USA sponsert deutsche Diesel: Für den VW Jetta zum Beispiel gibt's 1300 Dollar zurück.

Steuergeschenk für Autokäufer

— 20.08.2008

Amerika will den Diesel

Die US-Steuerbehörde IRS fördert den Kauf deutscher Dieselfahrzeuge: Künftig erhalten Käufer eines Volkswagen Jetta TDI oder Mercedes Bluetec in den Vereinigten Staaten umgerechnet bis zu 1200 Euro vom Preis zurück.

Seit Jahren versuchen deutsche Hersteller, den Diesel in den USA hoffähig zu machen. Bisher blieb das Ergebnis bescheiden. Doch nun erfolgte mit der Aufnahme in ein Förderprogramm der Regierung die offizielle Anerkennung. Gelingt Mercedes und Volkswagen damit das scheinbar Unmögliche? Seit Jahrzehnten hat sich in den Köpfen der US-Autofahrer das Bild vom stinkenden, rauchenden, schmutzigen Diesel förmlich festgefressen. Kein Mensch fuhr einen Selbstzünder, es sei denn er war Trucker und dazu verdammt, Tage und Wochen über die Highways zu brummen. Man kam gar nicht auf die Idee, sich privat einen Diesel zu kaufen – es gab schlicht keine!

Vor rund zwei Jahren war Mercedes in Amerika angetreten, dieses Bild zu korrigieren. Mit Bluetec, dem saubersten Diesel der Welt, den der Autohersteller gemeinsam mit Bosch entwickelt hatte. Volkswagen und Audi traten der Allianz wenig später bei. Es war der Beginn einer beispiellosen Werbekampagne für den Diesel. Den Deutschen spielte dabei in die Hände, dass im Herbst 2006 neue Vorschriften in Kraft traten, die einen erheblich geringeren Schwefelanteil im Dieselöl verlangten. Auch die steigenden Spritkosten und das wachsende Umweltbewusstsein bewirkten parallel bei "Uncle Sam", wie Amerikaner die Bundes-Autoritäten (U.S.) scherzhaft nennen, ein Umdenken.

Der Mercedes E320 mit sauberem Bluetec-Diesel wird mit 900 US-Dollar gefördert.

Nun sieht es so aus, als ob die Bemühungen erste Wirkung zeigen: Die US-Steuerbehörde IRS hat vier deutsche Typen in das Programm "Tax Credit for Qualified Hybrid Vehicles", zu deutsch etwa Steuersubvention für qualifizierte Hybridfahrzeuge, aufgenommen – auch wenn sie eigentlich keine Hybride sind. Entscheidend war der geringe Schadstoffausstoß bzw. die Sparsamkeit. So erhalten Käufer des Mercedes ML 320 Bluetec auf Antrag 900 US-Dollar Steuerrückzahlung von ihren Bundessteuern – faktisch eine Beihilfe des Staates. Doppelt so viel sind es beim Geländewagen GL 320 Bluetec: Mit 1800 US-Dollar subventioniert der amerikanische Gesetzgeber quasi den Kauf eines Mercedes. Für den R320 Bluetec gibt es 1550 US-Dollar retour. Die Förderung des neuen VW Jetta TDI, den eine Zweiliter-Maschine mit 103 PS antreibt, stand bereits seit Ende Juli fest – sie beträgt 1300 US-Dollar. Das Fahrzeug ist mit einem Speicherkatalysator für Stickoxide (NOx) ausgerüstet. Allerdings gilt das Staats-Sponsoring nur für die ersten 60.000 Fahrzeuge des jeweiligen Typs. Das Gesetz wurde 2005 verabschiedet und fordert unter anderem, dass die zu fördernden Autos in allen 50 US-Staaten zugelassen werden können. Die meisten Typen scheitern an den strengen Umweltvorschriften in Kalifornien. Die Diesel von VW und Mercedes sind die ersten, denen eine amerikaweite Zulassung gelang.

Autor: Roland Wildberg

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.