Steinschlag und andere Übel

Steinschlag und andere Übel

Steinschlag und andere Übel

— 08.03.2002

Schwer getroffen

Wenn Lkw Ladung verlieren, Äste auf das Auto fallen oder Steinchen gegen die Scheibe geschleudert werden, hilft die Autoversicherung nicht immer.

Alltagsrisiko Steinschlag

Autofahrer sind manchmal schwer getroffen - im wahrsten Sinne. Wenn vom Vordermann Steinchen gegen Blech und Glas prallen oder ein Kiesel, der zwischen Lkw-Zwillingsreifen klemmte, wie ein Geschoss gegen das Auto geschleudert wird. Verantwortung muss der Steinewerfer dafür nicht übernehmen, denn die Straßen-Meteoriten zählen zum Alltagsrisiko beim Autofahren. Sprich, jeder muss die Ausbesserung der Steinschläge selber zahlen.

Finanzielle Trostpflaster gibt es nur bei Treffern auf der Windschutzscheibe, sofern eine Teilkaskoversicherung besteht. Ein klarer Haftpflichtfall ist umherfliegende Ladung. Zum Beispiel wenn ein Lieferwagen Kartons verliert, die das nachfolgende Fahrzeug beschädigen. Doch was tun, wenn der Verursacher verschwindet oder längst über alle Berge ist? Manchmal hilft die Anzeige gegen Unbekannt. "Die verlorene Ladung ist ein Beweismittel", erklärt Hans-Jürgen Petersen von der Polizei Hamburg. "Wenn in der Nähe Baustellen oder Lkw-Anfahrtswege liegen, haben wir gute Ermittlungschancen." Schwierig bis unmöglich wird es aber bei Fundsachen auf der Autobahn. Denn im internationalen Verkehr ist der Übeltäter selten zu finden.

Ohne Zeugen, keine Chance

Selbst wer direkt hinter einem Kieslaster von herabfallenden Steinen getroffen wird, kann den Fahrer nicht immer belangen. Denn der streitet in der Regel erst mal alles ab, und das Opfer kann den Vorfall nicht beweisen.

"Da hilft nur ein Beifahrer als Zeuge", sagt AUTO BILD-Versicherungsexperte Rolf Jung. Denn ohne Beweis oder ohne Spur vom Täter bleibt der Schaden am unschuldigen Fahrer hängen. Nur wer Vollkasko versichert ist, zahlt nicht aus eigener Tasche. Das gilt ebenso bei Schäden durch Steinschlag am Berg. Denn die Gemeinde ist nicht verpflichtet, einen völlig gefahrlosen Zustand zu garantieren, entschied das Oberlandesgericht Jena im Frühjahr 2000 (Az. 3 U 653/99).

Unschuldig ist die Gemeinde auch, wenn ein Sturm Bäume oder Äste knickt und dadurch Fahrzeuge beschädigt werden. Da hilft aber die Teilkasko, sofern vorhanden. Die empfiehlt sich vor allem in hagelträchtigen Gebieten. Denn Petrus konnte bisher keiner zur Verantwortung ziehen.

Im Überblick: Alles zum Thema Kfz-Versicherung

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