Steuererklärung

Benzingeld vom Finanzamt

Steuererklärung 2005

— 28.04.2006

Benzingeld vom Finanzamt

Das gibt es für Autopendler, die ihre Steuererklärung abgeben. AUTO BILD erklärt, welche Kosten Sie rund um Arbeitsweg und Auto geltend machen können.

Wer ist das? Er faßt jedem ungestraft ins Portemonnaie – und bekommt doch nie genug Geld in die Finger. Na klar: der Finanzminister. Seine Folterinstrumente heißen kappen, kürzen, erhöhen. 2007 sind mal wieder die Berufspendler dran. Denn dann soll die Zahl der anrechenbaren Kilometer gekappt oder der Kilometersatz gekürzt werden (siehe "Bleibt alles anders?"). Darauf kommt noch die um drei Prozentpunkte erhöhte Mehrwertsteuer, natürlich auch auf den Sprit.

Trostpflaster: Bei der Steuerklärung für das Jahr 2005 (Abgabe bis 31. Mai 2006; Steuerberater haben bis September Zeit) sowie für das laufende Jahr gelten noch die bisherigen Regeln. Soll heißen: dem Fiskus keinen Euro Benzingeld schenken – jetzt erst recht. So klappt's:

• Fahrgemeinschaften ärgern den Finanzminister richtig. Denn damit halbiert, drittelt oder viertelt jeder Teilnehmer den Betrag, den er an Benzingeld zahlt – und damit auch an Mineralölsteuer. Die Kilometerpauschale darf aber dennoch jeder voll abrechnen. So, als würde er sein Auto täglich einsetzen. Ein Zugeständnis des Finanzministers an seinen Kollegen vom Umweltressort.

• Für die Fahrten zur Arbeitsstätte gilt eine Entfernungspauschale von 0,30 Euro pro Kilometer (einfache Strecke). Tip: Die Strecke muß nicht unbedingt die kürzeste sein. Denn eine längere kann dann gewählt werden, wenn diese schneller zum Ziel führt.

• Von der Zahl der Wochenarbeitstage eines Jahres sind Feier- und Krankheitstage sowie der Urlaub abzuziehen. Bei einer Fünftagewoche können üblicherweise bis 230 Arbeitstage angegeben werden.

• Kilometerkosten dürfen nur einmal pro Tag abgesetzt werden, auch wenn die Arbeit für eine Heimfahrt unterbrochen wird. Ausnahme: Wer einen Zweitjob hat, kann die Kosten auch dafür absetzen.

• Rechenbeispiel: 38 km x 0,30 Euro x 230 Tage macht 2622 Euro Steuerfreibetrag. Wie hoch die effektive Ersparnis dann ausfällt, entscheidet der persönliche Steuersatz.

• Der Steuerfreibetrag für die Entfernungspauschale ist auf 4500 Euro pro Jahr begrenzt. Macht ein Autopendler allerdings höhere Kosten "glaubhaft", können diese angesetzt werden. Das regelt ein Rundschreiben des Bundesfinanzministeriums (Aktenzeichen IV C 5 - S 2351 - 300/01), auf das sich Autofahrer berufen können.

• Wer Park and Ride praktiziert, kann neben der Kilometer-Pauschale für die Autofahrt bis zum Bahnhof die vollen Kosten für Bus und Bahn auch dann angeben, wenn diese über der Pauschale von 30 Cent pro Kilometer liegen. Also die "tatsächlichen Kosten", etwa einer Jahreskarte.

• Kosten durch einen Unfall auf dem Arbeitsweg sind absetzbar, etwa für Reparatur und Kasko-SB – und für Umzugskosten, wenn der Umzug beruflich bedingt war. Dazu zählt auch, wenn sich die Fahrt zu einer beibehaltenen Arbeitsstelle (hin und zurück) um mindestens eine Stunde verkürzt (Urteil des BFH, Az. VI R 175/99). Die Pauschalen betragen 561 Euro für Singles und 1121 Euro für Ehepaare, plus 247 Euro für jeden Angehörigen. Die Rechnung eines Spediteurs oder für einen Miet-Lkw sowie weitere Kosten können zusätzlich abgesetzt werden.

Autor: Roland Bunke

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