(dpa) Der Diebstahl eines Luxussportwagens in der Schweiz kommt einen Autodieb richtig teuer zu stehen. Zollfahnder übergaben dem 28-jährigen Polen in der Justizvollzugsanstalt Bayreuth vier Wochen nach der Tat einen Steuerbescheid über rund 370.000 Euro. Nach Angaben des Zollfahndungsamtes in München hatte der Mann im Mai 2011 zusammen mit zwei Komplizen bei einem Geschäftsmann im Kanton Zürich einen 1000 PS starken Bugatti Veyron, einen BMW 750 Li und einen Ferrari 599 GTB im Gesamtwert von rund 1,5 Millionen Euro geklaut. Auf dem Weg in die Heimat waren der 28-Jährige und einer seiner beiden Komplizen der Polizei in Bayreuth nach einer halsbrecherischen Verfolgungsfahrt ins Netz gegangen. Das dritte Fahrzeug fanden die Beamten später verlassen in Fürth. Von dessen Fahrer fehlt aber noch immer jede Spur.
Nach Angaben des Zolls erfüllt die Fahrt aus der Schweiz den Tatbestand des Schmuggels, weil die gestohlenen Fahrzeuge nicht in der EU zugelassen waren. Deshalb erließ das Hauptzollamt Schweinfurt für den gestohlenen Bugatti im Wert von weit mehr als einer Million Euro einen Steuerbescheid über 10 Prozent Zoll und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer.