-Richtlinie bis 2007 angekündigt und die Kosten auf 45 Millionen Euro beziffert. Davon ist längst keine Rede mehr.

Die Entdeckung von Asbest verzögerte den Sanierungsbeginn um ein Jahr. Dann stellten die Planer auch noch fest, dass wesentlich gravierendere bauliche Eingriffe erforderlich sind als ursprünglich angenommen. Die statischen Verhältnisse gestalten sich als schwierig, die vom Bund übernommenen Sanierungskosten verdoppelten sich auf 90 Millionen Euro.

Nichts geht mehr Richtung Hamburg! Aufgrund von Baumaßnahmen bleibt der Elbtunnel bis 2009 eine Staufalle.

"Das wird ein halber Neubau", sagt Kerstin Feddersen, Sprecherin der Stadtentwicklungsbehörde. So müssen in regelmäßigen Abständen Öffnungen in die Decke eingelassen und alle 30 bis 60 Meter ganze Wandelemente auf 13 Metern Länge entfernt werden. Hierzu werden die verbleibenden Wände und die Decke vorübergehend abgestützt. Geplant ist der Einbau zusätzlicher Notausgänge, Brandschutzplatten und einer punktuellen Rauchabsaugung sowie der Umbau der Fahrbahnentwässerung. Gearbeitet wird Tag und Nacht sowie an den Wochenenden.

Die längsten Staus sind Anfang 2009 zu erwarten, wenn für rund zweieinhalb Monate nur zwei Tunnelröhren geöffnet sind. Nur Ostern 2007 werden für neun Tage alle vier Röhren zur Verfügung stehen. Der ADAC rechnet vor allem in den Hauptverkehrszeiten und in der Urlaubssaison mit erheblichen Verkehrsbehinderungen, hält die Verbesserungen der Sicherheit im Elbtunnel aber gleichwohl für dringend geboten.

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