Studie KTM X-Bow (mit VIDEO)

KTM X-Bow KTM X-Bow

Studie KTM X-Bow (mit VIDEO)

— 14.03.2007

Ausbruch der Technik

In Genf verblüffte Motorrad-Ikone KTM mit einem puristischen Leichtbau-Geschoss, das die Welt der Supersportwagen aufmischen soll.

Irgendwie erinnert dieses Geschoss an einen Auto gewordenen Hulk: Statt grüner Muskelberge aus zerfetzter Kleidung lugt aus der spärlichen Karosserie des X-Bow (gesprochen: Crossbow) die blanke Technik hervor. Metallstreben, Federbeine, Schalldämpfer – im Stil eines Naked Bikes protzt der orange-schwarze Renner mit seinen inneren Werten. Kein Wunder, denn sein Erbauer KTM ist der zweitgrößte Motorradhersteller in Europa. Mit dem ersten Sportwagen der Firmengeschichte werfen die Österreicher sämtliche Konventionen des Automobilbaus über den Haufen.

Gene eines Formel-Rennwagens

Dementsprechend erstaunt betrachtete das Publikum das nur 700 Kilogramm schwere Gefährt bei seiner Premiere auf dem Genfer Salon 2007. Ohne Dach und Türen präsentiert sich die puristische Fahrmaschine und erinnert mehr an einen Formel-Rennwagen als an einen Pkw. Die Gene bestätigen den Eindruck: Statt einer selbsttragenden Karosserie umgibt die beiden Insassen ein Monocoque. Diese aus Kohlefaser gebackene Kanzel schützt auch Alonso, Räikkönen und Co in ihren Dienstwagen. Und fand sich bisher nur bei sehr teuren Supersportwagen auf der Straße wieder.

Organspender GTI

Wo ist die Karosserie? Aus dem Monocoque ragt die blanke Technik.

Den X-Bow befeuert ein alter Bekannter: Der Zweiliter-Turbo-FSI verrichtet beispielsweise auch im VW Golf GTI oder Audi S3 seine Dienste, leistet in der Basisversion bei KTM 220 PS und stemmt von 2200 bis 4000 Touren satte 300 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle. Später soll noch eine auf 300 PS gedopte Version folgen. Aber die Fahrleistungen sind schon jetzt beeindruckend: 3,9 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 und eine maximale Querbeschleunigung vom 1,23-Fachen der Erdbeschleunigung sind Werte, bei denen Sportsfreunden warm ums Herz wird.

Heckantrieb ist Ehrensache

Sämtliche Instrumente pflanzten die Designer in die Lenkradnabe.

Der Fahrer schaltet – je nach Ausstattungswunsch – durch sechs Gänge eines manuellen Getriebes, oder er lässt sich vom Doppelkupplungsgetriebe S-tronic dabei helfen. Heckantrieb ist in jedem Fall Ehrensache. Sämtliche Instrumente pflanzten die Designer in die Lenkradnabe, ein klassisches Armaturenbrett sparten sie sich. Einen Kofferraum gibt es erst gar nicht. Damit gesetzlich vorgeschriebene Dinge wie Warndreieck oder Erste-Hilfe-Set an Bord sind, gibt es dafür ein kleines Staufach seitlich des Beifahrerfußraums. Die Produktion soll noch Ende 2007 starten. 55.000 Euro sind zunächst für eines der 100 Exemplare der ersten Baureihe fällig. Auf öffentlichen Straßen wird der KTM X-Bow ganz bestimmt für Aufsehen sorgen. Und – ganz im Stil von Hulk – etablierte Sportwagen von der Autobahn schmeißen.

Autor: Martin Westerhoff

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