Steuerreform 2004

Steuerreform 2004

— 19.01.2004

Damit müssen Sie rechnen

Neues Jahr, endlich gilt die Steuerreform. Sie verspricht allen Arbeitnehmern mehr netto – im Prinzip. Doch die Auto-Pendler werden zur Finanzierung der Steuersenkung teils kräftig zur Kasse gebeten.

Für 2003 gilt noch das alte Kilometergeld

Um rund 15 Milliarden Euro werden Deutschlands Steuerzahler im Jahr 2004 entlastet – unter anderem verteilt auf rund 38 Millionen Arbeitnehmer. Da bleibt es nicht aus, dass die einen mehr, die anderen weniger von der Reform profitieren. Zur zweiten Gruppe gehören die Autopendler, denn die Kilometerpauschale für den Weg zur Arbeit wird zur teilweisen Gegenfinanzierung der Steuerreform auf einheitlich 30 Cent pro Kilometer gekürzt.

Bislang können 36 Cent für die ersten zehn Kilometer und 40 Cent für jeden weiteren Kilometer als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Die bisherigen Sätze gelten aber noch für die Steuererklärung für das Jahr 2003, die wie üblich bis spätestens 31. Mai beim Finanzamt eingereicht werden muss.

Für den Autofahrer bringt die Gegenfinanzierung der Steuerreform die Faustformel: Je weiter der Weg zur Arbeit, desto mehr muss er von seiner nach Einkommen und Steuerklasse individuell bemessenen Steuerentlastung abziehen, um sein tatsächliches Plus im Portemonnaie zu ermitteln. Bei bis zu zehn Kilometer Arbeitsweg (einfache Strecke) beträgt der Abzug 51 Euro – siehe Tabelle. Abzug bedeutet realer Abzug von der Steuerentlastung und nicht etwas nur verminderte Werbungskosten durch geringere Kilometerpauschale.

Wer weit fährt, spart kaum noch Steuern

Dreistellig wird dieser Betrag dann ab 20 Kilometer. Und wer 40 Kilometer und mehr fahren muss, ist ab 200 Euro dabei. Rechenbeispiel: Wer als Verheirateter (zwei Kinder) 40.000 Euro Jahreseinkommen hat, wird um 594 Euro entlastet. Fährt er 20 Kilometer zur Arbeit, muss er davon 99 Euro abziehen, es bleiben also 495 Euro. Fährt er 40 Kilometer, ergeben sich schon 223 Euro Abzug.

Vollends zum Spiel "Linke Tasche rein, rechte Tasche raus" wird die Reform für Arbeitnehmer mit sehr langem Weg. Bei 80 Kilometer Weg etwa bleiben nach der Gegenrechnung von 470 Euro durch das gekürzte Kilometergeld gerade einmal 124 Euro übrig – macht pro Monat 10,33 Euro. Dennoch bleibt es für Autofahrer wichtig, auch das gekürzte Kilometergeld tatsächlich zu beantragen.

Das geht auf zweierlei Art: entweder mit der Steuererklärung für das abgelaufene Jahr oder per Eintrag eines Freibetrages auf der Lohnsteuerkarte 2004. Dieser Eintrag lohnt für alle, deren Kilometergeld – sowie eventuelle weitere Werbungskosten oder Sonderausgaben – den ab 2004 geltenden, auf 920 Euro gesenkten „Pauschbetrag für Arbeitnehmer“ (bislang 1044 Euro) um mindestens 600 Euro übersteigt. Wer noch die alten Sätze hat eintragen lassen, muss dies nicht zwingend ändern. Er sollte es aber besser, sonst droht 2005 eine Steuernachzahlung.

Für den Eintrag gilt: Die Lohnsteuerkarte vom Arbeitgeber aushändigen lassen und mit dem "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" beim Finanzamt vorlegen, der Ehepartner muss den Antrag mit unterschreiben. Dann bleibt monatlich gleich mehr netto übrig. An den Finanzminister zu verschenken hat schließlich auch 2004 niemand etwas – Steuerreform hin oder her.

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