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Strafen bei Verkehrsdelikten

— 26.02.2009

Teures Ausland

Obwohl die Bußgelder bei uns kürzlich drastisch erhöht wurden, kommen deutsche Autofahrer bei vielen Vergehen noch glimpflich davon. Wer sich auf ausländischen Straßen daneben benimmt, wird mitunter bestraft wie ein Schwerverbrecher.

Als zum 1. Februar 2009 der neue Bußgeldkatalog in Kraft trat, war dies die gravierendste Verschärfung seit der Einführung des Regelwerks in Deutschland. Dennoch kommen deutsche Autofahrer bei Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr noch relativ milde davon – verglichen mit dem europäischen Ausland. Im schlimmsten Fall kann die Urlaubsfahrt dort schon mal im Gefängnis enden. Oder am Bahnhof, wenn – wie in Italien bei Trunkenheitsfahrt mit mehr als 1,5 Promille – der Wagen beschlagnahmt und zwangsversteigert wird. Auch in anderen Ländern behalten sich die Behörden diese Sanktion vor, um den Autofahrer an der Flucht nach Hause zu hindern.

Handy am Steuer – in Italien teuer

Denn bisher können Knöllchen aus dem Ausland bei uns nicht vollstreckt werden; nur mit Österreich existiert eine entsprechende bilaterale Vereinbarung.  Speziell bei Rasern mit mehr als 60 km/h über dem Limit und Alkoholfahrern über 1,2 Promille legen auch die Spanier gern den Wagen an die Kette. Doch die Wogen müssen nicht gleich so hoch schlagen, um die Ferienstimmung zu vermiesen. Zwar hat Amsterdam 2008 die lästige Parkkralle gegen Falschparker ersatzlos verschrottet, doch wer am Steuer telefoniert, wird überall in den Niederlanden unnachsichtigt bestraft: 150 Euro kann die Nachlässigkeit kosten. In Italien werden beim gleichen Vergehen bis zu 155 Euro fällig.

Hier geht es zum Bußgeldrechner von autobild.de

Andere Länder, andere (Verkehrs-)Sitten: Am strengsten verfährt man mit Verkehrssündern in Skandinavien; dort kann ein Verstoß schon beinahe den Gegenwert eines Monatsverdienstes kosten. Zum Beispiel sind bei Rotlichtvergehen und Überholen trotz Verbots in Norwegen bis zu 590 Euro fällig. In den baltischen Staaten hingegen sind Bußgelder vergleichsweise niedrig; allerdings sticht bei der Promillegrenze Estland hervor; hier sind lediglich 0,1 Promille am Steuer erlaubt. Der ADAC empfiehlt Reisenden dringend, sich vor der Fahrt über die speziellen Vorschriften im jeweiligen Zielland zu informieren.

Die Tabelle zeigt die wichtigsten "Hausnummern":
Land Promille Alkohol 20 km/h zu schnell Parkverstoß Handy am Steuer
Belgien 0,5 ab 140 Euro ab 100 Euro ab 50 Euro ab 100 Euro
Bosnien-Herzegowina 0,5 ab 150 Euro ab 15 Euro 20 Euro ab 10 Euro
Bulgarien 0,5 ab 200 Euro ab 20 Euro ab 40 Euro ab 15 Euro
Dänemark 0,5 1) ab 1 MV 70-270 Euro 70 Euro 70 Euro
Deutschland 0,5 ab 250 Euro bis 35 Euro 10-70 Euro 40 Euro
Estland 0,0 bis 1150 Euro bis 35 Euro bis 70 Euro ab 15 Euro
Finnland 0,5 2) ab 15 TS ab 70 Euro 10-40 Euro bis 80 Euro
Frankreich 0,5 ab 135 Euro ab 90 Euro ab 10 Euro ab 35 Euro
Griechenland 0,5 ab 100 Euro ab 50 Euro ab 40 Euro ab 50 Euro
Großbritannien 0,8 bis 6500 Euro ab 75 Euro ab 40 Euro ab 75 Euro
Irland 0,8 ab 1270 Euro ab 80 Euro ab 40 Euro ab 60 Euro
Island 0,5 ab 490 Euro ab 70 Euro ab 10 Euro ab 35 Euro
Italien 0,5 ab 540 Euro ab 155 Euro ab 35 Euro ab 155 Euro
Kroatien 0,0 ab 135 Euro bis 70 Euro ab 40 Euro ab 70 Euro
Lettland 0,5 ab 140 Euro ab 10 Euro ab 5 Euro 15 Euro
Litauen 0,4 ab 290 Euro ab 10 Euro ab 10 Euro ab 10 Euro
Luxemburg 0,5 ab 145 Euro ab 50 Euro ab 25 Euro 75 Euro
Malta 0,8 ab 480 Euro ab 25 Euro ab 25 Euro k.A.
Mazedonien 0,5 ab 65 Euro ab 30 Euro ab 25 Euro 40 Euro
Montenegro 0,5 ab 60 Euro ab 20 Euro ab 20 Euro 20 Euro
Niederlande 0,5 ab 250 Euro ab 100 Euro ab 50 Euro 150 Euro
Norwegen 0,2 ab 560 Euro ab 395 Euro 90 Euro 150 Euro
Österreich 0,5 ab 220 Euro ab 20 Euro ab 20 Euro 50 Euro
Polen 0,2 ab 145 Euro ab 10 Euro ab 20 Euro ab 40 Euro
Portugal 0,5 ab 250 Euro ab 60 Euro ab 30 Euro ab 120 Euro
Rumänien 0,0 ab 125 Euro ab 85 Euro ab 30 Euro ab 30 Euro
Schweden 0,2 ab 180 Euro ab 260 Euro ab 40 Euro --
Schweiz 0,5 ab 380 Euro ab 110 Euro ab 25 Euro 65 Euro
Serbien 0,5 ab 55 Euro ab 20 Euro 20 Euro keine Angaben
Slowakei 0,0 bis 230 Euro ab 160 Euro bis 135 Euro bis 135 Euro
Slowenien 0,5 ab 180 Euro ab 50 Euro ab 40 Euro 120 Euro
Spanien 0,5 ab 300 Euro ab 90 Euro bis 90 Euro ab 90 Euro
Tschechien 0,0 ab 900 Euro ab 40 Euro ab 35 Euro ab 40 Euro
Türkei 0,5 ab 150 Euro ab 60 Euro 30 Euro keine Angaben
Ungarn 0,0 ab 330 Euro ab 100 Euro ab 10 Euro bis 100 Euro
Zypern 0,5 bis 1700 Euro ab 10 Euro 25 Euro 85 Euro
1) MW = Monatsverdienst (netto)
2) TS = Tagessatz

Autor: Roland Wildberg

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