Studie VW Amarok

Studie VW Amarok

— 04.06.2009

Der Pick-up von VW

Endlich ein echter Pick-up von VW. Mit dem Amarok wollen die Wolfsburger ab 2010 gegen die Vorherrschaft der Japaner punkten. Könnte klappen: Die Vorab-Studie zeigt eigenständiges Design, die Technik stammt aus dem Konzernregal.

Drei Typen beherrschen außerhalb der USA (dort führt die F-Serie von Ford) den Weltmarkt der praktischen Pick-ups: Mitsubishi L200, Nissan Navara und Toyota Hilux. Ab Mitte nächsten Jahres mischt ein Vierter mit. Amarok wird er heißen, gebaut bei VW in Argentinien. Er soll die langjährige Vorherrschaft der Japaner knacken. Dabei geht es – zumindest bei uns – um keinen Massenmarkt. Pick-ups bedienen hier eher den Markt der Eitelkeiten. Da gibt es verchromte Freizeitfahrzeuge, die Sportgeräte auf der Ladefläche tragen und am Haken noch ein paar Motorräder ziehen. Andere schultern luxuriöse Wohnkabinen, manche fristen aber auch ein Dasein als echte Nutzfahrzeuge. Denn als solche wurden sie einst erfunden.

Schon getestet: Erster Fahrbericht VW Amarok

Mit dem Amarok will VW die langjährige Vorherrschaft der Japaner im Pick-up-Segment knacken.

Schon vor nunmehr 60 Jahren kamen Wolfsburger Arbeiter in der Nachkriegsnot auf die Idee, schwere Lasten auf Plattenwagen durchs Werk zu karren. Unter einem Leiterrahmen steckten die Achsen vom Käfer, die ganze Fuhre schob ein Hecktriebwerk, über dem eine Sitzbank thronte. Den niederländischen VW-Importeur Ben Pon brachte ein solches Vehikel auf die Idee, den Transporter zu bauen. Im Grunde nahm der Plattenwagen die Pick-up-Welle vorweg, wenngleich noch falsch herum gebaut. Heute sind wir mit Amarok & Co technisch um Meilen weiter. Nur ein einziges Detail erinnert noch an die automobile Steinzeit: die starre, blattgefederte Hinterachse. Wobei, der aktuelle Caddy macht es vor, eine solche sich durchaus komfortabel abstimmen lässt. Genaue Daten zum Amarok fehlen noch, schließlich wird bis zur Markteinführung noch ein Jahr vergehen.

Baywatch-Mobil: Pamela Anderson hätte ihre Freude am Amarok

Baywatch-Mobil: Die Amarok-Studie wurde in Zusammenarbeit mit Rettungsschwimmern entwickelt.

Dann präsentiert sich der Allradler so wie hier gezeigt mit Doppelkabine und kräftigem Common-Rail-Diesel unter der Haube. Der 5,18 Meter lange Amarok kokettiert noch mit schicken, rot abgesetzten Neopren-Sitzen, schließlich wurde er zusammen mit Rettungsschwimmern als Baywatch-Fahrzeug konzipiert. Pamela Anderson hätte ihre Freude an der Studie, die hier zum Fotovergleich mit dem Großvater antritt. Sie wirkt optisch eigenständig und solide verarbeitet. Details wie optimale Abgasreinigung, Getriebeuntersetzung und Achssperren bleiben an Bord, abgespeckte Versionen mit nur einer angetriebenen Achse und Zwei-Personen-Kabine könnten später einmal folgen. Den möglichen Preis diktiert Marktführer Toyota: Dessen Hilux-Liste beginnt bei 27.000 Euro – wenn der Amarok knapp darunter bleibt, dann haben die Japaner einen echten Konkurrenten.
Diether Rodatz

Diether Rodatz

Fazit

Endlich bietet VW den Pick-ups dieser Welt Paroli. Der Amarok ist kein umgebauter Golf, kein entlehnter Toyota mit VW-Zeichen, sondern ein gelungenes Eigengewächs. Das Design aus Deutschland, die Technik aus den Konzernregalen und der Ruf des Hauses dürften in dieser Marktlücke genügen, die Konkurrenz das Fürchten zu lehren.

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