Streik bei DaimlerChrysler, Audi, Porsche

Streik bei DaimlerChrysler, Audi, Porsche

Streik bei DaimlerChrysler, Audi, Porsche

— 06.05.2002

Alle Räder standen still

Bei den schwäbischen Autobauern wurde gestreikt. DaimlerChrysler, Audi und Porsche wollen die Produktionsrückstände schon bald wieder aufholen.

Kein Auto rollte vom Band

Bei DaimlerChrysler, Audi und Porsche ging am Montag (6.5.) nichts. Durch den Streik in der Metall- und Elektroindustrie standen die Bänder still. Damit fiel die komplette Tagesproduktion aus: Bei DaimlerChrysler wurden auf Nachfrage von autobild.de in den Werken in Sindelfingen und Rastatt insgesamt 2500 Fahrzeuge nicht gefertigt. Für das Mercedes-Benz-Werk bedeutete dies auch eine logistische Aufgabe. 1400 Lastwagen der Zulieferer und Speditionen kommen täglich nach Sindelfingen. "Die mussten wir abbestellen", sagt ein DaimlerChrysler-Unternehmenssprecher. Dennoch sei die Zusammenarbeit mit der IG Metall gut, alles laufe geordnet ab.

Audi rechnet nach Unternehmensangaben mit einer Einbuße der Tagesproduktion in Neckarsulm von ca. 1000 Autos. Bei Porsche sind es 145 Fahrzeuge; ein Umsatzverlust von rund zehn Millionen Euro. Die anderen Hersteller machten keine Angaben zu den Umsatzeinbußen. "Für uns ist der Streik volkswirtschaftlich schädlich", so Christian Dau, Pressesprecher von Porsche. Dennoch gehen die Hersteller davon aus, durch flexible Arbeitszeiten und Sonderschichten in Absprache mit den Betriebsräten die Produktion des Streiktages noch in diesem Geschäftsjahr wieder hereinzuholen.

Am Dienstag (7.5.) soll die Arbeit in den Werken der Hersteller wieder aufgenommen werden. Die IG Metall verfolgt in diesem Streik eine flexible Taktik ("Flexi-Streik"), die einzelne Firmen nur tage- oder schichtweise lahm legt. So sollen nach Angaben der Gewerkschaft Fernwirkungen auf Lieferanten und Kunden möglichst gering gehalten werden.

Streik auch beim Mittelstand

Wann der Streik endet, ist offen. "Wir wollen keine Arbeitsplätze gefährden, der Volkswirtschaft keinen Schaden zufügen. Fest steht aber, dass wir in diesem Jahr unseren Arbeitskampf nicht nur auf große Unternehmen wie DaimlerChrysler, Porsche oder Audi konzentrieren. Auch die Mittelständler werden bestreikt", so Baden-Württembergs IG-Metall-Chef Berthold Huber zum Hamburger Abendblatt. Am Mittwoch (8.5.) plane die IG Metall vor allem in den kleineren und mittleren Betrieben Streiks, auch in Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten. Für den Autokäufer werde der Streik keine Auswirkungen haben. "Ich will jedoch nicht ausschließen, das man zehn Tage länger auf sein Auto warten muss. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude", so Huber.

Seit Sonntag (5.5.) läuft der erste Streik in der Metall- und Elektroindustrie seit sieben Jahren. Insgesamt sind 50.000 Beschäftigte in 20 baden-württembergischen Betrieben aufgefordert, sich am Streik zu beteiligen. Ziel ist eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 6,5 Prozent. Diese Forderung wies der Präsident des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall, Ottmar Zwiebelhofer, in einem Interview mit dem ARD-Morgenmagazin zurück. Mit seinem Angebot von 3,3 Prozent und 190 Euro sei der Arbeitgeberverband an die Obergrenze gegangen.

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