Rolls-Royce 200EX in Genf 2009

Studie Rolls-Royce 200EX Studie Rolls-Royce 200EX

Studie Rolls-Royce 200EX

— 20.02.2009

Das kleine Experiment

Krisengeschüttelte Millionäre können aufatmen: Mit der Studie 200EX zeigt Rolls-Royce auf dem Genfer Salon 2009 eine Alternative zum Phantom. Halb so teuer. Und knapp einen halben Meter kürzer.

Ein Auto für die Niederungen des Alltags – für diese Zwecke pflegte Englands vornehmster Autohersteller stets mit einer "Standardbaureihe" zu dienen. Der etwas kleinere, bescheidenere Rolls-Royce sozusagen. Der Letzte war der Silver Seraph (bis 2002), der Nächste wird dieses Auto sein. Über den offiziellen Namen schweigen die Verantwortlichen (die heute bei BMW in München sitzen) beharrlich. Vorerst handelt es sich "um eine Studie". 200EX (für Experimental) heißt sie. Aber mit Verlaub: Bis auf ein paar Details entspricht sie der Serienversion. Auf der Frankfurter IAA im September 2009 tritt sie im Serientrimm an. Einen stattlichen Appetizer gibt es auf dem 79. Genfer Salon: Der 200EX ist 19 Zentimeter länger als eine lange Mercedes S-Klasse und acht Zentimeter höher. 13 Zentimeter mehr Radstand hat er auch. Putzig wirkt dieser Rolls-Royce höchstens, wenn er neben einem Phantom parkt: Der überragt ihn um weitere acht Zentimeter und erstreckt sich auf 5,83 Meter Länge. Statt nur lumpige 5,40 Meter.

Wie Prinz Charles in Turnschuhen: Sportlich, aber nicht unter Niveau

Da versteht der Betrachter dann auch, was bei RR das Wort relativ bedeutet. Relativ sei zum Beispiel auch die Verwandtschaft mit dem 7er von BMW. Relativ gering nämlich: Von der iDrive-Mimik mit der BMW-typischen "Benutzerführung" abgesehen, beschränkten sich die Gemeinsamkeiten darauf, dass die Technik aus demselben Haus stammt, dass die Basis des Sechsliter-Zwölfzylinders im Maschinenraum auch im 760i einziehen wird und dass an den Achsen je ein Rad befestigt ist (beim Rolls-Royce gewaltige 20-Zöller, hinten breiter als vorn). Und nicht zu vergessen: Beide hüllen sich in Stahlblech – die Alubauweise des Phantom mit ihrem wuchtigen Profilrahmen erschien den Konstrukteuren zu sperrig für das kompaktere Standardmodell. Die Fondtüren klappen wie beim Phantom nach hinten auf. Dahinter: handschuhweiches Leder, wunderbar schlichte Türverkleidungen, stilgerecht verarbeitetes Holz. Rund 200.000 Euro soll der "kleine" Rolls-Royce kosten. Also halb so viel wie ein Phantom. Geht doch, relativ.

Mehr zum neuen kleinen Rolls-Rocye erfahren Sie in AUTO BILD 8/2009, ab sofort im Handel. Und in der Bildergalerie.
Wolfgang König

Wolfgang König

Fazit

Rolls-Royce zeigt mehr Muskeln. Das wuchtige Heck des 200EX umweht ein Hauch von Macho. Innen geht es intimer zu als im großem Phantom. Aber das Rolls-Royce-Feeling bleibt auf dem gewohnten Niveau. Fondtüren, die nach hinten öffnen; kuschelige Rücksitze; erlesene Details. Luxus ohne Protz – ein Rolls-Royce pflegt die feineren Genüsse. Makelloses Leder, Hochglanzfurniere, vom Feinsten also. Und das wird sich hoffentlich auch nie ändern.

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