Streit zwischen VW und IG Metall

Streit zwischen VW und IG Metall

— 01.09.2005

"Wie im Wilden Westen"

Die IG-Metall befürchtet den Abbau von 1000 Arbeitsplätzen in Deutschland, wenn VW das Golf-SUV Marrakesh in Portugal baut.

Der neue VW-Chef Wolfgang Bernhard soll kräftig aufräumen, Kosten sparen – und damit den Laden wieder nach vorne bringen. Damit eckt er natürlich öfters mal an, zuletzt mit der Kostensenkung beim Golf-Modelljahr 2006: kleinere Batterien gibt´s für die Basisbenziner – Peanuts, davon geht die Welt nicht unter.

Jetzt allerdings soll der Rotstift den Standort Wolfsburg treffen, und damit sind weder Betriebsrat noch IG Metall einverstanden. Bernhard will das neue Golf-SUV Marrakesh in Portugal bauen lassen, das sei pro Fahrzeug 1000 Euro günstiger als in Deutschland. Bis zum 26. September soll sich der Wolfsburger Betriebsrat Gedanken machen, ob es im Stammwerk nicht doch billiger geht – zum Beispiel innerhalb der Auto 5000 GmbH, die bereits den Touran günstiger produziert, als es der Haustarif vorsieht.

Betriebsrats-Chef Bernd Osterloh will jetzt "alles versuchen, das Auto nach Wolfsburg zu holen", sagte er den "Wolfsburger Nachrichten". Die IG-Metall machte ihrem Ärger lautstark Luft: Bezirksleiter Hartmut Meine sieht 1000 Arbeitsplätze in Gefahr und verwies auf die Tarifvereinbarungen vom Herbst 2004, die eine Montage des Marrakesh in Wolfsburg vorsehen – allerdings bei Prüfung der Produktion auf ihre Konkurrenz- und Wettbewerbsfähigkeit.

"Wir halten an der tariflichen Regelung fest", kündigte Meine an und wetterte gegen die Pläne des VW-Chefs: "Herr Bernhard muß zur Kenntnis nehmen, daß hier nicht Verhältnisse wie im Wilden Westen herrschen." In Wolfsburg gelten Vereinbarungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, an die sich auch der neue Markenvorstand halten müsse.

Autor: Michael Voß

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