Streit um Wechselkennzeichen

Streit um Wechselkennzeichen

— 12.02.2010

Allianz der Bremser

Das Ringen um das mehrfach nutzbare Wechselkennzeichen hält an. Zwar laufen inzwischen Gespräche auf höchster Ebene, doch die großen Kfz-Versicherungen blocken weiter.

Neulich hatte der Hamburger Versicherungsmakler Steffen Benecke wieder einen dieser Anrufe. Ein Kunde verlangte nach einer einzigen Autonummer für zwei Pkw. "Gibt es in Deutschland nicht", musste Benecke seinen Klienten bescheiden. Doch das könnte sich bald ändern. Zwischen Bundesverkehrsministerium und Versicherungswirtschaft laufen erste Gespräche zur Einführung des Wechselkennzeichens – eines Nummernschilds, das für mehrere Fahrzeuge gilt. Doch die Gespräche sind schwierig. Im Dezember 2009 sah der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) "keinen Bedarf" für ein solches Nummernschild.
Im Überblick: Alles zum Thema Kfz-Kennzeichen


Noch bilden die meisten Versicherungen eine Allianz der Bremser. Auf dem Tisch liegt der Vorschlag, immer nur das teuerste Fahrzeug zu versichern – eventuell zuzüglich eines Aufschlags. Doch die Konzerne befürchten viel Aufwand und keinen Ertrag. "Die Prämieneinnahmen würden sich nur unwesentlich verändern", vermutet die R+V. Die HUK-Coburg hat zwar keine "grundsätzlichen Einwände", fordert aber eine "risikoadäquate Tarifierung". Kommentar der Zurich: "Unsere Erfahrungen in der Schweiz zeigen, dass das Wechselkennzeichen schon mal vergessen wird." Schwierigkeiten "in der technischen Umsetzung" und beim Errechnen einer "risikogerechten Tarifierung" befürchtet die Allianz. Bei der VHV hat man bisher keinen "ausgeprägten Kundenbedarf und daher keine Notwendigkeit" ausgemacht.

Zahlen aus Österreich lassen allerdings einen anderen Schluss zu. Dort fahren 8,6 Prozent aller Pkw mit Wechselnummernschildern. Umgerechnet auf Deutschland wären das zwischen drei und fünf Millionen Autos. Einen Konjunkturschub wie bei der Abwrackprämie traut Robert Rademacher dem W-Kennzeichen zwar nicht zu. "Es würden aber einige Autos mehr verkauft werden, gesamtwirtschaftlich ist das ein richtiger Schritt", so der Präsident des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe.

Ramsauer will Vorschlag prüfen

Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will das Thema "wohlwollend und ergebnisoffen prüfen". Diskutiert wird ein teilbares Kennzeichen, das aus zwei Hälften besteht. Eine bleibt mitsamt der Plaketten immer an den Autos, die andere ist abnehmbar und wird bei Fahrtantritt neben den festen Teil geklemmt. Im Gespräch ist auch, dass die neuen Bleche mit "W" enden – so wie von AUTO BILD vorgeschlagen. 

Autor: Claudius Maintz

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