Streik der IG Metall

Streik der IG Metall

— 25.04.2002

Ein Tag kostet 300 Millionen Euro

Wenn Arbeitnehmer für ein paar hundert Euro mehr streiken, kostet das die Autohersteller ein paar hundert Millionen - pro Tag.

Der Countdown läuft: Nach den gescheiterten Tarifverhandlungen können die Gewerkschaftsmitglieder der IG Metall bis 30. April 2002 darüber abstimmen, ob es zum ersten großen Metaller-Streik seit 1995 kommt. Und der hätte Konsequenzen. Wenn die Fließbänder der deutschen Autohersteller ins Stocken geraten, bekommt die Volkswirtschaft einen bösen Dämpfer. Denn pro Streiktag werden rund 24.000 Autos weniger gebaut. Das entspricht einem Umsatzverlust von rund 300 Millionen Mark, so die Kalkulation von Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen und Direktor des Center Automotive Research (CAR).

Der Löwenanteil des drohenden Umsatzausfalls entfällt auf die Zulieferindustrie, denn die Fertigungstiefe beträgt bei den Autobauern heute weniger als 30 Prozent. Heißt: Rund 210 Millionen Euro Ausfall gehen zu Lasten der mittelständischen Zulieferer. Mit allen Folgen wie mangelnde Liquidität, steigende Kosten, weniger Kapital für neue Investitionen. "Die Zulieferer im Ausland sind die großen Gewinner beim IG Metall-Streik", sagt Dudenhöffer. "Der Streik ist ein Geschenk für die neue Osteuropa-Konkurrenz, sprich Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn." Vor allem ein längerer Metaller-Streik schwächt den anlaufenden Wachstumsprozess der deutschen Zulieferer, national wie international. "Damit wird die Chance der Zuliefererindustrie als Job-Maschine der nächsten Jahre einen Knick bekommen", prognostiziert Dudenhöffer. Ein Streik habe extreme Langzeitwirkung für die deutsche Volkswirtschaft.



Quelle: Schätzung Dudenhöffer CAR, April 2002

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