Studie VW Concept A

Volkswagen Concept A Volkswagen Concept A

Studie VW Concept A

— 17.02.2006

Der Baby-Touareg

Auf den haben wir wirklich lange gewartet. In Genf zeigt uns VW endlich den Entwurf des kompakten SUV. Concept A heißt die Studie, die ab 2008 als Serienauto auf die Straße rollt.

Eierlegende Wollmilchsau aus Wolfsburg

Festhalten, bitte! Der VW-Konzern schlägt gewaltig mit der Poesie-Keule zu. "Progressive Philosophie, Spiegelbild eines Geparden, Konzentrat verschiedener Automobile, Husarenstück der Designer, idealer Volkswagen ...". Wer den Pressetext über das neue SUV aus Wolfsburg liest, der kommt zu dem Schluß: Hurra, das perfekte Auto ist da! Endlich kommt die eierlegende Wollmilchsau auf Rädern. Doch bis es soweit ist, vergehen noch zwei Jahre.

Bis dahin bleibt der Baby-Touareg ein typisches Konzeptauto, das offiziell den Namen Concept A trägt. AUTO BILD-Leser kennen das Projekt längst als Marrakesh (vorläufiger Projektname). Wie die neue Allzweckwaffe dann tatsächlich heißen wird, können Sie, liebe Leser, übrigens ab dem 3. März hier bei autobild.de mitentscheiden. Keine Mitbestimmung duldet Volkswagen bei der Formgebung. So steht hinter etlichen Details noch ein Fragezeichen: Bleibt es beim coupéhaft nach hinten gezogenen Stoffverdeck sowie dem superrassigen Schrägheck?

Reichlich futuristisch sind auch die Wagenflanken, die auf eine B-Säule verzichten. Die hinteren Türen sind hinten angeschlagen. Obwohl es so etwas bei Rolls-Royce und im Mazda RX-8 in Serie gibt, bleibt dieses Türkonzept für ein Kompakt-SUV wohl eher Zukunftsmusik. "Vielleicht später einmal ...", orakeln die VW-Verantwortlichen. Fix ist indes, daß der Golf fürs Gelände im Frühjahr 2008 als Fünftürer das Volkswagen-Programm erweitert.

Der Concept A ist ein hochgelegter Golf

Auch wo er gebaut wird, steht fest: in Wolfsburg. Sanierer und Markenchef Wolfgang Bernhard drückte die Lohnkosten um 850 Euro pro Fahrzeug. Statt in Portugal wird der Wagen nun im Stammwerk bei der VW-Tochter "Auto 5000" gefertigt und sichert dort 1000 deutsche Jobs. Ein kleiner, aber wegweisender Erfolg für den Standort Deutschland.

Nüchtern betrachtet ist der Concept A ein hochgelegter Golf mit 4Motion-Allradantrieb. Nur 4,35 Meter kurz, überragt er den Bestseller gerade mal um 6,4 Zentimeter, hat fast den gleichen Radstand wie der Golf und wirkt sehr gedrungen. Damit dem Salonlöwen nicht das gleiche Schicksal wie dem erfolglosen Country-Golf (1990 bis 1991, nur 8000mal gebaut) ereilt, wagten die Designer einen stilistischen Spagat zwischen Roadster und SUV. Crossover heißt so etwas auf neudeutsch. Außen wie innen versprüht der Concept A einen ausgesprochen technoiden Charme.

Das Fensterband ist schmal, die Blechflächen sind muskulös modelliert. Ein typisches Showcar eben. Das gilt auch für die 20-Zoll-Räder mit den 295er-Walzen. In der Serie werden die kleiner ausfallen und natürlich ein griffiges Profil haben. Näher an der Realität ist die Frontpartie. Sie ähnelt entfernt dem Wappengrill, wie ihn schon Golf GTI und der Passat tragen. Die Heckklappe ist zweiteilig. Vorteil: Der untere Teil kann während der Fahrt wie bei einem Pick-up offen bleiben und erlaubt den Transport langer und sperriger Gegenstände.

Überraschend bodenständige Motorisierung

Unterkühlt und minimalistisch präsentiert sich das Interieur. Vor allem bei den Materialbezeichnungen betont VW buchstäblich den coolen Charakter des Concept A. Das Lackleder auf den Armaturen heißt "Black Reflection", die Metallflächen "Frozen Ice", der Sitzstoff "Antartica" und der Farbton der Teppiche "Icekristall". Motorisiert ist die Studie dagegen überraschend bodenständig.

Neben dem 140-PS-Zweiliter-TDI hat VW einen kleinvolumigen TSI-Vierzylinder mit Twincharger – der Motor wird mit Kompressor und Turbo aufgeladen – angekündigt, der 150 PS leistet und "maximalen Fahrspaß mit minimalem Verbrauch" kombiniert. Denkbar ist darüber hinaus der 200-PS-Direkteinspritzer aus dem GTI. In der Serie wird es später als Topmotorisierungen V6-Benziner und -Diesel geben. Beim Antrieb fährt Volkswagen zweigleisig. Normal ist Frontantrieb, die 4x4-Variante soll Aufpreis kosten. Geschaltet wird per Hand oder übers DSG.

Dazu kommen viel Bodenfreiheit, Hill Holder, Unterfahrschutz, Bergabfahrhilfe, aber kein Untersetzungsgetriebe wie bei seinem größeren Bruder Touareg. Daß der Concept A sich auch im Gelände wohlfühlt, beweist der Böschungswinkel von üppigen 28 Grad. Kein Zweifel: Dieser VW ist viel bodenständiger als der abgehobene Pressetext.

Autor: Jörg Maltzan

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