Studie über Pkw- und Lkw-Fahrer

Freunde werden sie nie Freunde werden sie nie

Studie über Pkw- und Lkw-Fahrer

— 14.11.2002

Freunde werden sie nie

Die Uniroyal-Studie untersucht Konflikte zwischen Autofahrern und Truckern. Ergebnis: Der Klassenkampf auf der Straße nimmt an Härte zu.

Vorurteile auf beiden Seiten

"Hallo, Partner – danke schön": ein alter Aufkleber an Lkw – und ein noch viel älterer Wunschtraum. Denn Partner der Straße werden sie wohl nie, die Pkw- Fahrer und die Trucker. Und Freunde schon gar nicht! Die 27. Uniroyal-Verkehrsuntersuchung, die sich mit den Beziehungen zwischen Lkw- und Pkw-Fahrern befasst, liefert die Bestätigung dafür, auch wenn sie milde von "belasteten Beziehungen" spricht.

"Vorurteile auf beiden Seiten verhindern ein besseres Verständnis", urteilen die Autoren der am 14. November vorgestellten Studie, Dr. Dieter Ellinghaus und Prof. Dr. Jürgen Steinbrecher: "Jeweils der andere gilt als Rüpel oder Bösewicht." Dabei sind die Vorurteile der Trucker gegenüber Pkw-Fahrern viel ausgeprägter und negativer als umgekehrt. Der Konflikt ist ein Dauerbrenner. Auch, weil viele Lkw-Fahrer sich ihr Recht erzwingen.

Zitate aus der Studie: "Wenn ich zum Überholen ausschere, müssen Pkw-Fahrer in Kauf nehmen, abbremsen zu müssen." Jeder dritte Trucker gibt zu, vor Autobahnverengungen "im Bedarfsfall nach links zu ziehen, um zu verhindern, dass sich Pkw nach vorn mogeln." Eine verbotene Nötigung. Andere sagen: "Ich überhole auf der Autobahn auch dann, wenn ich weiß, dass das sehr lange dauern wird." Das klassische Elefantenrennen. Verboten, trotzdem Alltag auf Autobahnen.

Alles Drängler, Raser, Rowdys?

Verständlich, dass 65 Prozent der Pkw-Fahrer für ein generelles Lkw-Überholverbot sind. Logisch, dass 70 Prozent der Trucker dies ablehnen. Auch verboten, auch Alltag: zu dichtes Auffahren, die Urangst des Pkw-Fahrers vor dem Brummi. Die Uniroyal-Studie: "Insbesondere die Zahl der kritischen Abstände hat zugenommen." Statt 50 Meter nur 25, oft noch weniger.

An einer Messstelle auf der A 8 zwischen München und Ulm hat sich, so die Studie, die Zahl der Abstandssünder im Vergleich zum Jahr 2000 nahezu verdoppelt. Das Unfallrisiko wächst. Auch deshalb, weil "sich nur noch eine verschwindende Minderheit der Lkw-Fahrer" an Tempolimits hält. Alles Drängler, Raser, Rowdys? Nach ihrem Selbstbild sind die Lkw-Fahrer hilfsbereit, freundlich und rücksichtsvoll. Und die Pkw-Fahrer leichtsinnig, egoistisch, draufgängerisch. Dr. Dieter Ellinghaus: "Die Kontrahenten sehen sich wechselseitig als Störenfriede, wenn nicht gar als Rüpel und Flegel." Freunde werden sie nie.

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