Strategiekonferenz Elektromobilität

— 25.11.2008

Deutschland unter Strom

Chrysler Eco Voyager
2018 könnten eine Million Elektroautos durch Deutschland stromern. Die "Nationale Strategiekonferenz Elektromobilität" blickt in die Zukunft – und die Hersteller zeigen, was heute schon geht.
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Von Stephan Bähnisch Die Zukunft fährt elektrisch, da sind sich Politik und Autobauer ausnahmsweise einmal einig. Doch was nützen die schönsten Elektro-Autos, wenn die Infrastruktur fehlt, um sie aufzuladen. Seit Dienstag (25. November 2008) ist Deutschland in Sachen Elektroauto einen Schritt weiter: Auf einer Konferenz in Berlin werden Rahmenrichtlinien und Projekte verabschiedet, die unsere elektrische Mobilität sichern sollen. Und es ziehen alle an einem Strang bei der "Nationalen Strategiekonferenz Elektromobilität". Daimler, Volkswagen, BMW, Continental, Vattenfall, RWE, Evonik, Twike, EcoCraft Automotive, RUF und die Hochschule Bochum arbeiten gemeinsam mit den zuständigen Ministerien daran, möglichst schnell möglichst viele Elektrofahrzeuge auf die Straßen zu bringen. Dabei liefern die Autobauer die Fahrzeuge zu, die Energiekonzerne sorgen für Strom und vor allem Stromtankstellen.

Elektrisch übern Alex: In Berlin tummelt sich zurzeit alles, was mit Strom fährt.
Elektrisch übern Alex: In Berlin tummelt sich zurzeit alles, was mit Strom fährt.
"Die deutsche Automobilindustrie begrüßt, dass die Bundesregierung mit dem Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität die strategisch wichtige Herausforderung Elektromobilität aufgreift und voranbringt. Nur ein gemeinsames und ganzheitliches Vorgehen von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Energieversorger führt zum Erfolg", betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Forschungsprojekte gibt es reichlich. BMW schickt zunächst 50 Elektro-Minis durch die Straßen von Berlin, unterstützt von Vattenfall. In Kürze sollen es 500 weltweit sein. Daimler rüstet gemeinsam mit RWE A- und B-Klassen mit Brennstoffzelle für die elektrische Reise, Opel übergibt am Mittwoch ein Brennstoffzellenfahrzeug an AUTO BILD (autobild.de wird berichten). Dennoch geht Wissmann davon aus, dass es noch rund zehn Jahre dauert, bevor die Stromer die Straßen erobern. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) kann sich vorstellen, dass ab 2020 eine Million Elektroautos auf unseren Straßen rollen.
Alles steht und fällt mit der Batterie
Dass Elektroantrieb nicht zwangsläufig Verzicht auf Fahrspaß bedeutet, macht der Mini E deutlich: Der 204 PS starke Antrieb beschleunigt den Versuchsträger immerhin auf rund 160 km/h. Die Reichweite liegt bei 250 Kilometern, als Energiespeicher dienen Lithium-Ionen-Batterien. BMW-Vorstand Norbert Reithofer setzt große Hoffnungen in den Versuch: "Der Mini E stößt im Betrieb kein einziges Gramm CO2 aus. Wir wollen nun wissen, wie normale Kunden ein Elektrofahrzeug im Alltag einsetzen", sagte er heute in Berlin.

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Die neue Technik steht und fällt dabei mit dem Energiespeicher, betont VDA-Präsident Wissmann – eine besondere Herausforderung an die Zulieferer, die ebenfalls mit im Boot sitzen. Die bisherigen Speicher waren zu schwer, zu schwach und zu teuer. Jetzt sei, so Wissmann, mit der Lithium-Ionen-Batterie die Lösung in Sicht: "Diese Speichertechnik bedeutet einen Quantensprung, der bei Energie- und Leistungsdichte sowie Langlebigkeit allen bisher verwendeten Technologien weit überlegen ist. Wer hier die Nase vorn hat, sichert die Märkte der Zukunft." Die Bundesregierung fördert die neuen Technologien mit zunächst 60 Millionen Euro aus dem Topf des Verkehrsministeriums. So soll Deutschland binnen zehn Jahren zum Leitmarkt für Elektromobilität werden. An der Konferenz in Berlin nehmen rund 400 Experten und Entscheidungsträger aller wichtigen Branchen und Gremien teil. Bereits jetzt steht fest: Es werden Nägel mit Köpfen gemacht.
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