Studie Opel Signum2

Studie Opel Signum2 Studie Opel Signum2

Studie Opel Signum2

— 24.02.2002

So kreativ kann Opel sein

Schöner Wohnen: "Signum2" von Opel räumt auf mit altem Gestühl und liefert ein völlig neues Wohlgefühl - sieht so die Zukunft aus?

Espressomaschine in der Mittelkonsole

Opel hat verstanden. Zumindest der Opel-Direktor für die Vorausentwicklung: Walter Treser. Sein Team machte sich endlich einmal Gedanken um das Wohl des Autofahrers. Die Planer steckten ihre kreativen Köpfe nicht nur in die Tiefen des Motorraumes - auf der Suche nach dem letzten PS. "Wir haben uns in den vergangenen 100 Jahren im Automobilbau von der reinen Fahr- und Transportmaschine hin zum Erlebensraum auf Rädern bewegt", sagt Treser. "Familie und Freizeit stehen immer mehr im Vordergrund."

Ob es jedoch gleich frisch gebrühter Espresso sein muss, den eine Maschine in der Mittelkonsole ganz professionell und garantiert kleckerfrei aus Pulverkaffeekapseln zaubert, darüber lässt sich streiten. Nicht jedoch über eine Reihe von innovativen Ideen, die den Autoalltag erleichtern. Und die bietet der Signum2, wie Opel seine kantige Studie nennt. Sie ist ein Mix aus Kombi und Coupé, liegt in der Größe zwischen Vectra und Omega und soll gleich mehrere Dinge miteinander verbinden: Behaglichkeit wie im Wohnzimmer, Kommunikation wie aus dem Büro, dazu hohe Flexibilität und leichte Bedienbarkeit.

Treser will nichts von einem "Wohnmobil" hören. Der Signum2 soll Flexibilität und Dynamik vermitteln. Optisch gibt die Studie einen Vorgeschmack auf die künftigen Opel-Modelle: hohe Lampen, dicker Trapezgrill, scharfe Karosseriekanten, die den Eindruck vermitteln, das Auto sei aus dem Vollen gefräst. Alles in allem wirkt der Signum sehr technisch orientiert. Was sich im Lack widerspiegelt. Je nachdem, wie das Licht gerade einfällt, wechselt der Ton (ähnlich dem Hologramm-Feld auf der ec-Karte), von Grünlich über Blau hin zu Platin und Goldbraun.

Menüführung über Dreh-Drück-Knöpfe

Für den Innenraum dagegen haben die Designer den Hightech-Look zurückgefahren, setzen mehr auf Behaglichkeit, was allein schon die beiden Brauntöne vermitteln. Schalter, Knöpfe und Konsolenabdeckung sind aus Aluminium. Den Einstieg macht Opel den Insassen besonders leicht. Sobald am Türgriff gezogen wird, drehen sich die Sitze etwa um 30 Grad nach außen. Der Griff zum gewohnten Lenkrad schlägt allerdings fehl - es ist keins da. Stattdessen eine Art Flugzeugsteuer, tief versenkt im Armaturenbrett. Erst wenn alle Türen geschlossen, der Fahrersitz in Position und die Automatik in Stellung "P" sind und der Motor gestartet werden kann, fährt der Volant aus seiner Hutze und nimmt die programmierte Memory-Stellung ein.

Die futuristische Form des Lenkrads ist möglich, weil die Ingenieure die Lenkung progressiv ausgelegt haben: Nur eine viertel Umdrehung reicht fürs Wenden oder Einparken. Kleine Lenkbewegungen um die Mittellage hingegen fühlen sich an wie gewohnt. Mit dem Herausfahren des Lenkrads wird im Signum auch das große Display sichtbar, auf dem sich Tacho und Drehzahlmesser mit Zeigern und Ziffern einblenden.

Der Hauptbildschirm, in Ruhestellung ebenfalls unter einer Klappe, thront mittig im Armaturenbrett, sodass er auch von beiden Passagieren im Fond eingesehen werden kann. Die Menüführung erfolgt, im Gegensatz zum neuen Siebener-BMW, nicht über einen, sondern über drei große Dreh-Drück-Knöpfe. Begründung: Opel hält es für nicht vorteilhaft, sich erst durch diverse Programme arbeiten zu müssen, nur um beispielsweise das Radio lauter zu drehen. Dem Beifahrer steht für die mobile Kommunikation ein ausfahrbarer Bildschirm zur Verfügung. Die drahtlose Tastastur dazu hat er auf dem Schoß.

Der Weg in eine heile Opel-Welt?

Wirkliches Neuland beschreitet Opel im Signum beim Thema Flexibilität. Endlich, nach über 100 Jahren, verschwinden die beiden Eisenstangen (Schalt- und Handbremshebel) zwischen den Sitzen. Dieser zentrale Platz ist zu wichtig, als ihn an antiquierte Technik zu verschwenden. Ein Drehschalter auf der Konsole reicht, um die Bremse zu lösen und die Automatik zu aktivieren. Den Raum nimmt nun ein flexibles Boxensystem ein, das in beliebiger Stellung auf einer Schiene arretiert werden kann.

Ob gekühlte Getränke, Kinderspielzeug, Büroordner oder die bereits erwähnte Espressomaschine: Die Verwendung der kleinen Container ist vielfältig. Zwei weitere Plätze dafür finden sich hinten im Kofferraum. Dieser lässt sich auf zweierlei Art variieren: Per Knopfdruck legt sich die Rückbank flach und fährt bis in Höhe der Hutablage komplett nach oben, bildet so eine geschlossene, stabile Abdeckung, unter der sogar ein Mountainbike Platz hat und vor neugierigen Blicken geschützt ist. Die Bank kann aber auch konventionell nach vorn umgeklappt werden für den Transport größerer Güter.

Zurzeit ist der Signum2 mit einem brandneuen Aluminium-V8-Benzindirekteinspritzer bestückt, der aus 4,3 Liter Hubraum 300 PS holt und nur 9,8 Liter verbrauchen soll. Ermöglicht wird dies durch zentral oben im Brennraum angeordnete Düsen sowie Abschaltung von bis zu vier Zylindern im Teillastbereich. Technik, die beste Chancen hat, den Serienanlauf zu erleben. Wie auch die vorderen Keramikbremsscheiben, denen Opel eine autolebenslange Haltbarkeit mit auf den Weg gibt. Also: nie wieder Klötze wechseln.

Der Signum auf dem Weg in eine entspannte, heile Opel-Welt? Offensichtlich waren die massiven Probleme der Traditionsmarke (Image, Qualität, Verkauf) ungemein motivierend.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.