Streit um City-Maut

Streit um City-Maut

— 29.02.2008

Porsche erwägt Klage gegen London

Wenige Wochen vor der Bürgermeisterwahl tobt in Englands Metropole London ein neuer Streit ums Thema City-Maut. Porsche will sogar gegen eine Sondersteuer für sogenannte "Chelsea-Tractors" klagen.

Weil Londons Bürgermeister Ken Livingstone, der im Mai zur Wiederwahl steht, die City-Maut ab Herbst drastisch erhöhen will, erwägt Porsche in Großbritannien ein Klage gegen die Stadt. Autos, die über 225 Gramm CO2/km ausstoßen ("Chelsea-Tractors"), sollen statt acht dann 25 Pfund (33 Euro) pro Innenstadtfahrt zahlen. Andy Goss, Porsches England-Chef, hält dies für "unverhältnismäßig" und stellt die gesamte City-Maut infrage. "Das im Maut-Jahr reduzierte CO2 entsteht auf dem Flughafen Heathrow in nur vier Minuten." Porsche hat nun eine Online-Petition gegen die teurere Maut organisiert.

Kurzinterview mit Bürgermeisterkandidat Brian Paddick

Brian Paddick (Liberal-Demokraten) will auf eine City-Maut-Erhöhung für Spritfresser verzichten.

AUTO BILD: Sollten Sie im Mai neuer Bürgermeister von London werden, wird es keine City-Maut-Erhöhung für Spritfresser geben. Warum diese Rücksicht auf die Geländewagen reicher Londoner, die sogenannten Chelsea Tractors? Paddick: Weil diese Maßnahme von Bürgermeister Livingstone das Verkehrsproblem unserer Stadt nicht löst. Eine City-Maut soll ein vorrangiges Ziel haben: den innerstädtischen Verkehr wieder zum Laufen zu bringen. Das ist der beste Weg für eine Verbesserung der Luft in der Stadt. Nicht eine noch höhere City-Maut, die Porsche-Fahrer eh zahlen können.

Die Stimmen der Londoner SUV-Fahrer dürften Sie sicher haben. Mag sein, aber ich nehme auch die Autobauer in die Pflicht. Sie müssen neue Emissionsgrenzwerte einhalten. Außerdem will ich die City-Maut ja nicht wieder abschaffen. Immerhin ist die Zahl der Autos in der Innenstadt seit Februar 2003 um 21 Prozent gesunken. Was darf eine City-Maut denn kosten? Mein Zehn-Punkte-Plan für eine Innenstadt ohne Verkehrschaos und mit sauberer Luft sieht unter anderem eine Mautgebühr von zehn Pfund, also etwa 13,20 Euro, vor. Und zwar sieben Tage in der Woche, 24 Stunden lang. Darüber hinaus brauchen wir einfach schlauere Ampelschaltungen und ein besseres Baustellenmanagement.

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